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The Lego Batman Movie – Fledermausmann für Anfänger

08 Feb

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The Lego Batman Movie

Kinostart: 9. Februar 2017

Von Matthias Holm

Computertrick-Komödie // Es war ja abzusehen. Nachdem „The Lego Movie“ erfolgreich war, konnte man die Uhr danach stellen, wann ein Spin-off des Klötzchen-Abenteuers rund um Emmet in die Lichtspielhäuser kommt. Dabei gingen die Macher den Weg des geringsten Widerstandes – denn Batman ist auch im Kino eine etablierte Marke und war im Lego-Film ein absoluter Szenendieb.

Der Joker mal wieder

Dabei handelt es sich hierbei zum Glück nicht um eine weitere Ursprungsgeschichte, wie man sie bereits aus unzähligen anderen Superheldenfilmen kennt. „The Lego Batman Movie“ startet direkt in die Vollen, als der Joker mitsamt aller möglichen und unmöglichen Schurken Gotham City mit einer riesigen Bombe in die Luft jagen will. Doch zum Glück gibt es ja Batman, der es wie immer prima versteht, sich bei der Beseitigung der Schurken perfekt in Szene zu setzen, und mit seiner egomanischen Art dem Clownprinz des Verbrechens emotional sehr weh tut. Doch im Knast kommt dem Joker eine perfide Idee. Was wäre, wenn man die Schurken, die in der Phantomzone – dem intergalaktischen Gefängnis für die Bösesten der Bösen – eingesperrt sind, allesamt gleichzeitig auf die Stadt loslässt? Für Batman allein wäre das viel zu viel, allerdings hat Bruce Wayne erst vor Kurzem einen Jungen namens Dick Grayson adoptiert. Und die neue Polizeichefin Barbara Gordon lässt sich sicherlich auch nicht so leicht auf der Nase herumtanzen.

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Sowohl Bruce Wayne …

Der Anfang des Films erinnert noch stark an den Geist von „The Lego Movie“. Da kommentiert Batman süffisant aus dem Off, dass im Intro zu viele Logos eingeblendet werden, ein Flugzeug heißt MacGuffin und es gibt eine hektische, rasante Action-Szene. Allerdings wählen Regisseur Chris McKay und seine insgesamt fünf Drehbuchautoren danach einen sehr interessanten Ansatz. In „The Lego Batman Movie“ werden nämlich einige Motive aus den Comics aufgegriffen und dem Zielpublikum vermittelt. Der erzählerische Kern wird dabei aus zwei Komponenten gebildet, die Freunden der Batman-Geschichten bekannt vorkommen dürften: zum einen Batmans Beziehung zum Joker und die Abhängigkeit der beiden voneinander, zum anderen die Isolation, die durch die sogenannte Bat-Familie aufgebrochen wird.

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… als auch Batman werden geliebt

Diese beiden Motive werden dabei allerdings vereinfacht an den Mann gebracht, schließlich ist „The Lego Batman Movie“ ein Kinderfilm. Hier liegt dann auch das größte Problem des Films – er konzentriert sich zu sehr auf die jüngeren Zuschauer. Die haben an der seichten Geschichte sicherlich ihren Spaß, Erwachsene hingegen werden außen vor gelassen. Denn wo „The Lego Movie“ beinahe atemlos von einer Action-Sequenz zur nächsten gehetzt ist, nimmt die Erzählung nun doch einiges an Platz ein. Dadurch fällt allerdings erst auf, wie flach die Geschichte letzten Endes ist, werden einem doch nicht andauernd bunte Bauklötze um die Ohren gepfeffert. Gerade für Kenner des Materials ist dies schade.

The Lego Batman Movie

Barbara Gordon macht Batman verlegen

Auch gab es in „The Lego Movie“ noch Zitate und Verweise quer durch die gesammelte Popkultur. Durch die Thematik sind die Macher bei „The Lego Batman Movie“ allerdings ziemlich eingeschränkt. Es gibt sie, die Verweise auf das berüchtigte Anti-Hai-Batspray und ähnlichen Schabernack, aber die Zielgruppe für solche Anspielungen ist im Vergleich zum Vorgänger doch viel geringer. Um dann nicht diejenigen zu verlieren, die mit dem Namen „Adam West“ zum Beispiel wenig anfangen können, gibt es im Finale den einen oder anderen witzigen Cameo. Aber auch die wirken eher so, als ob man nicht wüsste, was man mit der Figur des Batmans jetzt noch anstellen könnte.

Synchronisation für Fans der Nolan-Filme

Ein kleines Schmankerl gibt es für die deutschen Kinogänger. Denn für die wichtigsten Figuren, wie eben Batman oder auch Alfred, konnten die Synchronsprecher aus der „Dark Knight“-Trilogie gewonnen werden. So hat man durch David Nathan direkt eine Verbindung zu Christian Bale und selbst nur kurz auftretende Figuren wie Bane werden von den richtigen Stimmen gesprochen. Lediglich zwei Sprechrollen wurden ausgetauscht. So leiht nicht mehr Simon Jäger dem Joker seine Stimme, wie er es in „The Dark Knight“ tat, sondern der YouTuber Erik „Gronkh“ Range darf sich an Batmans Nemesis veruschen. Leider schafft er das nicht sonderlich gut, der Joker wirkt nie bedrohlich, sondern eher niedlich. Im Gegensatz dazu ist Luke Mockridge als Robin passend gecastet, das kindlich-naive passt zu dem Comedian.

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Alfred bleibt Vaterfigur – mitsamt Kindersicherung

„The Lego Batman Movie“ hat einige wirklich klasse Momente und an seinen besten Stellen ist er sogar unterhaltsamer als der Vorgängerfilm. Allerdings schleichen sich immer wieder Längen in die kurze Spielzeit ein und die Verweise auf Comic-Events dürften nur die wenigsten verstehen. Damit schränkt sich der Film selbst zu sehr ein und bleibt hinter seinem großen Bruder „The Lego Movie“ zurück. Die Kinder, von denen auch einige in der Pressevorführung waren, werden allerdings damit kein Problem und ihren Spaß haben.

The Lego Batman Movie

Dick Grayson ist ganz aus dem Häuschen

Länge: 104 Min.
Altersfreigabe: FSK ab 6
Originaltitel: The Lego Batman Movie
DK/USA 2017
Regie: Chris McKay
Drehbuch: Seth Grahame-Smith, Chris McKenna, Erik Sommers, Jared Stern, John Whittigton
Originalsprecher: Will Arnett, Zach Galifianakis, Michael Cera, Ralph Fiennes, Jenny Slate, Channing Tatum, Jonah Hill, Rosario Dawson, Jemaine Clement, Zoë Kravitz, Adam Devine, Seth Green, Mariah Carey, Billy Dee Williams, Conan O’Brien
Verleih: Warner Bros. Pictures Germany

Copyright 2017 by Matthias Holm

Filmplakat, Szenenbilder & Trailer: © 2017 Warner Bros. Entertainment Inc. & Ratpac-Dune Entertainment LLC

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