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Death Race 2050 – Die Zukunft ist jetzt!

14 Feb

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Roger Corman’s Death Race 2050

Von Volker Schönenberger

SF-Action // Wir befinden uns in den United Corporations of America (UCA) des Jahres 2050. Im National Coliseum von Nueva York beginnt das alljährliche „Death Race“, ein interkontinentales Autorennen mit Ziel Los Angeles, bei dem keine Gefangenen gemacht werden. Aufgrund der Automatisierung durch Roboter ist die Arbeitslosigkeit enorm, gleichzeitig werden die Menschen zu alt. Gegen die Überbevölkerung des Landes helfen nur Tote! Deshalb schert es das Publikum in der Arena auch nicht, dass Teilnehmerin „Tammy the Terrorist“ (Anessa Ramsey) gleich eine Bombe mit zum Start gebracht hat, dem 17 Zuschauer zum Opfer fallen. So geht es denn nicht nur darum, so schnell wie möglich in Los Angeles anzukommen; das Überfahren von Passanten bringt Punkte, wobei der Tod alter und gebrechlicher Menschen besonders hoch bewertet wird.

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Mögen die Spiele beginnen!

Der Präsident (Malcolm McDowell) mag solche Veranstaltungen. Brot und Spiele haben das Volk eben schon immer vor aufrührerischem Gedankengut abgelenkt. Unter den übrigen Piloten des Rennens: der genetisch optimierte Jed Perfectus (Burt Grinstead), die Hip-Hopperin Minerva Jackson (Folake Olowofoyeku) und mit ABE sogar eine künstliche Intelligenz. Star des Ensembles ist jedoch Frankenstein (Manu Bennett), vierfacher Champion des Death Race.

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Frankenstein schreitet zum Todesrennen

Es ist kein Zufall, dass der schrille Präsident der UCA an einen gewissen Donald Trump erinnert, was Frisur und Gebaren angeht. Zum Zeitpunkt der Dreharbeiten war der US-Präsidentschaftswahlkampf in vollem Gange. Im Interview mit dem Filmmagazin Deadline gab der unermüdliche Produzent Roger Corman zu, man habe sich von dem damaligen republikanischen Präsidentschaftskandidaten inspirieren lassen. Corman räumte ein, er hätte es sich nie träumen lassen, dass dieser Mann tatsächlich Präsident werden würde. Damit steht er wohl nicht allein. „Es sollte ein Witz sein“, so Corman. Nun ist der Witz Wirklichkeit …

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Jed Perfectus hat ein gesundes Selbstbewusstsein entwickelt

Diese satirischen Aspekte funktionieren gut, aber natürlich ist „Death Race 2050“ in erster Linie ein knallbuntes Exploitation-Spektakel mit Renn-Action futuristischer Fahrzeuge, so lässigen wie peinlichen Sprüchen und ganz viel Blut inklusive herumfliegender Körperteile. Die FSK hatte glücklicherweise ein Einsehen und winkte den Film ungeschnitten mit 18er-Freigabe durch. Das ebenfalls von Roger Corman produzierte Original „Frankensteins Todesrennen“ („Death Race 2000“, 1975) mit Sylvester Stallone und David Carradine war seinerzeit auf dem Index gelandet, ist mittlerweile aber ab 16 Jahren freigegeben.

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Auch Minerva Jackson will den Sieg beim Death Race

Zwischen beiden gab es 2008 das Remake „Death Race“ von Paul W. S. Anderson („Resident Evil“-Reihe) mit Jason Statham, gefolgt von zwei Fortsetzungen. Und dann gibt es noch den von Roger Corman produzierten „Giganten mit stählernen Fäusten“ („Deathsport“, 1978) mit David Carradine, der in Deutschland als „Death Race 2050“ auf DVD veröffentlicht worden ist und mit etwas gutem Willen auch schon als erste Fortsetzung des Originals durchgeht. Der aktuelle „Death Race 2050“ wäre demnach ein Reboot. Als sei das nicht kompliziert genug, entstand 2008 ohne Corman-Beteiligung im Fahrwasser des Anderson-Films auch noch „Death Racers“, hierzulande als „Death Race 3000“ auf DVD erschienen. Würdigster Nachfolger von „Frankensteins Todesrennen“ ist ohne Frage „Death Race 2050“ von 2017. Es versprüht einfach zu jedem Zeitpunkt den derben Charme Cormanscher Prägung, und das bis zum vergnüglichen Finale – vergnüglich zumindest für all jene, die den Ausgang der jüngsten US-Präsidentschaftswahl für einen ganz schlechten Witz halten.

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Die Flagge der UCA – immerhin ehrlich

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Roger Corman – Regiearbeiten wie Produktionen – sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet.

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Frankenstein weiß sich zu wehren

Veröffentlichung: 16. Februar 2017 als Blu-ray und DVD

Länge: 93 Min. (Blu-ray), 89 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch u. a.
Untertitel: Deutsch, Englisch u. a.
Originaltitel: Roger Corman’s Death Race 2050
USA 2017
Regie: G. J. Echternkamp
Drehbuch: G. J. Echternkamp
Besetzung: Manu Bennett, Malcolm McDowell, Marci Miller, Burt Grinstead, Folake Olowofoyeku, Anessa Ramsey, Yancy Butler, Charlie Farrell Shanna Olson
Zusatzmaterial: Making-of, Featurette „Der Stil von 2050“, „Autos! Autos! Autos!“, Casting-Auto-Touren, unveröffentlichte Szenen
Vertrieb: Universal Pictures Germany GmbH

Copyright 2017 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2017 Universal Pictures Germany GmbH

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