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Jean-Claude Van Damme (XVI): Cyborg – Statt mit Spagat mal als Gitarre unterwegs

09 Mrz

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Cyborg

Von Volker Schönenberger

SF-Action // First, there was the collapse of civilization: anarchy, genocide, starvation. Then, when it seemed things couldn’t get any worse, we got the plague – the living death, quickly closing its fist over the entire planet. And then we heard the rumors, that the last scientists were working on a cure that would end the plague and restore the world. Restore it? Why? I like the death. I like the misery. I like this world! Mit unheilsschwangerem Timbre kündet eine männliche Stimme aus dem Off vom Schicksal der Menschheit in einer verwüsteten Zukunft. Eine gleich zu Beginn gezeigte gekreuzigte Nackte belegt: Verrohung, Gewalt und Tod sind ständige Begleiter. Die Erde hat sich in einen Albtraum verwandelt.

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Mit großer Wumme: Schurke Fender

In Atlanta forschen Ärzte und Wissenschaftler an einem Heilmittel gegen die Pandemie, die einen Großteil der Menschheit dahingerafft hat. Pearl Prophet (Dayle Haddon) bricht von New York City aus auf, dringend benötigte Daten nach Atlanta zu schaffen. Sie ist ein Cyborg, ein Mischwesen aus Mensch und Maschine. Eine von dem ruchlosen Fender Tremolo (Vincent Klyn) geführte Bande von Halsabschneidern fängt Pearl. Doch Fender hat die Rechnung ohne den Einzelgänger Gibson Rickenbacker (Jean-Claude Van Damme) gemacht, der dem Cyborg zu Hilfe eilt.

Cyborg statt Spider-Man

Pearl? Fender? Gibson? Rickenbacker? Ganz recht, irgendjemand bei der Produktionsfirma Cannon Films hatte offenbar die kuriose Idee, die Figuren nach Musikinstrumenten oder Herstellern aus dem Musikbereich zu benennen. Auch ein Marshall Strat kommt vor. Kulissen und Kostüme hingegen waren an sich für ein Sequel von „Masters of the Universe“ (1987) und einen „Spider-Man“-Film vorgesehen. Zu beiden kam es nicht – die Verfilmungsrechte der „Spider-Man“-Comics landeten schließlich bei Sony –, aber da Cannon bereits zwei Millionen Dollar investiert hatte, entschied man sich für einen neuen Film. Albert Pyun, der beide parallel hätte inszenieren sollen, schrieb kurzerhand ein Drehbuch, zu dem Kulissen und Kostüme passten.

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Aber er mag auch Messer

„Cyborg“ war an den Kinokassen dann auch erfolgreich, bei den Kritikern weniger. Das passt schon – der Unterhaltungswert ist dem Streifen zwar nicht abzusprechen, die dünne Story bricht aber an einigen Stellen auseinander. Das an sich reizvolle und nicht zuletzt dank des „Mad Max“-Franchises in den 80ern aktuelle Endzeit-Szenario fällt der Konzentration auf Action zum Opfer. Irgendwann geht es hauptsächlich nur noch darum, auf wen Jean-Claude Van Dammes Rickenbacker gerade eindrischt oder von wem er verdroschen wird. Die schauspielerischen Leistungen wirken noch etwas mieser, als wir es von derlei Streifen gewohnt sind, aber das kann auch Einbildung sein – vielleicht sind sie so mies wie gewohnt.

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Rickenbacker tritt gern zu …

Apropos verdroschen: Eine Kampfszene mit Van Damme kostete den Nebendarsteller Jackson „Rock“ Pinckney ein Auge und die Laufbahn als Schauspieler. Er verklagte den Belgier daraufhin und erhielt Schmerzensgeld und Schadenersatz in Höhe von knapp 500.000 Dollar zugesprochen.

Runter vom Index

„Cyborg“ verschwand 2012 vom Index, die Kinofassung erhielt eine Freigabe ab 18 Jahren. Schon anderthalb Jahre später erschien in Deutschland der Director’s Cut auf dem Schirm der FSK, und siehe da: Plötzlich war zumindest für den sogenannten „Slinger“-Cut sogar FSK 16 drin. Über die verschiedenen Schnittfassungen macht Ihr euch am besten bei den Kollegen von Schnittberichte ein Bild. „Cyborg“ ist auch unter dem Titel „Slinger“ erhältlich. Zu Van Dammes Glanztaten der 80er und 90er schließt er nicht auf. Ins Regal gehört das Ding wohl nur für Van-Damme-Komplettisten und hartgesottene Cannon-Films-Sammler.

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… hat gegen ein Messer aber ebenfalls nichts einzuwenden

Wer sich für die Entstehungsgeschichte dieser schmutzigen 80er-Jahre-Actionstreifen interessiert: Die unterhaltsame Doku „Electric Boogaloo – Die unglaublich wilde Geschichte der verrücktesten Filmfirma der Welt!“ widmet sich ganz der berüchtigten Produktionsfirma Cannon Films.

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Trägt Pearl die Rettung der Menschheit mit sich herum?

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Jean-Claude Van Damme sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Die Filme der Reihe „Action Cult Uncut“:

01. American Fighter
02. Big Trouble in Little China
03. Bloodsport – Eine wahre Geschichte
04. Chicago Poker
05. Cusack – Der Schweigsame
06. Delta Force
07. Die rote Flut
08. Ford Fairlane
09. Foxy Brown
10. Frauen in Ketten
11. Hero
12. McQuade, der Wolf
13. Missing in Action
14. Mit stählerner Faust
15. Murphys Gesetz
16. Over the Top
17. Phantom Kommando
18. Rapid Fire
19. Road House
20. Alien Nation – Spacecop L. A.
21. Coffy – Die Raukatze
22. Cyborg
23. Geballte Ladung
24. Leben und Sterben in L. A.
25. Navy Seals
26. Rollerball
27. Saigon – Der Tod kennt kein Gesetz
28. Im Vorhof zur Hölle
29. Missing in Action 2 – Die Rückkehr
30. Remo – Unbewaffnet und gefährlich
31. Timebomb – Nameless – Total Terminator
32. Top Fighter
33. Cherry 2000
34. Fled – Flucht nach Plan
35. F/X – Tödliche Tricks
36. F/X 2 – Die tödliche Illusion
37. Harley Davidson und der Marlboro Mann
38. Kalifornia Nightmare
39. Men at Work

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Gitarre gegen Gitarre: Fender (l.) und Rickenbacker im Clinch

Veröffentlichung: 5. Februar 2016 als Limited Collector’s Edition 2-Disc Mediabook (Blu-ray & DVD, zwei Covermotive à 999 Exemplare, ein Covermotiv à 500 Exemplare), 11. November 2014 im Director’s Cut unter dem Titel „Slinger“ als Blu-ray und DVD (Classic Cult Edition, Digi-Dreams Studios), 28. November 2013 im Director’s Cut unter dem Titel „Slinger“ als Blu-ray und DVD (Platinum Cult Edition, Digi-Dreams Studios), 17. August 2012 als DVD (Action Cult Uncut)

Länge: 83 Min. (Blu-ray, Director’s Cut), 80 Min. (DVD, Director’s Cut)
Altersfreigabe: FSK 18 (R-Rated-Kinofassung), FSK 16 („Slinger“-Cut)
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch und Englisch für Hörgeschädigte
Originaltitel: Cyborg
Alternativtitel: Slinger
USA 1989
Regie: Albert Pyun
Drehbuch: Albert Pyun (als Kitty Chalmers)
Besetzung: Jean-Claude Van Damme, Deborah Richter, Vincent Klyn, Alex Daniels, Dayle Haddon,
Zusatzmaterial DVD: Wendecover
Vertrieb Mediabooks: NSM Records
Vertriebs DVD: Twentieth Century Fox Home Entertainment

Copyright 2016 by Volker Schönenberger

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Fotos & Packshot: © 2012 Twentieth Century Fox Home Entertainment
Packshots Mediabooks: NSM Records

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