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Alone – Bloß nicht erwachsen werden

23 Mrz

Don’t Grow Up

Von Volker Schönenberger

Horrordrama // Mit dem ausgelassenen Horrorspaß „Goal of the Dead – 11 Zombies müsst Ihr sein“ erregte das französische Gespann Marie Garel Weiss und Thierry Poiraud 2014 trotz grober Mängel einiges Aufsehen in der Gruselgemeinde – wenn auch im Verbund mit Ko-Autoren und -Regisseur. Den Nachfolger „Alone“ haben die beiden nun als Duo verwirklicht. Herausgekommen ist ein ernsthaftes Werk über das Erwachsenwerden in einem apokalyptischen Szenario, das trotz der Zombiethematik wenig mit dem Vorgänger gemein hat. Der Originaltitel „Don’t Grow Up“ passt dabei deutlich besser als die deutsche Titelschöpfung „Alone“. Es erscheint ohnehin sinnlos, den englischen Titel eines französischen Films für den deutschen Markt durch einen anderen englischen Titel zu ersetzen.

Noch ahnen die jungen Leute nichts Böses

Im englischen Horrorthriller „The Children“ von 2008 sind es Kinder, die sich gegen ihre Eltern richten, diesmal ist es umgekehrt: Wir folgen einer Gruppe von Teenagern auf einer britischen Insel, die sich in einer offenbar von allen Betreuern verlassenen Einrichtung für schwererziehbare Jugendliche häuslich eingerichtet hat, darunter der in sich gekehrte Bastian (Fergus Riordan), der großspurige Liam (McKell David) und die ebenfalls eher zurückhaltende Pearl (Madeleine Kelly). Anfangs sorgen sich die jungen Leute nicht groß, genießen die Zeit ohne Aufsicht. Dann jedoch treffen sie auf die ersten Erwachsenen …

Doch dann wird Bastian mit dem Grauen konfrontiert

Mit 81 Minuten ist „Alone“ deutlich kürzer geraten als „Goal of the Dead“. Im Mittelteil hat das Horrordrama aber dennoch mit ein paar Längen zu kämpfen. Die ruhige Entwicklung der Exposition hingegen ist löblich, gibt sie doch die Möglichkeit, die Protagonisten kennenzulernen, bevor sie mit dem Grauen ihrer Realität konfrontiert werden. Dieses Grauen kommt dann auch handfest daher, wobei trefflich darüber gestritten werden kann, ob die Jugendlichen es mit Zombies oder Infizierten zu tun bekommen. Jedenfalls hat das Erwachsenwerden damit zu tun, daher auch der passende Originaltitel.

Die Stadt bietet keine Sicherheit mehr …

Später gesellt sich zum Coming-of-Age-Horror auch eine Romanze hinzu – sie ist es, die die erwähnten Längen im Mittelteil zu verantworten hat. Insgesamt bleibt der Film aber konsequent und schonungslos bis zum Finale. „Alone“ lief 2016 beim Fantasy Filmfest, nun veröffentlicht capelight pictures das Horrordrama fürs Heimkino. Man merkt Drehbuchautorin Marie Garel Weiss und Regisseur Thierry Poiraud die geringe Erfahrung mit dem ernsthaften Sujet an. Es ist eben nicht gerade einfach, vor Horror-Hintergrund eine dramatische und ironiefreie Geschichte zu erzählen. Sein großes Potenzial reizt „Alone“ nicht aus, als anständiges und fesselndes Horrordrama mit ein paar Durststrecken und einem überzeugenden Ensemble von Jungdarstellern ist das aber allemal in Ordnung.

… die Einöde aber auch nicht

Veröffentlichung: 24. März 2017 als Blu-ray und DVD

Länge: 81 Min. (Blu-ray), 78 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Don’t Grow Up
F/SP 2015
Regie: Thierry Poiraud
Drehbuch: Marie Garel Weiss
Besetzung: Fergus Riordan, Madeleine Kelly, McKell David, Darren Evans, Diego Méndez, Natifa Mai, Dominique Baute, Daniela Jerez, David Ojeda
Zusatzmaterial: Making-of, Kinotrailer
Vertrieb: Al!ve AG

Copyright 2017 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2017 Al!ve AG / capelight pictures

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