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The Horde – Die Jagd hat begonnen: Die Hinterwäldler metzeln wieder

29 Mrz

The Horde

Von Volker Schönenberger

Horror-Action // Ein verliebtes Pärchen zeltet in der Wildnis, die beiden sind ausgelassen und freuen sich auf eine romantische Zeit. Wer ahnt, was nun folgt, liegt völlig richtig: Auf einen falschen Schockmoment – er erschrickt sie und damit die Zuschauer – folgt ein echter in Gestalt einiger übel gesinnter Hinterwäldler. Mit fatalen Folgen für das Pärchen …

Noch ahnt die Gruppe nichts Böses

„The Horde – Die Jagd hat begonnen“ gibt mit seinem stereotypen Prolog also von Anfang an gar nicht erst vor, neue Gipfel der Originalität erklimmen zu wollen. Das Backwoods-Horror- und Slasher-Genre ist ohnehin limitiert, was den Einsatz neuer Ideen angeht, wenn wir von originellen Tötungsmethoden einmal absehen. Auch große Schauspielkunst wird selten verlangt oder geboten, so auch nicht in diesem Fall. Es kommt also auf die Dramaturgie und den Spannungsbogen der Jagdszenen sowie auf den Brutalitätsgehalt an, denn seien wir ehrlich: Wer diese Art Filme schaut, will, dass ordentlich gemetzelt wird. Keine Sorge: In der Hinsicht macht „The Horde – Die Jagd hat begonnen“ keine Gefangenen. Das natürlich nur im übertragenen Sinne – ein paar Gefangennahmen kommen vor, man will ja von den Opfern auch noch etwas haben …

Diese beiden führen nichts Gutes im Schilde

Aber zur Story: Selina (Tiffany Brouwer) begibt sich mit ihren Fotografie-Studenten auf eine Expedition, um die raue Natur in Bildern festzuhalten. Zum Schutz begleitet ihr Freund John Crenshaw (Paul Logan) den Ausflug in die Wälder. Das erweist sich schon beim Stopp in einer Taverne als glücklicher Zug: Als ein paar Muskelprotze die Jugendlichen bedrängen, zeigt Crenshaw, was er seinerzeit bei den Navy Seals gelernt hat. Die Gruppe ahnt nicht, was sie in den Wäldern erwartet.

Labor oder Küche? Man weiß es nicht genau

Hauptdarsteller Paul Logan schrieb sich das Drehbuch selbst auf den Leib – vermutlich, um seine Martial-Arts-Fertigkeiten ins rechte Licht rücken zu können, denn die sind das große Plus des Stuntmans, der zum Schauspieler wurde. Großes Schauspieltalent ist für Filme wie „Megapiranha“ (2010) auch nicht notwendig. Auf dem Regiestuhl nahm Jared Cohn Platz, der sich vorzugsweise im Trash-Sektor bewegt, allerdings mit „Little Dead Rotting Hood“ (2016) auch dort nicht gerade ein Händchen bewies. In den festgezurrten Bahnen der Backwoods bewegt er sich immerhin etwas souveräner. Die „Wrong Turn“-Reihe hat er vermutlich in Gänze aufgesogen, wenn er sich nicht gar in klassischen Gefilden wie „The Hills Have Eyes“ und „The Texas Chainsaw Massacre“ umgeschaut hat.

Im Wasser geht’s hoch her

Ein „Wrong Turn“-Epigone mit reichlich Nahkampf-Action ist „The Horde – Die Jagd hat begonnen“ also geworden. Über die titelgebende Horde verrate ich ausnahmsweise mal gar nichts. Allzu viel gibt es zwar ohnehin nicht zu berichten, aber lasst Euch einfach von dem Wenigen überraschen, das die Bösewichte auszeichnet. Jedenfalls sind sie genug an der Zahl, um einen anständigen Body Count zu gewährleisten. Hoppla, jetzt habe ich doch etwas verraten. Der Slasher hat die FSK unbeschadet durchlaufen, das FSK-18-Logo steht in diesem Fall für ungeschnittene Gewaltdarstellung. Splatterfans kommen dann auch voll auf ihre Kosten, auch wenn es bisweilen etwas heller sein könnte. Großen Anspruch an hehre Filmkunst hegen Freunde dieser Streifen ja nicht gerade, deshalb hat „The Horde – Die Jagd hat begonnen“ das Zeug, zum Fanliebling aufzusteigen.

Crenshaw schlägt zurück

Veröffentlichung: 31. März 2017 als limitertes 2-Disc Mediabook (Blu-ray & DVD), Blu-ray und DVD

Länge: 88 Min. (Blu-ray), 84 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: The Horde
USA 2016
Regie: Jared Cohn
Drehbuch: Paul Logan
Besetzung: Paul Logan, Matthew Willig, Vernon Wells, Bill Moseley, Tiffany Brouwer, Costas Mandylor, Sydney Sweeney, Nils Allen Stewart, Elisabeth Ferrara
Zusatzmaterial: Making-of (6 Min.), Trailer, Wendecover, nur Mediabook: Making-of (16 Min.), Kurzvideo über die Kameraarbeit, Poster
Vertrieb: Al!ve AG

Copyright 2017 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2017 Al!ve AG / Neue Pierrot le Fou

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