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Guardians of the Galaxy Vol. 2 – Wie ein Kaugummi

25 Apr

Guardians of the Galaxy Vol. 2

Kinostart: 27. April 2017

Von Matthias Holm

SF-Action // Die „Guardians of the Galaxy“ waren für die Marvel Studios ein Riesenerfolg. Über 700 Millionen Dollar spielte der Weltraum-Spaß ein, dabei kannte man die merkwürdige Truppe rund um Star-Lord Peter Quill (Chris Pratt) vorher nur in tiefsten Comic-Kreisen. Doch James Gunn („Slither – Voll auf den Schleim gegangen“) schuf mit der ersten Iteration der „Guardians“ einen unterhaltsamen, sich selbst nie zu ernst nehmenden Blockbuster, der gern mal als „Avengers in Space“ bezeichnet wird. Nun kommt also der zweite Teil ins Kino, ebenfalls von Gunn inszeniert. Doch der Versuch, auf den Erfolgszug des Vorgängers aufzuspringen, klappt leider nur bedingt.

Baby Groot gibt den Takt vor

Nach der Erledigung eines Auftrag für die Sovereign geraten die Guardians of the Galaxy unter Beschuss – ausgerechnet von eben diesem Alien-Volk. Rocket (Stimme: Bradley Cooper) hat nämlich enorm wichtige Batterien mitgehen lassen. Bei dem Kampf wird es ganz schön eng, doch die wohl miesesten Helden der Galaxie werden von Ego (Kurt Russell) gerettet. Der hat zwei Überraschungen parat: Er ist ein Celestial, ein gottgleiches Wesen – und Peter Quills Vater. Zusammen mit Drax (Dave Bautista), Gamora (Zoe Saldana) und Egos Gehilfin Mantis (Pom Klementieff) reist Peter zum Heimatplaneten seines Vaters. Währenddessen werden Rocket und Groot (Stimme: Vin Diesel) von den Ravagern, die Piraten des Weltalls, gefangen genommen. Und Yondu (Michael Rooker), Anführer der Bande und ein alter Bekannter, ist nicht glücklich darüber, dass Ego Peter gefunden hat.

Viele Farben in den Galaxien

Es geht enorm bunt zu im Weltall. Der Film sprüht nur so vor Farben, spätestens auf Egos Planeten befinden wir uns nah an einer Reizüberflutung. Das ist schade, strotzen die unterschiedlichen Schauplätze doch vor Details und Dingen, die es zu entdecken gilt. Der Film feiert jedoch lieber seine Wildheit, sodass davon einiges verloren geht. Wenn dem Zuschauer dann mal Ruhe gegönnt wird, kommt der Film zu seinen stärksten Szenen. Gerade in der zweiten Hälfte gibt es immer wieder tolle Interaktionen zwischen einzelnen Figuren, die den ansonsten eher flachen Protagonisten Tiefe geben.

Star-Lord (vorn) kennt seinen Vater nicht, bis …

Dabei ist vor allem der Familienbegriff immer wieder wichtig. Peter lernt seinen wahren Vater kennen, doch was macht das mit seinen Freunden, seiner Ersatzfamilie? Wie steht es um Gamora und ihre Schwester Nebula (Karen Gillan)? All dies wird in einigen wunderbaren Sequenzen besprochen und es werden ungewöhnlich viele Emotionen offengelegt. Doch bis es dahin kommt, dauert es eine ganze Weile.

Gunn hat kein Timing

Denn die 132 Minuten des Films wollen gefüllt werden. Die erste Hälfte von „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ fühlt sich dabei wie ein überlanger Prolog an. Das Verhältnis der Figuren zueinander wird erläutert, Aufteilungen werden gemacht und unterschiedliche Figurenkonstellationen in Stellung gebracht. Dabei fehlt Gunn jedoch, im Gegensatz zum ersten Teil, das Gespür für Timing. Hier ist das alte Sprichwort „zäh wie Kaugummi“ angebracht. Das liegt vor allem daran, dass man auf Teufel komm raus versucht, den ersten Film zu imitieren.

… Ego auftaucht

Das fängt bei der Titelsequenz an. War die Tanzszene im Vorgänger noch frisch und originell, wirkt die Eröffnung dieses Mal gewollt. Selbiges gilt für den Soundtrack. Es gibt wieder 70er-Jahre-Pop auf die Ohren, doch im Gegensatz zu einem gezielten Einsatz scheinen die Lieder nur vorzukommen, weil es im ersten Teil cool war. Und dann gibt es noch den Humor. Einige Gags sitzen extrem sicher und überraschen, genauso wie der eine oder andere Cameo-Auftritt.

Kurz vor nervig: Baby Groot

Doch viele der Witze wirken zu bemüht oder wurden bereits in Trailern verbraten, sodass ein eventueller Überraschungseffekt ausbleibt. Auch bei den obligatorischen Abspannszenen hat man es übertrieben – ganze vier Stück werden dem Zuschauer vorgesetzt. Immerhin darf man wegen Baby Groot Entwarnung geben: Die kleine Variante des sanften Riesen aus Teil eins ist so süß und putzig, wie man es gehofft hat, doch er wird als Running Gag nicht zu häufig eingesetzt – auch wenn es manchmal knapp an der Grenze des Zumutbaren ist.

Gamora darf auch mal an die großen Waffen

Zähe erste Hälfte, knallbunt – „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ ist meist wie ein Kaugummi. Doch im Gegensatz zur Süße gewinnt der Film mit der Zeit an Geschmack. Wenn alle Figuren in Position gebracht wurden und die eigentliche Geschichte in Fahrt kommt, macht der Film genauso viel Spaß wie der erste Teil. Doch bis es dahin kommt, vergeht leider zu viel Zeit. Manch einer wird das Kaugummi da schon ausgespuckt haben.

Assemble! Ach nein, falsches Superhelden-Team

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Bradley Cooper, Vin Diesel, Chris Pratt und/oder Kurt Russell sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Länge: 132 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: Guardians of the Galaxy Vol. 2
USA 2017
Regie: James Gunn
Drehbuch: James Gunn, nach einem Comic von Dan Abnett und Andy Lanning
Besetzung: Chris Pratt, Zoe Saldana, Dave Bautista, Vin Diesel, Bradley Cooper, Kurt Russell, Karen Gillan, Michael Rooker, Pom Klementieff
Verleih: Walt Disney Studios Motion Picture Germany

Copyright 2017 by Matthias Holm

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2017 The Walt Disney Company Germany GmbH

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