RSS

The King’s Choice – Angriff auf Norwegen: Haakons Nein

02 Mai

Kongens nei

Von Volker Schönenberger

Kriegsdrama // In der Nacht zum 9. April 1940 startete die deutsche Wehrmacht das Unternehmen Weserübung – den Angriff auf Dänemark und Norwegen. Als Vorwand diente die angeblich bevorstehende Besetzung der beiden Länder durch die Westmächte, speziell das Vereinigte Königreich. In diplomatischen Noten wurden die beiden skandinavischen Länder aufgefordert, keinen Widerstand zu leisten, dann bliebe ihre Souveränität unangetastet. Während Dänemark nach kurzen Kampfhandlungen kapitulierte, leistete Norwegen heftigen Widerstand, der erst gebrochen wurde, als die Alliierten ihre Expeditionsstreitkräfte aus Narvik abzogen, weil sie bei der Schlacht um Frankreich dringend benötigt wurden. Die Deutschen konnten so trotz schwerster Verluste in der Schlacht um Narvik die norwegische Kleinstadt mit ihrem wichtigen Hafen erneut besetzen. Soweit in aller Oberflächlichkeit der historische Abriss.

König Haakon steht vor einer schweren Entscheidung

Die Besetzung Dänemarks ist 2015 in dem dänischen Kriegsdrama 9. April – Angriff auf Dänemark filmisch aufgearbeitet worden. Nur ein Jahr später entstand der norwegische Beitrag „The King’s Choice – Angriff auf Norwegen“, Originaltitel: „Kongens nei“, zu Deutsch: „Des Königs Nein“. Der König, das ist Haakon VII. (Jesper Christensen), der 1905 als Prinz Carl von Dänemark aufgrund einer Volksabstimmung zum norwegischen Monarchen ernannt worden war. Das Kriegsdrama legt den Fokus dann auch stark auf Haakon und sein schweres inneres Ringen: Soll er die Forderungen des Deutschen Reichs erfüllen? Damit würde er zweifellos Blutvergießen verhindern, zumindest spürbar verringern. Oder soll er dem Aggressor die Stirn bieten und Norwegen als souveränen Staat positionieren, der sich nicht widerstandslos annektieren lässt? Der Konflikt des Königs wird jederzeit nachvollziehbar.

Der deutsche Gesandte Bräuer (r.) erhält Anweisungen

Haakons Antagonist auf deutscher Seite wird ähnlich differenziert porträtiert: Den deutschen Gesandten Curt Bräuer verkörpert Karl Markovics ebenfalls glaubwürdig. Den Schauspieler kennen hierzulande noch einige aus der österreichischen Krimiserie „Stockinger“ (1996–1997). Bräuer gibt sich zwar dienstbeflissen als treuer Reichsbürger samt Hitlergruß, ringt aber dennoch darum, Blutvergießen zu vermeiden. Das mag in Wirklichkeit ebenso gewesen sein, kann hier aber nicht vertieft werden.

Auch junge Rekruten ziehen in den Krieg

Kriegs-Action und Gewalt gibt es nur punktuell zu sehen, immerhin ansprechend inszeniert. „The King’s Choice – Angriff auf Norwegen“ ist eben kein wuchtiger Kriegsfilm, sondern setzt mit minutiöser Inszenierung auf Dialoge und Figuren. Das diplomatische Moment ist dem norwegischen Regisseur Erik Poppe („Tausendmal gute Nacht“) wichtiger als soldatische Auseinandersetzungen. Die FSK hat das Kriegsdrama ab 12 Jahre freigegeben – das blaue FSK-16-Logo resultiert vermutlich aus Trailern mit 16er-Altersfreigabe. Nach und nach schließen sich die weißen Flecken auf der Landkarte, was die cineastische Umsetzung des Zweiten Weltkriegs angeht. Nun hat auch Norwegen sein Epos. Wer „The King’s Choice – Angriff auf Norwegen“ als historischen Abriss der Ereignisse sichtet, bekommt mehr als zwei Stunden packende Kriegsdramatik geboten.

Der Wald bietet keinen Schutz vor den deutschen Bombern

Veröffentlichung: 14. April 2017 als Blu-ray und DVD

Länge: 130 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Norwegisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Kongens nei
NOR 2016
Regie: Erik Poppe
Drehbuch: Harald Rosenløw-Eeg, Jan Trygve Røyneland
Besetzung: Jesper Christensen, Anders Baasmo Christiansen, Karl Markovics, Tuva Novotny, Katharina Schüttler, Juliane Köhler, Andreas Lust
Zusatzmaterial: Originaltrailer, Trailershow, Wendecover
Vertrieb: Pandastorm Pictures

Copyright 2017 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2017 Pandastorm Pictures

Advertisements
 
 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , ,

2 Antworten zu “The King’s Choice – Angriff auf Norwegen: Haakons Nein

  1. Michael Seiler

    2017/05/03 at 14:04

    guter Film! Nach „Max Manus“ für mich der beste skandinavische Kriegsfilm.

     
    • V. Beautifulmountain

      2017/05/03 at 17:24

      Mensch, den muss ich doch immer noch schauen. Liegt seit langer Zeit irgendwo auf einem Ungesehen-Stapel.

       

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: