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King Arthur – Legend of the Sword: All Hail the King

10 Mai

King Arthur – Legend of the Sword

Kinostart: 11. Mai 2017

Von Matthias Holm

Fantasy-Action // Es wird immer wieder gesagt, das Blockbuster-Kino stecke in einem kreativen Loch. Für originelle Filmstoffe gibt es kaum Geld, viel lieber quetscht man aus Vorlagen ganze Franchises, produziert Remakes von europäischen oder fernöstlichen Filmen oder bedient sich an Material, das man gefühlt tausendfach auf der Leinwand gesehen hat. Einer dieser Stoffe ist die Artus-Sage um die Ritter der Tafelrunde. Ob als Historien-Film im Bruckheimer-Bombast-Gewand („King Arthur“), als Disney-Zeichentrickfilm („Die Hexe und der Zauberer“) oder als Romanze im Mittelalter („Der erste Ritter“), die Geschichten rund um das magische Schwert Excalibur sind fest in der Popkultur verankert – „Excalibur“ lautet übrigens der Titel einer sehr gelungenen 1981er-Umsetzung von John Boorman. Wie soll man da noch einen frischen Blickwinkel auf das Thema haben? Ganz einfach: Man setzt Guy Ritchie („Sherlock Holmes“) ans Drehbuch und in den Regiestuhl.

Wer holt das Schwert aus dem Stein?

England durchlebt düstere Zeiten. Der König Vortigern (Jude Law) konnte den Thron nur durch Intrigen gegen seinen Bruder Uther (Eric Bana) besteigen und unterjocht sein Volk. Doch eines Tages sinkt der Meeresspiegel und enthüllt das magische Schwert Excalibur. Nur der Sohn des wahren Königs, der während Vortigerns Putsch entkommen konnte, ist in der Lage, das Schwert aus dem Stein zu ziehen. Doch Arthur (Charlie Hunnam) hat gar nicht so viel Lust darauf, König zu sein, er will lieber in Frieden leben. Eine Gruppe von Freiheitskämpfern rund um eine Magierin (Astrid Bergès-Frisbey) muss also noch einiges an Überzeugungsarbeit leisten.

Arthur zieht Excalibur aus dem Stein

Vor Beginn des Films sollte man sich als Zuschauer einer Sache klar sein. Mit dem Ursprungsstoff hat Guy Ritchies Artus-Version nur einige Namen gemeinsam. Statt sich groß mit Erklärungen oder Vorgeplänkel aufzuhalten, wird man direkt in den Kampf um Camelot geworfen, denn der böse Zauberer Mordred (Rob Knighton) beansprucht das Königreich für sich. Kennern der Artus-Sage rollen sich bereits hier die Fußnägel hoch. Und wer in dieser Auftaktsequenz überfordert ist, sollte gar nicht erst weiter gucken. Bald greifen Elefanten, groß wie Hochhäuser, eine schmale Brücke an, während Eric Bana als König Uther in den Kampf reitet. Das ist bombastischer Quatsch, sieht aber beeindruckend aus.

Ritchies Markenzeichen

Wenn dann der eigentliche Plot rund um Arthur ins Rollen kommt, spielt Ritchie seine Stärken voll aus. Da gibt es zum Beispiel hektische Schnitte, die perfekt zum fantastischen Score von Daniel Pemberton gesetzt sind. Auch läuft die Erzählung nicht streng linear ab, manche Szenen vom Beginn des Films werden erst gegen Ende komplett gezeigt. Damit steht und fällt auch das gesamte Erlebnis. Wenn man mit diesem Brimborium nichts anfangen kann, wird man keinen Spaß an „King Arthur – Legend of the Sword“ haben.

Vortigern will immer mehr Macht

Apropos Spaß – Jude Law scheint es eine diebische Freude gemacht zu haben, den Bösewicht zu geben. Als getriebener Schurke ist er ein Antagonist, wie er im Buche steht, Gewissensbisse hat er kaum. Wenn Vortigern doch mal zweifelt, wird das durch die Aussicht auf mehr Macht schnell weggewischt. Das zeigt sich auch in den Kostümen. Denn hier wird der Begriff Schwarz-Weiß-Malerei wörtlich genommen. Während Arthur, der von Charlie Hunnam sympathisch dargestellt wird, die gesamte Zeit über helle Kleidung trägt, tritt Vortigern mit seinen Schergen immer vollständig in Schwarz auf. Subtilität ist nun mal keine Stärke des Films.

Die Magierin hilft Arthur

Leider gibt es jedoch auch einige Punkte, bei denen sich Ritchie verzettelt. Bei der Pressevorführung gab es vor allem in dunklen Aufnahmen in den Hintergründen starkes Filmkorn. Ob das ein Stilmittel ist oder ein Fehler, spielt keine Rolle – zusammen mit den eher mittelmäßigen 3D-Effekten schlägt das stark auf die Augen. Außerdem gibt sich der Film zwar sehr dreckig, aber sobald es zu den Kämpfen kommt, bleibt kein Blut an den Schwertern kleben. Das führt zu einem Bruch mit der eigentlich düsteren Grundstimmung, hier hätte der Mut zu einer höheren Altersfreigabe gutgetan.

Gelangweilte Zauberin

Auch die Darsteller abseits von Law und Hunnam sind nicht sonderlich lobenswert. Eric Bana und Djimon Hounsou liefern gewohnte Kost ab, ohne nachhaltig im Gedächtnis zu bleiben. Astrid Bergès-Frisbey hingegen wirkt als Magierin, die Arthur leiten soll, so gelangweilt, dass man sich fragt, wieso der Protagonist auf diese Dame hören sollte. Und so eindrucksvoll die Kriegselefanten und manche magischen Kräfte auch aussehen, sobald Arthur die Macht von Excalibur einsetzt, sieht es einfach so aus, als ob nicht eine reale Person dem unbarmherzigen Schwert ausgesetzt wird, so offensichtlich ist die Herkunft aus dem Computer.

Zwar weder Ritter, noch eine Tafelrunde, aber ein Anfang

„King Arthur – Legend of the Sword“ ist ein roher Film, dem sein Macher einen unnachahmlichen Stempel aufdrückt. Das sorgt für einigen frischen Wind im Fantasy-Genre. Allerdings gibt es auch einige Kleinigkeiten, die einem ungehemmten Spaß im Weg stehen. Das größte Problem aber: Die Geschichte ist nicht abgeschlossen. Für den Erfolgsfall sind bereits sechs weitere Projekte in Planung, die das Ganze zu einem „Ritter der Tafelrunde“-Filmuniversum machen sollen – diese Figuren kommen in diesem Film dann auch deutlich zu kurz. Und das bräuchte „King Arthur – Legend of the Sword“ eigentlich nicht.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Charlie Hunnam und Jude Law sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Länge: 126 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: King Arthur – Legend of the Sword
USA/AUS 2017
Regie: Guy Ritchie
Drehbuch: Joby Harold, Guy Ritchie, Lionel Wigram
Besetzung: Charlie Hunnam, Jude Law, Eric Bana, Djimon Hounsou, Astrid Bergès-Frisbey, Aiden Gillen, Freddie Fox, Craig McGinlay, Tom Wu, Annabelle Wallis
Verleih: Warner Bros. Entertainment GmbH

Copyright 2017 by Matthias Holm

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2017 Warner Bros. Entertainment GmbH

 

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