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Pirates of the Caribbean – Salazars Rache: Eine letzte Fahrt – oder doch noch nicht?

23 Mai

Pirates of the Caribbean – Dead Men Tell No Tales

Kinostart: 25. Mai 2017

Von Matthias Holm

Fantasy-Abenteuer // 14 Jahre ist es inzwischen her, dass Johnny Depp als Captain Jack Sparrow in „Fluch der Karibik“ gegen untote Piraten antreten musste. Der Mix aus wunderschönen Schauplätzen, interessanter Mythologie und erinnerungswürdigen Figuren war so erfolgreich, dass bis 2011 drei Sequels folgten. Doch bereits Teil drei war vielen Zuschauern zu überladen und der vierte Film war schlichtweg langweilig. Skepsis war also angesagt, als ein fünfter Teil der Saga angekündigt wurde. Statt Gore Verbinski (Teil eins bis drei) und Rob Marshall (Teil vier) übernahmen die beiden Norweger Joachim Rønning und Espen Sandberg („Max Manus“, „Kon-Tiki“) die Regie.

Jack und seine „Black Pearl“

Jack Sparrow (Johnny Depp) ging es schon mal besser: Seine Crew steht nicht unbedingt loyal zu ihm und sein Schiff, die „Black Pearl“, ist als Buddelschiff in einer Flasche gefangen. Doch als er seinen magischen Kompass gegen Rum eintauscht, kommt es noch schlimmer – so wird der böse Captain Salazar (Javier Bardem) befreit. Den hat Jack in seiner Jugend in eine Falle gelockt, seitdem sinnt sein Geist auf Rache. Zum Glück stolpert Jack über den jungen Henry (Brenton Thwaits), der auf der Suche nach dem Dreizack von Poseidon ist, der sämtliche Flüche der See aufheben kann und so auch die Geister vertreiben würde. Wie es der Zufall so will, liegt die Karte zum Dreizack in den Händen der Forscherin Carina Smyth (Kaya Scodelario), die schon Bekanntschaft mit Henry gemacht hat.

Neue Helden braucht das Land

Leider gestaltet sich diese Schnitzeljagd eher überraschungsarm. Wie die eigentliche Geschichte ausgeht und welche Wendungen sie nimmt, ahnt jeder, der schon mal einen Film gesehen hat. Doch das war nie die Stärke des „Pirates of the Caribbean“-Franchises. Natürlich liefert ein Johnny Depp als Jack Sparrow seine gewohnt gute Performance, genauso wie Geoffrey Rush als Barbossa, eine weitere Konstante der Filme. Wer jedoch angenehm überrascht, sind die beiden Neuzugänge auf der Heldenseite: Brenton Thwaites („Hüter der Erinnerung – The Giver“, „Gods of Egypt“) und Kaya Scodelario („Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth“ & „… in der Brandwüste) ergänzen einander hervorragend und spielen sich in den Dialogen immer wieder gegenseitig die Bälle zu. Henry als abergläubischer Seefahrer, der schon den einen oder anderen Kontakt mit Geistern und dergleichen hatte, und Carina, die fest an die Wissenschaft und nicht an Magie glaubt – das sind interessante Gegensätze.

Carina und Henry kommen einander näher

Über jeden Zweifel erhaben ist Oscar-Preisträger Javier Bardem („No Country for Old Men“). Im Gegensatz zu Ian McShane, der den Bösewicht des vierten Teils mimte, geht von Bardem eine konstante Bedrohung aus, wenn er zum Beispiel in seinem Hass auf Piraten skrupellos Barbossas Crew dezimiert. Einen großen Anteil am Funktionieren dieser Szenen hat auch das Figurendesign. Salazar sieht so aus, als befinde er sich ständig unter Wasser, seine Abzeichen und Haare scheinen durch die Luft zu gleiten. Dazu fehlen ihm Hautfetzen im Gesicht, was sein bedrohliches Auftreten unterstreicht.

Salazar macht Jagd auf Jack

Ohnehin ist die Optik das größte Pluspunkt des Films. Wenn die Piraten durch eine karibische Hafenstadt fliehen oder Salazars Schiff wortwörtlich andere Segler verschlingt, ist das schlichtweg beeindruckend. Wie man es von dem Franchise aus dem Hause des Produzenten Jerry Bruckheimer dann auch gewohnt ist, gibt es Actionsequenzen, die absolut unrealistisch sind. Doch wo sich die anderen Filme in ihrem Bombast wälzten, ist sich „Salazars Rache“ stets bewusst, wie übertrieben das alles ist, und macht sich daraus das eine oder andere Späßchen.

Mal wieder eine Szene nach dem Abspann

Am besten ist der Film immer dann, wenn er die Fans des Franchises anspricht. Es gibt einige Momente, die darauf konzipiert sind, Gänsehaut zu verursachen, und die dies zuverlässig schaffen, ohne peinlich zu wirken. Als Beispiel sei Jacks Ernennung zum Captain erwähnt, bei der er verschiedene Gegenstände bekommt, die er immer noch herumträgt. Es gibt viele solche kleinen Verweise, unterlegt mit den nach wie vor großartigen Musikstücken des ersten Teils. Vor allem gelingt dem Action-Abenteuer etwas, das man ihm nicht zugetraut hätte – einen wirklich würdigen Abschluss. Wenn da nur nicht diese blöde After-Credit-Szene wäre …

Mach mal „Aaah“!

„Pirates of the Caribbean – Salazars Rache“ ist kein herausragendes Abenteuer wie der erste Teil. Und doch schafft er es, Captain Jack Sparrow und seiner Crew eine würdige letzte (oder vorletzte? Oder vorvorletzte?) Fahrt zu spendieren. Das Drehbuch hätte ruhig straffer sein können, aber sowohl die lieb gewonnen alten als auch die gelungenen neuen Figuren lassen es nie langweilig im Kino werden. Jo-hoo – und ‘ne Buddel voll Rum.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Johnny Depp sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Länge: 129 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: Pirates of the Caribbean – Dead Men Tell No Tales
USA 2017
Regie: Joachim Rønning, Espen Sandberg
Drehbuch: Jeff Nathanson, Terry Rossio
Besetzung: Johnny Depp, Javier Bardem, Brenton Thwaits, Kaya Scodelario, Geoffrey Rush, Kevin McNally, David Wenham, Stephen Graham
Verleih: Walt Disney Studios Motion Picture Germany

Copyright 2017 by Matthias Holm

Filmplakate, Fotos & Trailer: © 2017 Disney Enterprises Inc. All Rights Reserved.

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2 Kommentare

Verfasst von - 2017/05/23 in Film, Kino, Rezensionen

 

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2 Antworten zu “Pirates of the Caribbean – Salazars Rache: Eine letzte Fahrt – oder doch noch nicht?

  1. Stepnwolf

    2017/05/27 at 07:20

    Wenn man schon zwei neue Figuren einführt, die das Erbe von Bloom und Knightley annehmen, ist mit einer Fortsetzung des Franchise definitiv zu rechnen.

     
    • Matthias Holm (@MatzeHolm)

      2017/05/27 at 11:04

      Ich gehe ja auch davon aus. Mein Problem damit ist nur, dass das Ende des Films ein runder Abschluss für die alten und neuen Figuren wäre und man sich das mit neuen Teilen (vermutlich) kaputt machen würde. Aber der Rubel muss rollen

       

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