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Operation Chromite – Die Landung bei Incheon

17 Jun

In-cheon sang-ryuk jak-jeon

Von Volker Schönenberger

Kriegsdrama // „Operation Chromite“ lautete der Codename für die Landung bei Incheon, ein Unternehmen im Koreakrieg. Im September 1950 gelang es alliierten Truppen unter dem Kommando von General Douglas MacArthur, einen Brückenkopf hinter den weit in Südkorea vorgedrungenen nordkoreanischen Verbänden zu bilden. Es war die erste Wende in dem verlustreichen Konflikt, der 1953 ohne Friedensvertrag endete und die Teilung Koreas zementierte.

General MacArthur hat einen Plan

Die südkoreanische Produktion „Operation Chromite“ wartet mit Liam Neeson in der Rolle MacArthurs sogar mit einem klangvollen US-Namen auf. Der Hollywood-Star („Silence“) ist allerdings offenkundig in erster Linie angeheuert worden, um die Chancen auf eine internationale Vermarktung zu verbessern. Er hat nicht allzu viel Bildschirmzeit, seine Szenen fallen nicht groß ins Gewicht, verteilen sich aber immerhin über die gesamte Lauflänge. Am nachhaltigsten in Erinnerung bleibt ein arg pathetischer Monolog, in dem MacArthur seine Motivation für die Operation begründet. Nicht gerade Neesons größte schauspielerische Glanzleistung, vielleicht war er mit dem typisch koreanischen Pathos nicht vertraut. Es zieht sich durch den gesamten Film, verstärkt durch den getragenen Score.

Colonel Lim Gye-jin ahnt das Bevorstehende

Im Mittelpunkt steht ohnehin ein anderer Soldat: Der südkoreanische Marine-Lieutenant Jang Hak-soo (Lee Jung-jae), ein Überläufer Nordkoreas, führt eine Gruppe Soldaten in verdeckter Operation hinter die feindlichen Linien, um die Landung bei Incheon vorzubereiten. Die Spione bleiben jedoch nicht lange unentdeckt.

Zwei Todfeinde treffen aufeinander

Die schmerzhafte Teilung des Landes ist im südkoreanischen Kino permanent Thema, ob im Actionthriller „Shiri“ (1999), in Park Chan-wooks formidablem Militärdrama „JSA – Joint Security Area“ (2000) oder dem umstrittenen „Silmido“ (2003) um eine geheime Einheit südkoreanischer Todgeweihter, die für ein Attentat auf den nordkoreanischen Diktator Kim Il-sung rekrutiert werden. Beide Landesteile mussten und müssen aufgrund der Teilung viele Opfer bringen, das zieht sich auch durch die filmischen Beiträge. „Operation Chromite“ macht da keine Ausnahme, der Blutzoll ist hoch, gestorben wird auf drastische Weise, unvermittelt und nebenbei, selten auch mit erhabenem Pathos. Die südkoreanischen Spione ahnen, dass sie Teil eines Himmelfahrtskommandos sind, das kaum einer von ihnen überleben wird.

Lieutenant Jang Hak-soo ist aufgeflogen

Auf der Gegenseite gibt Lee Beom-su als nordkoreanischer Colonel Lim Gye-jin eine herrlich gnadenlose und diabolische Figur ab. Das macht „Operation Chromite“ zwangsläufig zu einer arg einseitigen Betrachtung der Auseinandersetzung und gibt Anlass zu Kritik. Damit muss man umgehen können, dann entfaltet der etwas in der Farbsättigung reduzierte „Operation Chromite“ aber seine nicht zu bestreitende Wirkung als wuchtiges Kriegsgemälde.

Die Landung beginnt

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Liam Neeson sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

MacArthur erweist einem Gefallenen die Ehre

Veröffentlichung: 20. Januar 2017 als Blu-ray und DVD

Länge: 111 Min. (Blu-ray), 106 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Koreanisch
Untertitel: Deutsch, Niederländisch
Originaltitel: In-cheon sang-ryuk jak-jeon
Internationaler Titel: Battle for Incheon – Operation Chromite
KOR 2016
Regie: John H. Lee
Drehbuch: Man-Hee Lee
Besetzung: Liam Neeson, Lee Jung-jae, Lee Beom-su, Jeong Jun-ho, Jin Se-yeon, Mathew Darcy, Sean Dulake, Justin Rupple
Zusatzmaterial: u. a. Wendecover
Vertrieb: Splendid Film / WVG Medien GmbH

Copyright 2017 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2017 Splendid Film / WVG Medien GmbH

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