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Pet – Wenn du etwas liebst, lass es nicht los: Im „Saw“-Keller fließt wieder Blut

24 Jun

Pet

Von Andreas Eckenfels

Horrorthriller // Für neun Dollar in der Stunde fristet Seth (Dominic Monaghan) sein Dasein im örtlichen Tierheim. Der soziale Außenseiter fühlt sich dort allerdings durchaus wohl, denn er versteht sich besser mit den eingesperrten Vierbeinern als mit seinen Mitmenschen. Als er zufällig Holly (Ksenia Solo) über den Weg läuft, nimmt Seth all seinen Mut zusammen und spricht seinen geheimen Schwarm aus Highschool-Zeiten an.

Seth trifft seine Jugendliebe wieder

Die Kellnerin und Hobby-Autorin kann sich zwar nicht an ihn erinnern, aber Seth lässt nicht locker: Er sendet ihr Blumen und informiert sich in den sozialen Netzwerken über Hollys Vorlieben. Als er sie schließlich an ihrem Arbeitsort besuchen kommt, um sie nach einem Date zu fragen, eskaliert die Situation. Obwohl Hollys Ex-Freund Eric (Nathan Parsons) auf ihn los geht, gelingt es Seth, das Tagebuch der jungen Frau zu entwenden. Die intimen Zeilen steigern jedoch nur noch Seths Obsession. Schließlich entführt der Stalker die hübsche Kellnerin und sperrt sie in einem selbstgebauten Käfig im Keller des Tierheims ein.

Kein normaler Entführungsthriller

Eigentlich klingt die Prämisse des zweiten Spielfilms des spanischen Regisseurs Carles Torrens („Apartment 143“) wie ein herkömmlicher Entführungsthriller. Ein liebeskranker Psychopath nimmt eine Frau nach mehreren Zurückweisungen kurzerhand gefangen. Soweit, so bekannt. Doch nach einiger Zeit wird klar, dass Drehbuchautor Jeremy Slater (Schöpfer der TV-Serie „Der Exorzist“) andere Absichten verfolgt: Bei Holly handelt es sich keinesfalls um eine normale Geisel. Die junge Frau verfügt über eine dunkle Vergangenheit und dreht das Täter-Opfer-Verhältnis bald gehörig zu ihren Gunsten um.

Holly kann sich an den Außenseiter nicht erinnern

Nachdem Torrens zu Beginn viel Zeit damit verbringt, den Zuschauern mehr über Seths Tagesablauf und Innenleben näherzubringen, inszeniert der Spanier seinen Horrorthriller in der zweiten Hälfte im Stil eines Kammerspiels. Dass dies auch trotz der Dialoglastigkeit sehr gut funktioniert, ist dem hervorragenden Zusammenspiel von „Der Herr der Ringe“-Star Dominic Monaghan und Ksenia Solo („Black Swan“, „Orphan Black“) zu verdanken. Besonders Monaghan gelingt es dabei erstaunlich gut, dass man trotz seiner Taten Sympathien für Seth entwickelt.

Kleine Überraschungen und ein bitterböses Ende

Der Keller, in dem Hollys Käfig steht, könnte einigen Horrrorfans übrigens bekannt vorkommen: Der Drehort in Los Angeles diente auch „Saw“ (2004) als Kulisse. So brutal wie im Torture-Porn-Klassiker von James Wan geht es in „Pet“ allerdings nicht zu. Dennoch gibt es ein paar wenige blutige Szenen, die die FSK-18-Freigabe durchaus rechtfertigen. Die Tiere im Heim müssen ja auch mal gefüttert werden.

Seth entführt Holly und hält sie wie ein Tier in einem Käfig

Zwar übertreibt es das Drehbuch ab und an mit ein paar unglaubwürdigen Wendungen. Dennoch sind es gerade diese kleinen Überraschungen in der Geschichte, die „Pet“ inklusive des bitterbösen, gleichwohl durchaus romantischen Endes zu einem spannenden Genrevertreter machen. Welche Stalker-Thriller oder Stalker-Horrorfilme könnt Ihr empfehlen?

Doch bald verliert der Kidnapper die Nerven

Veröffentlichung: 23. Juni 2017 als Blu-ray und DVD

Länge: 94 Min. (Blu-ray), 90 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Originaltitel: Pet
SP/USA 2016
Regie: Carles Torrens
Drehbuch: Jeremy Slater
Besetzung: Dominic Monaghan, Ksenia Solo, Jennette McCurdy, Da’Vone McDonald, Nathan Parsons, Janet Song, Sean Blakemore
Zusatzmaterial: Originaltrailer, Trailershow, Wendecover
Vertrieb: Pandastorm Pictures

Copyright 2017 by Andreas Eckenfels
Fotos & Packshot: © 2017 Pandastorm Pictures

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25 Antworten zu “Pet – Wenn du etwas liebst, lass es nicht los: Im „Saw“-Keller fließt wieder Blut

  1. Robert Jost

    2017/07/11 at 06:54

    Außer „Psycho“ kenne ich noch keinen der hier genannten, damit gibt’s zusätzlich zur eigentlichen Rezension wieder gleich noch ein paar nette Empfehlungen in den Kommentaren.

     
  2. Mike Hennig

    2017/07/09 at 20:05

    Es wurden hier ja schon richtig gute Vertreter im Genre genannt. Mir fällt spontan noch „Broken“ ein, der zwar sicher kein Meisterwerk, aber dennoch gut schaubar ist.

     
  3. Ralf

    2017/07/09 at 14:20

    Wenn man das Thema etwas weiter faßt, bleibt natürlich Hitchcocks „Psycho“ unerreicht, auch De Palmas „Dressed to Kill“ ist ein Klassiker. Und in der jüngeren Vergangenheit hat mir „The Guest“ sehr gut gefallen.

     
  4. Gleske Daniel

    2017/07/09 at 05:55

    IT FOLLOWS

     
  5. Gabor

    2017/07/08 at 15:48

    Strangers

     
  6. Daniela Schmitz

    2017/07/08 at 05:25

    Das ist ein sehr interessantes Thema und über Pet habe ich mich auch schon informiert.
    Wäre toll den Film mal zu sichten.
    Andere Stalker Filme die zu empfehlen wären, wären
    One Hour Photo mit Robin Williams, der hier schon genannt würde, aber keinesfalls fehlen darf
    Wahnsinnig verliebt – kein klassischer Stalker, aber erotomanie spielt eine große Rolle in diesem französischen Film. Die süße Audrey Tautou erweist sich hier als völlig verrückt
    Bessesen mit Mischa Karton, auch nicht ganz Stalker, sondern Psychothriller, aber immerhin hat die junge Dame einen Altar mit Devotional des Angebeteten daheim.

     
  7. Sascha Grunert

    2017/07/08 at 03:36

    The Resident

     
  8. Andreas Wesp

    2017/07/07 at 18:36

    One Hour Photo war für mich ein sehr guter Stalker Thriller.

     
  9. Dirk

    2017/07/07 at 18:30

    Der Fan mit Désirée Nosbusch war gerade mein erster Gedanke.

     
  10. Claudia benz

    2017/07/07 at 18:12

    Sleep tight und The Gift

     
  11. Steffens Gerrit

    2017/07/07 at 17:55

    Halloween 1 ..die Nacht des Grauens ist wohl ein Klassiker unter den Stalker Horrorfilmen😀

     
  12. Tomasz Kordula

    2017/07/07 at 17:52

    Mir fällt auf die Schnelle keiner an, aber ich bin mir sicher, dass ich ein paar kenne…

     
  13. Marion Fischer

    2017/07/07 at 17:43

    inside viel mir da sofort ein.

     
  14. Frank Hillemann

    2017/07/07 at 16:23

    Sleep Tight war wirklich beängstigend

     
  15. Sven Plog

    2017/07/07 at 15:12

    Qualitativ wurden die guten Beiträge ja schon genannt.
    Ich werfe aber als interessant noch The Strangers in den Raum.
    Im Grunde muss man den ersten Halloween ja auch nennen, geslasht wird ja eher ab Teil 2😱

     
  16. Robin Martin

    2017/07/07 at 15:01

    Ich nenn mal einen etwas unbekannteren Film, nämlich „Love To Kill“ aka “ Maniac 2″.

    Joe‘ Spinell liefert in dem leider etwas vergessenen Streifen wieder eine erschreckend gute Rolle als Stalker, Psychopathen ab.
    Das perfekt eingefangene Cannes Setting rundet den Film äußerts positiv ab.

    (Y) (Y) (Y)

     
  17. Jaqueline Schöttler

    2017/07/07 at 14:41

    Ich würde sagen
    When A Stranger Calls – Das Grauen kommt um 10 (1979) von Fred Walton und „Fear – Wenn Liebe Angst macht“
    Sind ganz gute Filme

     
  18. Ingo Maaßen

    2017/07/07 at 14:22

    Ich nenne mal 2 ältere Filme, die nicht exakt ins Genre passen, aber jeder mal gesehen haben sollte:

    Die Fratze (1971) von Peter Collinson
    When A Stranger Calls – Das Grauen kommt um 10 (1979) von Fred Walton

     
  19. Sebastian Graf

    2017/07/07 at 13:18

    Mich hat SLEEP TIGHT damals aus den Socken gehauen.
    Ich hab selten so was faszinierend-widerwärtiges gesehen. Der Film wirkt noch lange nach und ist auch darstellerisch, eine Klasse für sich!

     
  20. Jens Langer

    2017/07/07 at 13:00

    Ich find The Perfect Guy ganz gut

     
  21. Michael Behr

    2017/07/07 at 12:07

    Da fällt mir doch spontan der spanische Film „Sleep Tight“ ein. In dem geht es um einen Hausmeister, der einer jungen Frau hinterher steigt. Ein wirklich schöner Stalker-Thriller mit einigen sehr memorablen Szenen.

     
  22. TomHorn

    2017/07/07 at 10:01

    „Fear – Wenn Liebe Angst macht“ fand ich ganz gut. Auch klasse besetzt mit William Petersen, Mark Wahlberg und Reese Witherspoon in den Hauptrollen.
    Nicole verliebt sich in den charmanten und attraktiven David. Doch der erweist sich als wahnsinnig eifersüchtig. Sie macht zweimal mit ihm Schluss. Einmal zuviel für ihn…

     
  23. Petra Dietrich

    2017/07/07 at 09:16

    Mir fallen da eigendlich gleich 2 gute Stalking Filme ein, die mir lange in Erinnerung geblieben sind.
    Einmal eine gruselige Variante mit
    “ Don’t be afraid of the dark“
    wo kleine Wesen ein kleines Mädchen beobachten um ihr die Zähne zu rauben oder sie in ihr Reich mitzunehmen.

    Dann noch „The Gift “
    Der geht richtig unter die Haut.
    Fängt ganz unschuldig mit einem netten Pärchen an, denen es anscheinend sehr gut geht, tolle Wohnung, schickes Auto guter Job..
    Dann ist da plötzlich ein alter Schulfreund, sie verbringen einen netten Abend, eigendlich hört es sich nicht nach einem Stalker Film an.
    Aber danach geht es richtig los,……
    Weiter wird nicht gespoilert,
    nur eins , das Ende ist der Hammer.

     
  24. Filmschrott

    2017/07/07 at 09:00

    Da fällt mir direkt „One Hour Photo“ mit Robin Williams ein, der als Fotoentwickler ein junges Paar stalkt. Kann mich kaum noch an was erinnern. Müsste ich mal wieder gucken. Vielleicht dann im Double Feature mit „Pet“.

     
  25. Thomas

    2017/07/07 at 08:36

    Kap der Angst

     

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