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Archiv für den Monat Juli 2017

Angriff der Riesenkralle – Was ein hässlicher Vogel!

The Giant Claw

Von Andreas Eckenfels

Science-Fiction // „Datum: der 17. des Monats. Wetter: trübe, bedeckt. Zeit: 13.32 Uhr. Ein bedeutsamer Moment in der Menschheitsgeschichte. Der Moment, in dem ein Elektronikingenieur namens Mitch MacAfee etwas am Himmel entdeckte. Etwas, das beinahe der Anfang vom Ende allen Lebens auf dieser Erde war.“

Unheil im Anflug: Mitch und Sally trauen ihren Augen nicht

Wie so häufig in den B-Movies der 1950er-Jahre schwört zu Beginn ein Off-Kommentator die Zuschauer mit unheilschwangeren Worten auf das weitere Geschehen ein. Welches Grauen das Publikum allerdings bei „Angriff der Riesenkralle“ zu sehen bekommen sollte, darauf war niemand vorbereitet. Das unbekannte Flugobjekt mit der Größe eines Schlachtschiffes, welches Ingenieur Mitch MacAfee während eines Testflugs zu Gesicht bekommt, sorgte schon bei der Erstaufführung im Jahr 1957 zunächst für ungläubiges Staunen – und dann für großes Gelächter. Wie überliefert ist, sah auch ein Großteil der Filmcrew das Monster erstmals während der Premieren-Vorstellung. Mitch-Darsteller Jeff Morrow soll aus lauter Scham noch während der Vorführung den Kinosaal verlassen haben.

Riesenvogel aus dem All

Dabei hält Regisseur Fred F. Sears („The Werewolfׅ“) lange die Spannung aufrecht, was für ein seltsames Wesen Mitch gesehen haben will. Weder Offizier Edward Considine (Morris Ankrum) noch Analystin Sally (Mara Corday), mit denen Mitch zusammenarbeitet, schenken ihm zunächst Glauben. Das Geschöpf kann von keinem Radar erfasst werden, auch das Militär findet zunächst keinen Hinweis darauf, dass das unbekannte Flugobjekt wirklich existiert. Erst als sich merkwürdige Geschehnisse häufen, immer mehr Flugzeuge samt Piloten verschwinden und ganze Landstriche verwüstet sind, wird die Bedrohung ernst genommen. Das Monster ist zu Beginn nur als Schatten schemenhaft zu erkennen und gibt krächzende Laute von sich. Erst Fotoaufnahmen bringen Gewissheit: Es handelt sich um einen Riesenvogel aus dem All, welcher die Menschheit auslöschen will!

In der Einführung zum Film bezeichnet Dr. Rolf Giesen den Vogel als „Comic-Bussard“ und als eine „der schlimmsten Attrappen der Monsterfilmgeschichte“. Tatsächlich fällt einem beim ersten Anblick des Monsters die Kinnlade herunter. Der Vogel mit dem langen Hals, den großen Nüstern, den spitzen Krallen und dem kleinen Büschel Haare auf dem Kopf ist ein Wesen, welches wohl nur eine Mutter hübsch finden – geschweige denn lieben – kann. Wie es im Booklet-Text von Ingo Strecker heißt, wurde die Marionette aus Budgetgründen in zwei Varianten für Nah- und Fernaufnahmen vermutlich in Mexiko gefertigt. Eine Endkontrolle wurde wohl nicht vorgenommen.

Ausgewogener Speiseplan

Doch hat man sich an das Federvieh erst mal gewöhnt, besitzt es hohen Unterhaltungswert. Es ist wirklich ein Riesenspaß, dem Vogel dabei zuzusehen, wie er per Rückprojektion angeflogen kommt und schmatzend einen weiteren Piloten verschlingt, der sich mit einem Fallschirm retten wollte. Für eine ausgewogene Ernährung stehen aber auch mal ein paar Teenager auf dem Speiseplan – oder das Wesen krallt sich einfach einen kompletten Zug während voller Fahrt von den Schienen. Dass die Eisenbahn samt angehängten Waggons klar als Spielzeugmodell zu erkennen ist, sorgt dabei für zusätzliche Erheiterung.

Der Riesenvogel aus dem All fordert immer mehr Opfer

Ein großer Pluspunkt von „Angriff der Riesenkralle“ ist, dass es Regisseur Sears trotz des lächerlich wirkenden Monsters tatsächlich gelingt, die Bedrohung für die Menschheit größtenteils aufrechtzuerhalten. Der Riesenvogel stellt sich als äußerst hartnäckiger Zeitgenosse heraus. Selbst Atomwaffen zeigen bei ihm keinen Effekt. Während es sich der Vogel in New York bequem macht, versuchen Mitch und Sally verzweifelt, das Geheimnis des Wesens zu ergründen. Die erfahrenen Darsteller Jeff Morrow („Wenn die Ketten brechen“, „Metaluna IV antwortet nicht“) und Mara Corday („Tarantula“) liefern dabei eine solide Leistung ab.

Recycling aus Kostengründen

Falls euch ein paar Szenen aus anderen Filmen bekannt vorkommen, ist das kein Zufall: Bei der Zerstörung New Yorks und ein paar weiteren Sequenzen, bei denen Menschen panisch durch die Straßen rennen, nutzte Sears teilweise Material aus seiner eigenen Regiearbeit „Fliegende Untertassen greifen an“ (1956). Auch kurze Szenen aus „Dreißig Sekunden über Tokio“ (1944) und „Der Tag, an dem die Erde stillstand“ (1951) wurden aus Kostengründen recycelt.

Die bedrohliche Situation spitzt sich zu

Wie hoch der Film unter Genrefans im Kurs steht, zeigt auch das Ranking der US-Website Cinemassacre, auf der der „Angry Video Game Nerd“ sein Zuhause hat. Dort wurde das sympathisch-hässliche Federvieh auf der Liste der beliebtesten Riesenmonster noch vor Kultfiguren wie Godzilla, Gamera oder King Kong auf Platz 1 gewählt.

„Angriff der Riesenkralle“ kam nie in die deutschen Kinos und wurde erstmals 1996 auf RTL ausgestrahlt. Nun hat Anolis Entertainment dem unvergesslichen Monster innerhalb seiner „Die Rache der Galerie des Grauens“-Reihe einen optimalen Nistplatz in HD bereitet, von wo aus der Riesenvogel aus dem All weiter seine Kreise ziehen kann und für zahlreiche weitere herunterfallende Kinnladen sorgen wird.

Die Filme der Anolis-Reihe „Die Rache der Galerie des Grauens“:

01. Der Fluch des Dämonen (Night of the Demon / Curse of the Demon, 1957)
02. Planet der toten Seelen (War of the Satellites, 1958)
03. Schrei, wenn der Tingler kommt (The Tingler, 1959)
04. Ausgeburt der Hölle (The Beast with a Million Eyes, 1955)
05. Im Sumpf des Grauens (The Alligator People, 1959)
06. Das Grauen schleicht durch Tokio (Bijo to ekitai ningen, 1958)
07. Angriff der Riesenkralle (The Giant Claw, 1957)
08. Krieg im Weltenraum (Uchû daisensô, 1959)
09. ???
10. ???

Fieberhaft wird nach einer wirksamen Waffe gegen das Monster gesucht

Veröffentlichung: 13. April 2017 als 2-Disc-Edition (Blu-ray und DVD)

Länge: 74 Min. (Blu-ray), 71 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Engisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: The Giant Claw
USA 1957
Regie: Fred F. Sears
Drehbuch: Samuel Newman, Paul Gangelin
Besetzung: Jeff Morrow, Mara Corday, Morris Ankrum, Louis Merrill, Edgar Barrier, Robert Shayne, Morgan Jones
Zusatzmaterial: Audiokommentar mit Ingo Strecker und Thomas Kerpen, Audiokommentar mit Dr. Rolf Giesen, Uwe Sommerlad und Ivo Scheloske, Einleitung von Dr. Rolf Giesen über die Spezialeffekte, amerikanische Titelsequenz, spanische Titelsequenz, amerikanischer Kinotrailer, Super-8-Fassung, Bildergalerie, Booklet, Wendecover
Vertrieb: Anolis Entertainment GmbH

Copyright 2017 by Andreas Eckenfels
Fotos & Packshot: © 2017 Anolis Entertainment GmbH

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The Wicker Man – Christopher Lee und die Naturgötter

The Wicker Man

Von Volker Schönenberger

Horrordrama // Ihr, die Ihr einen Horrorfilm herkömmlicher Machart erwartet – lasst alle Hoffnung fahren! „The Wicker Man“ war schon zum Zeitpunkt seiner Entstehung Anfang der 1970er-Jahre kein typischer Gruselfilm und hatte beispielsweise mit den Produktionen des berühmten Studios Hammer Films wenig gemein. Zu sehr konzentriert er sich auf die Ermittlungen der Hauptfigur und die Porträtierung der skurillen Insulaner samt ihrer sonderbaren Sitten. Hinzu kommen ein paar abseitige Gesangseinlagen – Horror, wie wir ihn erwarten, sieht anders aus, zumal „The Wicker Man“ alles andere als blutig ist und kaum Gewalttaten zeigt. Allerdings kann religiöser oder pseudoreligiöser Wahn ja schreckliche Züge annehmen, und dann sind wir doch wieder beim Horror.

Was geht in Willows Kopf vor?

Sergeant Howie (Edward Woodward) von der West Highland Police Schottlands trifft mit dem Wasserflugzeug auf Summerisle ein. Ein anonymer Brief hat ihn auf die Hebriden-Insel geführt. Der Verfasser behauptet, ein zwölfjähriges Mädchen namens Rowan Morrison sei verschwunden. Die Insulaner erweisen sich als seltsames, verschlossenes Völkchen. Niemand will das Kind überhaupt gekannt haben. Selbst die vermeintliche Mutter May Morrison (Irene Sunters) behauptet, das Kind auf dem Foto, das dem Brief beilag, sei ihr unbekannt.

Heidnische Kulte haben ihren Reiz

Abends bemerkt Howie verstörendes Verhalten: Eine Schar von Menschen gibt sich schamlos einer Sexorgie im Freien hin, und er beobachtet vom Fenster seines Herbergszimmer eine Unterhaltung der Wirtstochter Willow (Britt Ekland) mit einem Unbekannten, der von einem Opfer spricht. Der Mann erweist sich am nächsten Tag als Lord Summerisle (Christopher Lee). Er ist der Besitzer der Insel und klärt den Polizisten darüber auf, wie sein Großvater dort einen heidnischen Kult um Naturgötter etablierte – eine schockierende Erkenntnis für den frommen Howie.

Sergeant Howie muss handgreiflich werden

Wenn „The Wicker Man“ auf sein konsequentes Finale zusteuert, nimmt das Geschehen groteske Züge an. Christopher Lee spielt all sein Charisma aus und ist sich nicht zu schade, in einem albernen Kostüm mit langer Perücke und weißer Schminke eine bizarre Prozession anzuführen, wenn es der Sache dient. Dem Vernehmen nach war ihm Lord Summerisle eine seiner liebsten Rollen. Ein Jahr später gab Lee den Schurken in „James Bond 007 – Der Mann mit dem goldenen Colt“. Als Bond-Girl: Britt Ekland.

Es wird bizarr

Für Regisseur Robin Hardy (1929–2016) markierte „The Wicker Man“ das Regiedebüt, dem allerdings lediglich zwei weitere Filme folgten: 13 Jahre später drehte er den kaum bekannten Thriller „The Fantasist“, 2011 dann mit „The Wicker Tree“ eine Fortsetzung seines Erstlings, die aber wenig Beachtung fand. 2006 inszenierte Neil LaBute („Nurse Betty“) ein von Nicolas Cage produziertes Remake mit Cage in der Rolle des Ermittlers. Hardy war von dem fertigen Film allerdings alles andere als angetan und bestand darauf, in den Credits nicht genannt zu werden.

Lord Summerisle hält eine flammende Rede

„Wicker“ bedeutet übrigens Korb oder Korbware. Gedreht wurde das Original in Dumfries and Galloway im Südwesten Schottlands. „The Wicker Man“ hat eine leidvolle Schnittgeschichte hinter sich. Da ich sie doch nur abschreiben könnte, weise ich stattdessen auf den Vergleich zwischen Kinofassung und Director’s Cut sowie den zwischen Kinofassung und Final Cut bei den Kollegen von „Schnittberichte“ hin. Die aktuelle Studiocanal-Veröffentlichung kommt auf DVD nur mit dem Final Cut daher, die Blu-ray-Version hingegen enthält auf zwei Discs alle drei Schnittfassungen. Historisch bedingt schwankt die Bildqualität stark, auch innerhalb der jeweiligen Version. Perfektes HD-Bild sollte speziell beim Director’s Cut niemand erwarten. Da „The Wicker Man“ anscheinend nie synchronisiert worden ist, gibt es keine deutsche Tonspur. Nicht davon abschrecken lassen – wir haben es mit einem Kleinod des englischen Kinos zu tun, das geeignet ist, aufgeschlossenen Zuschauern einen so betörenden wie verstörenden Filmabend zu bescheren. Wie Sergeant Howie in der so unbehaglichen wie undurchsichtigen Atmosphäre auf Summerisle nach und nach das Puzzle zusammensetzt und sich schließlich auf der richtigen Fährte wähnt – das lässt am Ende doch frösteln.

Der „Wicker Man“ soll brennen …

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Christopher Lee sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

… und tut es auch

Veröffentlichung: 20. Juli 2017 als 2-Disc Final Cut Collector’s Edition Blu-ray und Final Cut Edition DVD

Länge: 93 Min. (Blu-ray, Final Cut), 100 Min. (Blu-ray, Director’s Cut), 88 Min. (Blu-ray, Kinofassung), 91 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: The Wicker Man
GB 1973
Regie: Robin Hardy
Drehbuch: Anthony Shaffer
Besetzung: Edward Woodward, Christopher Lee, Diane Cilento, Britt Ekland, Ingrid Pitt, Aubrey Morris, Walter Carr, Lindsay Kemp, Russell Waters, Irene Sunters, Ian Campbell
Zusatzmaterial: Der Kult um „The Wicker Man“, Die Musik, Interview mit Robin Hardy, Die Restaurierung, Trailer
Vertrieb: Studiocanal Home Entertainment

Copyright 2017 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2017 Studiocanal Home Entertainment

 
 

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Undisputed IV – Boyka Is Back: Scott Adkins prügelt wieder

Boyka – Undisputed IV

Von Volker Schönenberger

Action // „Undisputed – Sieg ohne Ruhm“ (2002) wies klangvolle Namen auf: Mit Walter Hill („The Warriors“, „Red Heat“) saß ein Action-Spezialist erster Güteklasse auf dem Regiestuhl, Wesley Snipes und Ving Rhames schlugen sich die Köpfe ein, Peter Falk und Michael Rooker waren auch dabei. In der Folge entstand ein Franchise, das darauf beruhte, dass der Antagonist des Vorgängers zum Protagonisten der Fortsetzung wurde. Der von Rhames verkörperte George „Iceman“ Chambers wurde in „Undisputed 2“ allerdings von Michael Jai White verkörpert. Auftritt Yuri Boyka (Scott Adkins) als Kontrahent, der folgerichtig in „Undisputed 3“ zur Hauptfigur avancierte.

Koshmar – ein Albtraum für jeden Gegner

„Undisputed IV – Boyka Is Back“ verrät es schon im Titel: Diesmal bleibt der Protagonist des Vorgängers als Hauptfigur erhalten. Kein schlechter Schachzug, wenn man bedenkt, dass sich Scott Adkins („Hard Target 2“) dank seiner Fähigkeiten in Taekwondo und Kickboxen zu einem der angesagtesten Kampfsport-Actionstars der jüngsten Zeit gemausert hat. Gelegentlich wird er sogar in kleinen Nebenrollen bedeutsamer Kinoproduktionen gebucht, etwa in „Zero Dark Thirty“ (2012) und „Doctor Strange“ (2016). Zu großen Parts in solchen Filmen wird es wohl nicht langen, dafür reicht seine Schauspielkunst nicht aus, aber wenn Schuster Adkins bei seinen Martial-Arts-Leisten bleibt, erfreut er damit mehr als genug Actionfans.

Mal wieder Tod im Ring

Das wird er auch mit dem vierten Teil der „Undisputed“-Reihe tun, auch wenn der sich an einem üblichen Schema des Kampfsport-Genres entlanghangelt: Zu Beginn tötet Boyka im ungarischen Budapest im Ring seinen Gegner. Von Gewissensbissen geplagt, reist er mit gefälschtem Pass in den russischen Heimatort des Toten, um seine Gage der Witwe Alma (Teodora Duhovnikova) zu überlassen – und das, obwohl er als flüchtiger Häftling in Russland gesucht wird (siehe „Undisputed 3“). Alma lehnt verbittert ab, arbeitet die Schulden ihres Mannes beim Gangster Zourab (Alon Aboutboul) lieber leicht bekleidet in dessen Nachtclub ab. Um die Witwe auszulösen, bietet Boyka Zourab drei Kämpfe an. Unter anderem wartet Zourabs lokaler Champion Igor Kazmir (Brahim Achabbakhe) auf Boyka. Und dann ist da noch ein Monstrum namens Koshmar (Martyn Ford), zu Beginn des Films als gnadenloser Killer im Ring eingeführt, an Ketten und mit Maske – zum Schutz der Bewacher – in den Ring geführt. „Koshmar“ ist Russisch für „Albtraum“ – dem Typen möchte in der Tat niemand im Schlaf begegnen.

Yuri Boyka träumt von …

„Doch dann hat Gott mir den Weg gezeigt.“ Puh – Mitte des Films legt das Drehbuch Boyka starken Tobak in den Mund. Sein an Alma gerichteter Monolog ist ein peinlicher Tiefpunkt des Films, umso mehr dank der tiefergelegten Stimme des deutschen Synchronsprechers. Aber wir wissen ja, dass man hier keine ausgefeilte Emotionalität findet, und zum Glück geht dieser unfreiwillig komische Moment schnell vorbei, sodass wir uns aufs Wesentliche konzentrieren können: die handfesten und auch hierzulande ungekürzten Kampfszenen. Sie sind knackig choreografiert und geschnitten, wobei ich mich bei solcher Art Kampfsport-Action jedes Mal frage, wie die Athleten solche Schläge wegstecken würden – ich wäre schon nach dem ersten Volltreffer ohne Zähne und Unterkiefer in der Bewusslosigkeit versunken. Aber solche over the top inszenierte Martial-Arts-Action wollen wir ja sehen – wir bekommen sie im Übermaß geboten. Da spritzt das Blut im Schlepptau des herausgeschlagenen Mundschutzes nur so aus dem Gesicht. Genau das Richtige für Mamas Sohn – und für Freunde des „Undisputed“-Franchises ebenfalls, zumal die Schauspieler/Stuntmen als Boykas Gegner gut ausgesucht wurden und ihr Metier beherrschen. Es musste wenig getrickst werden.

Boyka verschlägt es außerhalb der Knastmauern

Dreimal war der Film bereits für eine deutsche Veröffentlichung angekündigt, erstmals war September 2016 angepeilt. Weshalb es drei Verschiebungen gab, soll uns nicht kümmern, Hauptsache, es klappt mit dem 1. August 2017. Anders als die drei Vorgänger spielt sich die Handlung in erster Linie außerhalb von Gefängnismauern ab. Ob sich Puristen der Reihe daran stören werden? „Undisputed IV – Boyka Is Back“ ist auch in Freiheit ein Fest der Kampfsport-Action. Adkins hat’s drauf!

… großen Siegen und …

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Scott Adkins sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

… hat zu Gott gefunden

Veröffentlichung: 1. August 2017 als Blu-ray im Steelbook und DVD

Länge: 90 Min. (Blu-ray), 86 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
Originaltitel: Boyka – Undisputed IV
BUL 2016
Regie: Todor Chapkanov
Drehbuch: Boaz Davidson (Story), David N. White
Besetzung: Scott Adkins, Teodora Duhovnikova, Alon Aboutboul, Julian Vergov, Brahim Achabbakhe, Paul Chahidi, Petio Petkov, Valentin Ganev, Martyn Ford
Zusatzmaterial: Behind the Scenes, Interview mit Cast & Crew, B-Roll (alles OV)
Vertrieb: EuroVideo Medien GmbH

Copyright 2017 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2017 EuroVideo Medien GmbH

 

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