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Ernest Borgnine (IV): Geheimcode Wildgänse – Im Dschungel geht’s mal wieder hoch her

20 Jul

Geheimcode Wildgänse

Von Volker Schönenberger

Kriegs-Action // Ernest Borgnine, Lee van Cleef, Klaus Kinski, Lewis Collins – der Schweizer Produzent Erwin C. Dietrich ließ 1984 seine Kontakte spielen, um dem italienischen Regisseur Antonio Margheriti eine gute Besetzung zu bescheren. Bemerkenswert, dass das für einen Film wie „Geheimcode Wildgänse“ möglich war – aber in den 80ern waren sich manche Stars selbst für politisch unkorrekte Söldner-Exploitation nicht zu schade.

Söldner-Einsatz im Goldenen Dreieck

Lewis Collins spielt Captain Robin Wesley, der eine Schar Söldner anführt, darunter Klein (Manfred Lehmann) sowie Arbib (Thomas Danneberg), der nach einer missglückten Übung mit der Folge eines Schwerverletzten nicht gut auf seinen Boss zu sprechen ist. Wesleys Hongkong-Kontaktmänner Walter Brenner (Hartmut Neugebauer) und Charlton (Klaus Kinski) vermitteln den Söldnern einen Auftrag der US-Drogenbehörde DEA, vertreten durch Frank Fletcher (Ernest Borgnine). Es gilt, im Goldenen Dreieck von Indochina den großen Drogenstützpunkt von General Lao Khan (Protacio Dee) zu zerstören. Anfangs läuft alles nach Plan.

Von 1985 bis 2013 befand sich „Geheimcode Wildgänse“ auf dem Index. Nach der Listenstreichung erhielt der Söldner-Actioner in ungeschnittener Form sogar eine Altersfreigabe ab 16 Jahren. Nach heutigen Maßstäben ist das völlig gerechtfertigt. Zwar haben wir es mit selbstzweckhafter Gewalt zu tun, dennoch wirkt alles harmlos genug und nicht angetan, 16-Jährige nachhaltig zu verstören. Die Story dient trotz einiger Wendungen lediglich als Aufhänger, den Zuschauern reichlich Schusswechsel, Explosionen und sonstiges Gemetzel zu präsentieren.

Synchronsprecher als Schauspieler

Eine namhafte Riege deutscher Synchronsprecher tummelt sich in „Geheimcode Wildgänse“ unter den Darstellern: Manfred Lehmann (Stimme u. a. von Bruce Willis, Gérard Depardieu, Dolph Lundgren, Kurt Russell, James Woods), Thomas Danneberg (Arnold Schwarzenegger, Sylvester Stallone, John Travolta), Frank Glaubrecht (Pierce Brosnan, Kevin Costner, Al Pacino), Hartmut Neugebauer (Gene Hackman, John Goodman, Robbie Coltrane) und Wolfgang Pampel (Harrison Ford, Larry Hagman) kennen wir als Stimmen großer Stars. Das Engagement in anspruchsloser Action wie dieser sei ihnen gegönnt. Ob die Gage höher lag als für ihre Sprecher-Jobs? „Geheimcode Wildgänse“ hatte seinen bundesdeutschen Kinostart am 5. Oktober 1984, wenige Wochen später habe ich ihn als Teenager geschaut und war ganz angetan. Bei der erneuten Sichtung habe ich mich ebenfalls gut unterhalten gefühlt, aber richtig toll ist das natürlich nicht. Das Lexikon des internationalen Films findet „Geheimcode Wildgänse“ unerträglich in seinem pausenlosen Gemetzel. Das kann man so sehen, manche Actionfans wird eine solche Verdammung eher anlocken.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Antonio Margheriti sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme mit Ernest Borgnine, Lee Van Cleef und Klaus Kinski in der Rubrik Schauspieler.

Veröffentlichung: 2. Dezember 2014 als Teil der „The Ultimate Mercenary Collection“ (6 Blu-rays bzw. DVDs), 13. Mai 2014 als Blu-ray und DVD, 24. Mai 2013 als 2-Disc Mediabook (Blu-ray & DVD, auf 1.000 Exemplare limitiert) in zwei Covervarianten, 1. September 2003 & 6. November 2001 als DVD

Länge: 101 Min. (Blu-ray), 97 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch, Italienisch, Spanisch, Französisch
Untertitel: keine
Originaltitel: Geheimcode Wildgänse
IT/BRD 1984
Regie: Antonio Margheriti (als Anthony M. Dawson)
Drehbuch: Michael Lester
Besetzung: Lewis Collins, Lee van Cleef, Ernest Borgnine, Klaus Kinski, Manfred Lehmann, Mimsy Farmer, Thomas Danneberg, Frank Glaubrecht, Wolfgang Pampel, Hartmut Neugebauer, Protacio Dee
Zusatzmaterial: Original-Kinotrailer, Promoversion „Geheimcode Wildgänse“ (24:34), Featurette „Söldner Stories“ (27:54), „Manfred Lehmann: Stirb langsam auf den Philippinen“ (Interview von 2001, 14:24), „Thomas Danneberg: Södlner und Synchronstar“ (17:08), Interview mit Hartmut Neugebauer (3:49), Interview mit Klaus Kinski (13:01), Original Film Soundtrack, Fotogalerie, „Mädchen, Machos und Moneten“ (ROM-Teil), Trailershow, Wendecover mit alternativem Motiv
Vertrieb: Universum Film

Copyright 2017 by Volker Schönenberger

Packshot Blu-ray: © 2014 Ascot Elite Home Entertainment, Packshots Mediabook: © 2013 NSM Records

 

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