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Lake Bodom – Mörderisches Treiben am See

28 Jul

Bodom

Von Volker Schönenberger

Horrorthriller // In der Nacht vom 4. auf den 5. Juni 1960 zelteten vier Jugendliche am Bodominjärvi (Bodom-See), einem Binnengewässer in der Nähe der finnischen Hauptstadt Helsinki. Am nächsten Morgen waren drei von ihnen tot – zwei 15-jährige Mädchen und ein 18-jähriger Junge. Die drei wurden auf außergewöhnlich brutale Weise erschlagen und erstochen. Der vierte im Bunde, ebenfalls ein 18-Jähriger, überlebte mit schweren Verletzungen. Er gab an, das Quartett sei von einem Mann überfallen worden. Der Täter wurde jedoch nie gefasst. Nach der Jahrtausendwende führte eine Wiederaufnahme der Ermittlungen zu einer Mordanklage gegen den überlebenden jungen Mann, mittlerweile ein gealterter Familienvater. Die gerichtliche Untersuchung führte jedoch zu einem Freispruch mit der Begründung, die Tat sei von einem anderen verübt worden.

Geht’s hier zum See?

Die finnische Melodic-Death-Metal-Band „Children of Bodom“ benannte sich 1997 nach dem tragischen Ereignis und thematisierte das Geschehen in diversen Songs. In der 2015 erschienenen zweiten Ausgabe der übrigens lesenswerten deutschen True-Crime-Zeitschrift „Crime“ ist der Fall ausführlich aufgearbeitet worden.

Camping-Ausflug an den See des Todes

Gleich vorweg: „Lake Bodom“ nimmt sich Zeit, hat gerade zu Beginn viele ruhige Momente, verzichtet in etlichen Sequenzen auf musikalische Untermalung. Diese zurückgenommene Erzählweise ist positiv zu werten, mag aber manchem Horrorfan übel aufstoßen. Der Film versucht gar nicht erst, die realen Ereignisse nachzustellen, den Bezug zur 1960er-Bluttat stellen gleich zu Beginn Texteinblendungen her. Nach zwei kurzen Szenen, die aufgrund des Aussehens der Figuren vermuten lassen, dass sie in der Zeit der Bluttat spielen, folgt schnell der Wechsel ins Hier und Heute. Wir lernen Elias (Mikael Gabriel) und Atte (Santeri Helinheimo Mäntylä) kennen, die zu einem Zeltausflug an den Bodom-See aufbrechen und dazu Ida-Marie (Nelly Hirst-Gee) und Nora (Mimosa Willamo) eingeladen haben. Noch ahnen die beiden jungen Frauen nicht, welche Absichten Elias und Atte verfolgen. Ida trägt dabei böse Erinnerungen aus der jüngsten Vergangenheit mit sich herum.

Der Abend beginnt noch ganz angenehm

Ein Horrorfilm mit jungen Leuten am See – das klingt nach Schema-F-Slasher-Ware. Doch weit gefehlt: Kaum, dass die Handlung auf blutige Weise Fahrt aufnimmt, kommt es bereits zu einer Wendung, die die Erwartungshaltung völlig auf den Kopf stellt. Und es wird bis zum heftigen Terror-Finale nicht die einzige bleiben. Da wir uns in Finnland befinden, ist für jede Menge schöne Wald-Atmosphäre gesorgt. Ein paar gezielt und nicht inflationär eingesetzte Jump-Scares bringen Schock-Momente. Und wenn am Ende nicht alle Fragen beantwortet sind, wird sich daran hoffentlich kaum jemand stören.

Genre-Highlight ganz ohne Horror-Erfahrung

Kurz mal auf die Filmografie des Regisseurs Taneli Mustonen geschaut, was sich da wohl noch für Perlen verbergen: Aber bis auf die Kinderbuchverfilmung „Ella und das große Rennen“ (2012) hat es anscheinend keine seiner überschaubaren Regiearbeiten aus Finnland herausgeschafft. Mit „Lake Bodom“ erweist er sich wie aus dem Nichts als versierter Horrorfilmer, der bekannte Versatzstücke des Slashergenres nutzt, einen ganz und gar eigenständigen und wendungsreichen Schocker zu inszenieren, der als echtes Highlight und Bereicherung des Genres ins Ziel geht. Welche finnischen Horrorfilme könnt Ihr empfehlen?

Elias ist zu dummen Scherzen aufgelegt

Veröffentlichung: 27. Juli 2017 als Blu-ray und DVD

Länge: 85 Min. (Blu-ray), 82 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Finnisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Bodom
FIN/EST 2016
Regie: Taneli Mustonen
Drehbuch: Aleksi Hyvärinen, Taneli Mustonen
Besetzung: Nelly Hirst-Gee, Mimosa Willamo, Mikael Gabriel, Santeri Helinheimo Mäntylä, Pirjo Moilanen, Ilkka Heiskanen, Sami Eerola, Oso Ahosola, Ville Saksela, Tommi Korpela
Zusatzmaterial: deutscher und finnischer Trailer, Teaser, Reaction-Video (21 Sek.), Hinter den Kulissen (84 Sek.), Trailershow
Vertrieb: Koch Films

Copyright 2017 by Volker Schönenberger

Bald geht es mörderisch zu

Fotos & Packshot: © 2017 Koch Films

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26 Antworten zu “Lake Bodom – Mörderisches Treiben am See

  1. Marcus

    2017/09/10 at 16:36

    Ich kenne keinen finnischen Horrorfilm ….. eine BluRay wäre klasse

     
  2. Jürgen Feger

    2017/09/10 at 10:07

    Skeleton Crew ist überraschend gut.
    Sauna – Wash your sin ging so.
    Lake Bodom kenne ich bisher noch nicht, aber der Film würde mich sowas von interessieren.

    Bei Gewinn würde ich mich über eine BluRay sehr freuen.

     
  3. Sindy

    2017/09/10 at 09:26

    Empfehlen kann ich den finnischen Horrorfilm „Dark Floors“.

     
  4. Jan

    2017/09/08 at 22:24

    Kenne auch nur Rare Exports – und hätte darauf verzichten können…

     
  5. Christoph Blahowetz

    2017/09/05 at 04:40

    Ich kenne auch nur Rare Exports. Freue mich über Blue ray, sammle aber auch DVDs.

     
  6. TomHorn

    2017/09/04 at 19:01

    Ich kenne da nur „Rare Exports“, den ich auch nicht so dolle fand.
    Und ich bin nicht wählerisch…;)

     
  7. Björn

    2017/09/04 at 12:28

    Finnische Horrorfilme? Konnte mich im ersten Moment an keinen erinnern… im zweiten Moment auch nicht. Bis ich mich schliesslich im Dunkel meiner Gehirnwindungen schwach einen Film erinnerte, der aus dem hohen Norden stammte. Aber kam der wirklich aus Finnland. Da musste Google meinem Hirn Hilfestellung leisten und siehe da er kam tatsächlich aus Finnland. Der Film, den ich meinte hat den Titel DARK FLOORS und (lustigerweise) kommen dort auch die Rocker LORDI drin vor, die mal den ESC-Titel gewonnen haben. Als Fan von Teen-Slashern würde mich LAKE BODOM aber mehr als interessieren – da schon seit Längerem kein wirklich toller Streifen aus diesem Gebiet erschienen ist. Und LAKE BODOM verspricht mit seinem Trailer da schon sehr viel und macht mir echt Hoffnung auf einen gut gemachten, wendungsreichen Teen-Slasher. Würde mich echt freuen, wenn mich davon mittels einer Blu-Ray persönlich überzeugen könnte 😉

     
  8. Ralf

    2017/09/03 at 08:28

    Ganz klar „Sauna“. „Rare Exports“ fand ich dagegen enttäuschend.

    (DVD)

     
  9. Dirk

    2017/09/02 at 20:07

    Ich kenne da eigentlich auch nur „Rare Exports“. Von „Bunny und sein Killerding“ hab ich schon gehört, aber den muss ich glaub ich nicht sehen.

     
  10. Andi N

    2017/09/02 at 11:53

    Auf Anhieb fällt mir da nur Rare Exports ein, den finde ich aber echt unterhaltsam. Würde mich sehr über die Blu Ray freuen

     
  11. Adrian

    2017/09/01 at 18:05

    Ich habe bisher noch keinen Horrorfilm aus Finnland gesehen. Falls ich die DVD oder BR gewinnen sollte ändert sich das natürlich. Interessant klingt der Film auf alle Fälle.

     
  12. Schachtschabel

    2017/09/01 at 16:40

    Ehrlich gesagt, weiß ich nun nicht aus dem Greif,ob ich einen kenne
    Lass mich aber gerne überzeugen, denn ich mag die amerikanischen Horrorfilme lieber

     
  13. Andreas Wesp

    2017/09/01 at 16:15

    Eigentlich nur Sauna und Dark Floors.

     
  14. Christoph Streuli

    2017/09/01 at 12:59

    Ich finde ‚Lake Bodom‘ bisher den besten Horror-Export aus Finnland.
    -> Hopefully more to come…!
    Im Zweifelsfall DVD, würde mich aber über sowohl als auch freuen.

     
  15. florian

    2017/09/01 at 10:38

    Ich habe vom film nur gehört das er auf wahren begebenheiten basiert. den würde ich so gern sehen.

     
  16. Mike Hennig

    2017/09/01 at 10:38

    Ich kenne zwar den oder anderen finnischen Kriegsfilm, ala Winterkrieg, Beyond the Frontline oder auch Schlacht um Finnland, jedoch leider noch keinen Horrorfilm aus diesen Landen. Das würde ich mit dem vorliegenden Film, vorzugsweise auf Blu ray, gern ändern. Danke für dieses tolle Gewinnspiel dazu.

     
  17. Mike Lipinski

    2017/09/01 at 09:59

    Kenne keine finnischen Horrorfilme. Mit dem Gewinn dieser Blu-Ray würde ich das gern ändern.

     
  18. Filmschrott

    2017/09/01 at 09:26

    Ist „Rare Exports“ aus Finnland? Sonst fällt mir keiner ein. Würde die Blu bevorzugen, aber DVD tuts auch.

     
  19. Dirk Busch

    2017/09/01 at 09:03

    Zu Finnischen Horrorfilmen fällt mir so auf Anhieb nur Snuff Massacre ein.

     
  20. Sven Plog

    2017/09/01 at 07:50

    Horror aus Finnland ist ja doch eher selten.
    Genre unabhängig ist aber Metalhead ein grandioses Stück Film.

    Sollte ich Glück haben und Gewinnen wäre die Blu Ray super.

    Lg

     
  21. Claudia benz

    2017/09/01 at 07:38

    Bunny und sein killerding😂😂😂😂

     
  22. Tomasz Kordula

    2017/09/01 at 07:14

    Kenne keine finnischen Horrorfilme, aber ich kann was norwegisches empfehlen:
    Cold Prey 1 + 2 (Teil 3 war durchschnittlich).
    Ja, ich weiß, dass das keinen Zusammenhang hat. ^^

     
  23. Henrik Riedel

    2017/09/01 at 06:22

    Kenne diesen Film noch nicht klingt aber sehr interressant egal ob DVD oder blue ray bin da nicht so wählerisch.

     
  24. Sebastian Graf

    2017/09/01 at 06:18

    Nach längerem überlegen sind mir zwar dänische und schwedische, aber keine finnischen Filme eingefallen, die ins Genre passen.
    Sollte ich dennoch gewinnen, würde ich mich über die BluRay freuen.

     
  25. Sascha Dubrau

    2017/09/01 at 05:41

    Da fallen mir als finnische Horrorfilme zum einen „Dark Floors“ und “ It came from the Desert“ ein.
    Meiner Meinung nach beides klasse Streifen !

    Mir ist es egal ob Bluray oder DVD ..Wäre an beidem interessiert !

     
  26. Mary Ebert

    2017/09/01 at 05:30

    Der einzige Film der mir einfällt ist „Rare Export – Eine Weihnachtsgeschichte“ 🙂
    Im Falle eines Gewinns, würde ich zur DVD tendieren.

     

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