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Den Geiern zum Fraß – Die ewige Jagd nach dem Gold

09 Aug

All’ultimo sangue

Von Volker Schönenberger

Western // Eine Postkutsche rast über einen staubigen Weg, verfolgt von einer Schar Reiter. Es ist die Bande von Billy Gunn (Giovanni Cianfriglia), die das Fahrzeug schließlich stoppt und sich eine volle Kiste mit Goldmünzen unter den Nagel reißt. Doch die Beute ist nur Mittel zum Zweck für einen weitaus größeren Coup: Die Gangster verkleiden sich als Soldaten und dringen unter dem Vorwand, das Gold deponieren zu wollen, in die Bank ein, in der eine mit 500.000 Dollar prall gefüllte Kriegskasse der Armee nur darauf wartet, geraubt zu werden.

Zack!

Captain Clive Norton (Graig Hill) erhält den Auftrag, die Beute zurückzuerobern. Dazu benötigt er die Hilfe des berüchtigten El Chaleco (Ettore Manni). Der Haken daran: El Chaleco sitzt hinter Gittern und soll alsbald aufgehängt werden – Norton selbst hatte ihn geschnappt. Eine waghalsige Befreiungsaktion später müssen sich die beiden erst einmal zusammenraufen, bevor es daran geht, Billy Gunn und dessen Spießgesellen dingfest zu machen.

Zügig heruntergekurbelt

Schon der klassische Western hat bis tief in die 60er-Jahre hinein eine kaum zu ermittelnde Vielzahl an Produktionen hervorgebracht. Seine europäische Weiterentwicklung Italowestern steht dem kaum nach. Von den Glanzlichtern der Gattung ist „Den Geiern zum Fraß“ ein gutes Stück entfernt, aber als Fan des Genres kann man sich auch mit dessen Dutzendware gut anfreunden. Story von der Stange, reichlich Geballer und Prügelei, schmissiger Soundtrack und viele Tote – man sieht solchen Filmen an, dass sie zügig abgedreht worden sind, das ist auch bei „Den Geiern zum Fraß“ der Fall. Zeit kann man sich als Regisseur auch sparen, indem man einfach Material anderer Filme einbaut, wie etwa die Anfangssequenz.

Norton kriegt auch was ab

Wie sich die Handlung entwickelt, hängt vielfach von Zufällen ab – gerade angesichts des häufigen Bleihagels, denen rein zufällig Protagonisten und Antagonisten bis zum Finale eben nicht zum Opfer fallen. Und ob es sinnhaft ist, wer da mit wem weshalb eine Allianz eingeht, darüber brauchen wir uns auch nicht den Kopf zu zerbrechen. „Den Geiern zum Fraß“ fährt anständig Action auf – daher bleibt die Langeweile draußen. Kein Pflichttitel für Italowestern-Sammlungen, aber in der Reihe „Westernhelden“ von Koch Films gut aufgehoben. Das Featurette „Bis zum letzten Tropfen Blut“ im Bonusmaterial bringt ein paar interessante Erkenntnisse über die Entstehung zum Vorschein.

Messerkampf im Schlamm

Die Filme der Reihe „Westernhelden“:

01. Rocco – Der Mann mit den zwei Gesichtern (Sugar Colt, IT/SP 1966)
02. Pistoleros (All’ombra di una colt, IT/SP 1965)
03. Verflucht, verdammt und Halleluja (E poi lo chiamarono il magnifico, IT/F 1972)
04. Den Geiern zum Fraß (All’ultimo sangue, IT 1968)

In misslicher Lage

Veröffentlichung: 10. August 2017 als 2-Disc Edition „Westernhelden“ #04 (Blu-ray & DVD)

Länge: 98 Min. (Blu-ray), 95 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Italienisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: All’ultimo sangue
IT 1968
Regie: Paolo Moffa
Drehbuch: Enzo Dell’Aquila
Besetzung: Craig Hill, Ettore Manni, Giovanni Cianfriglia (als Ken Wood), José Greci, Francesco Santovetti, Luciano Doria, Pino Patti, Ruggero Salvadori, Alberto Bucchi, Silvano Zuddas
Zusatzmaterial: Deutsche Kinofassung (95 Min.), englischer Trailer, Featurette „Bis zum letzten Tropfen Blut“ (Interview mit Kameramann Franco Villa und Westernexperte Fabio Melelli, 18 Min.), Bildergalerie
Vertrieb: Koch Films

Copyright 2017 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2017 Koch Films

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