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Horror für Halloween (VII): Schwarzer Freitag – Den Gangster im Kopf

08 Okt

Black Friday

Von Volker Schönenberger

SF-Horror // Von „Die schwarze Katze“ (1934) bis „Der Leichendieb“ (1945) standen Boris Karloff und Bela Lugosi für acht Filme zusammen vor der Kamera. Im 1940 uraufgeführten „Black Friday“ allerdings haben die beiden Horror-Ikonen keine gemeinsamen Szenen. In Deutschland lief der Film nie im Kino, erst spät unter dem Titel „Schwarzer Freitag“ im Fernsehen. Die bislang einzige Heimkino-Veröffentlichung ist mittlerweile vergriffen und wird zu Sammlerpreisen gehandelt: die „Bela Lugosi & Boris Karloff Edition“ von 2008, die mit „Die schwarze Katze“ und „Der Rabe“ (1935) zwei weitere gemeinsame Filme des Duos enthält, dazu „Tödliche Strahlen (1936) mit Lugosi und „Der Henker von London“ (1939) mit Karloff.

Auf dem Weg zum elektrischen Stuhl

Die Haupthandlung von „Schwarzer Freitag“ wird von einer Hinrichtungsklammer umrahmt: Dr. Ernest Sovac (Karloff) soll für einen Mord sterben. Auf dem Weg zum elektrischen Stuhl überreicht er einem Journalisten unter den anwesenden Zuschauern sein Tagebuch – dessen Zeitung habe als einzige fair über Sovac berichtet. Der Reporter beginnt zu lesen. Der erste Tagebucheintrag datiert auf einen Freitag, den 13.:

Eine Auto-Verfolgungsjagd unter Gangstern mit wilder Schießerei endet damit, dass der Verfolgte Red Cannon verunglückt. Dabei wird der Literaturprofessor George Kingsley (Stanley Ridges) schwer am Kopf verletzt. Er und Red Cannon werden ins selbe Krankenhaus eingeliefert. Dort versucht Dr. Sovac, seinen Freund Kingsley zu retten, indem er ihm Gehirnzellen des sterbenden Gangsters einpflanzt. Die Transplantation gelingt, doch bald bemerkt Kingsleys Ehefrau Margaret (Virginia Brissac) eine beunruhigende Wesensveränderung an ihrem Mann.

Karloff und Lugosi

Bela Lugosi ist vergleichsweise selten zu sehen. Er spielt den mit Red Cannon verfeindeten Gangster Eric Marnay. „Schwarzer Freitag“ vermengt auf so clevere wie spannende Weise Motive des SF-Horrorfilms mit einem kernigen Gangsterdrama. Boris Karloff gibt souverän den Mediziner, der zwar von humanitären Motiven getragen wird, sich aber vornehmlich von seinem wissenschaftlichen Ehrgeiz antreiben lässt und letztlich daran zugrunde geht. Stanley Ridges („Sein oder Nichtsein“) überzeugt in einer Quasi-Doppelrolle – im Körper des bedauernswerten George Kingsley gewinnt mal Red Cannon die Oberhand, mal kommt Kingsleys Persönlichkeit zum Vorschein. Das gibt „Schwarzer Freitag“ einen reizvollen Unterton von „Dr. Jekyll und Mr. Hyde“. An sich war Boris Karloff für die Rolle des George Kingsley vorgesehen – eine richtige Entscheidung, ihn umzubesetzen. Dieser feine Beitrag aus dem weiten Feld des Universal-Horrors hat endlich eine Neuveröffentlichung auf Blu-ray und DVD verdient.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Boris Karloff und/oder Bela Lugosi sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Veröffentlichung: 14. August 2008 als Bestandteil der „Bela Lugosi & Boris Karloff Edition“ (5, DVDs, die weiteren Filme: „The Black Cat“, „Der Rabe“, „Tower of London“, „The Invisible Ray“)

Länge: 70 Min. DVD
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Black Friday
USA 1940
Regie: Arthur Lubin
Drehbuch: Curt Siodmak, Eric Taylor
Besetzung: Boris Karloff, Bela Lugosi, Stanley Ridges, Anne Nagel, Virginia Brissac, Edmund MacDonald, Paul Fix, Murray Alper, Jack Mulhall, Joe King
Zusatzmaterial: Trailershow
Vertrieb: Concorde Home Entertainment

Copyright 2017 by Volker Schönenberger
Filmplakat: Fair Use

 

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