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Horror für Halloween (XI): Eaten Alive – Im Blutrausch: Tobe Hooper hetzt Krokodil auf Freddy Krueger

12 Okt

Eaten Alive

Von Volker Schönenberger

Horror // Freddy Krueger? Gewissermaßen – gleich zu Beginn sehen wir den jungen Robert Englund in der Rolle des Buck. Als Freier im Bordell verlangt er spezielle Dienste von Clara (Roberta Collins), die sie nicht zu erbringen bereit ist. Daraufhin wird die junge Prostituierte von ihrer Chefin Miss Hattie (seltsam grau geschminkt: Carolyn Jones) rausgeschmissen. Im texanischen Sumpfgebiet landet Clara des Nachts im Hotel des verschrobenen Rednecks Judd (Neville Brand). Als der dahinterkommt, dass sie eine von Miss Hatties Mädchen ist, reagiert er zornig. Und er hält ein ausgewachsenes Nilkrokodil hinter dem Gebäude …

Nachfolger von „Blutgericht in Texas“

Zwei Jahre zuvor hatte Tobe Hooper Filmschaffende und -publikum mit seinem „Blutgericht in Texas“ (The Texas Chainsaw Massacre“) verstört. Für seine nächste Regiearbeit blieb er in dem südlichen US-Staat, allerdings nur beim Setting: War das texanische Blutgericht noch tatsächlich in Texas gedreht worden, entstand „Eaten Alive – Im Blutrausch“ vollständig im Studio in Los Angeles, was man dem Film auch jederzeit ansieht, auch wenn es sich dabei um das traditionsreiche Raleigh Studio handelte.

Die simple Handlung um den Backwoods-Hotelier und sein gefräßiges Haustier wird garniert mit krudem Schauspiel – und das trotz erfahrener Namen wie Neville Brand („Stalag 17“, „Der Gefangene von Alcatraz“) und Mel Ferrer („Krieg und Frieden“, „Der längste Tag“), der Claras Vater spielt. Es verwundert wenig, dass „Eaten Alive“ von Publikum wie Filmkritik seinerzeit wenig wohlwollend aufgenommen wurde. Die garstigen Mordszenen – ob Krokodil oder Sense – bewirkten, dass der Streifen im Vereinigten Königreich zu den berüchtigten „Video Nasties“ gezählt wurde, was für manche Horrorfans allerdings automatisch eine Aufwertung bedeutet.

Von der Bestie nur das Maul

Tricktechnisch ist das zwar auch nicht A-Qualität, aber immerhin ansehnlich und blutig. Vom Krokodil ist kaum einmal mehr zu sehen als sein aus dem Wasser schnellendes Maul. Vielleicht auch besser so – eine voll in Szene gesetzte über Land stapfende Kreatur hätte vermutlich den Trash-Faktor weiter in die Höhe getrieben. Der Unterhaltungswert ist „Eaten Alive“ allerdings nicht abzusprechen, für einen geselligen Abend mit den Kumpeln bei Bier und Chips reicht das allemal. Die künstliche Studio-Atmosphäre in Verbindung mit dem besonders zum Ende hin überkandidelten Score erzeugt sogar eine etwas surreale Stimmung, die das Ganze noch interessanter macht. Auf Blu-ray ist der Film hierzulande noch nicht erschienen, dafür schaue man über den Kanal zu Arrow Video. Zur Abarbeitung von Tobe Hoopers Œuvre lässt sich „Eaten Alive – Im Blutrausch“ gut schauen, zumal Robert Englund später auch wieder auftaucht.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Tobe Hooper sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme mit Robert Englund in der Rubrik Schauspieler.

Veröffentlichung: 28. September 2012 als DVD unter dem Titel „Death Trap“, 17. Juli 2012 als DVD in großer Hartbox (2 Covermotive à 111 Exemplare, 2 Covermotive à 84 Exemplare), 19. Juni 2009 als DVD

Länge: 87 Min.
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Englisch für Hörgeschädigte
Originaltitel: Eaten Alive
Alternativtitel: Death Trap – Die Nacht der Bestie, Slaughter Hotel, Brutes and Savages, Death Trap, Blutrausch
USA 1976
Regie: Tobe Hooper
Drehbuch: Alvin L. Fast, Mohammed Rustam (als Mardi Rustam), Kim Henkel
Besetzung: Neville Brand, Mel Ferrer, Carolyn Jones, Marilyn Burns, William Finley, Stuart Whitman, Roberta Collins, Kyle Richards, Robert Englund, Janus Blythe
Zusatzmaterial: keine Angabe
Vertrieb: Epix Media AG (2009er-DVD & Hartboxen), Pasadena / Al!ve AG („Death Trap“-DVD)

Copyright 2017 by Volker Schönenberger

Packshots: © Epix Media AG (2009er-DVD), Pasadena / Al!ve AG („Death Trap“-DVD)

 

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