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The Osiris Child – Der planetarische Terraforming-Knast

05 Nov

Science Fiction Volume One: The Osiris Child

Von Volker Schönenberger

Science-Fiction // Terraforming nennt sich der Prozess, Planeten oder Monde mit technischen Mitteln so umzugestalten, dass ihre Oberfläche und die Atmosphäre den Bedingungen auf der Erde ähnelt und Menschen auf ihnen leben können. Zukunftsmusik? Na klar, aber sollte sich unser technischer Fortschritt im Lauf der kommenden Jahrhunderte so weit entwickeln, dass wir die enormen Entfernungen im Weltraum bewältigen können, sollten solche Methoden ebenfalls möglich sein. Bis es soweit ist – falls das je sein wird –, dient Terraforming der Science-Fiction in Literatur und Film als ein probates Mittel für Erzählungen mit Menschen auf fremden Planeten ohne Raumanzug.

Indi und Papa Kane sind auf dem Planeten unterwegs

In „The Osiris Child“ hat der Konzern EXOR die Aufgabe übernommen, Planeten für Menschen bewohnbar zu machen. Zu diesem Zweck siedelt das Unternehmen dort Sträflinge an, die unter harten Bedingungen schuften müssen. Auf einem dieser Planeten befindet sich gerade der EXOR-Offizier Kane Sommerville (Daniel MacPherson), als die Nachricht vom Ausbruch eines Virus die Runde macht. Folge: Von ihrer Raumstation aus ordnet EXOR-Generalin Lynix (Rachel Griffiths) an, in 24 Stunden alles Leben zu vernichten.

Auf der EXOR-Raumstation …

Weil sich auch seine Tochter Indi (Teagan Croft) auf dem Planeten aufhält, sieht sich Kane gezwungen, zu desertieren, um sie zu suchen. Bald schließt sich ihm der geflohene Sträfling Sy Lombrok (Kellan Lutz) an. Den beiden stellen sich allerdings einige Gefahren in den Weg – nicht zuletzt einige monströse Kreaturen.

… befiehlt Generalin Lynix einen Massenmord

Einige nette kleine Ideen bringen Abwechslung, und nach und nach tauchen interessante Figuren auf der Bildfläche auf – etwa das durchgeknallte Pärchen Gyp und Bill (Isabel Lucas, Luke Ford), das sich mit ein paar inhalierten Drogen auf Trab hält. Kane und Sy begegnen den beiden in einer heruntergekommenen Kaschemme. Das kostet Kane beinahe das Leben, aber kurz darauf ist man als Quartett unterwegs und besorgt sich vorher noch beim lokalen Waffenhändler dringend erforderliche Ausrüstung.

Nichtlineare Handlung

„The Osiris Child“ hat einige Vorbilder, die man in seinen Bildern und Storylines mehr oder minder einfach entdecken kann – findet sie selbst! Regisseur Shane Abbess („Infini“) wechselt in seinem Road-Movie zwischen Actionszenen und ruhigen Sequenzen und treibt so die Story voran. Die Handlung ist in Kapitel aufgeteilt, die allerdings nicht chronologisch abgespielt werden, sodass etwas Aufmerksamkeit gefragt ist, bis sich das Puzzle zu einem stimmigen Ganzen zusammenfügt. Das tut es nämlich. Schnell wird klar, dass hinter den tödlichen EXOR-Maßnahmen mehr steckt als die Bekämpfung einer schnöden Epidemie.

Kane (l.) und Sy wollen Kanes Tochter finden

Was der Filmcrew an Budget fehlte, um optisch ansprechende Science-Fiction zu erschaffen, machte sie offenbar mit Kreativität und Einsatz wett. Klar, es ist kein „Mad Max – Fury Road“ und kein „Riddick“, aber wir haben es doch mit mehr als passabler Visualisierung zu tun, der man die Ambitionen der Macher ansieht. Sogar einen kernigen Luftkampf gibt es zu bestaunen. Als Road-Movie auf einem in Terraforming befindlichen Planeten konzipiert, mussten keine fremden Welten à la „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ erschaffen werden; ein paar wüste Landschaften reichen für die Story völlig aus. Die Monster hätten noch etwas Feinschliff vertragen, sind aber furchterregend genug geraten. Lieber handgemachte Kreaturen, die dann auch gern ein paar Macken haben dürfen, als schnöde CGI-Wesen ohne Charme. Vorsicht beim Lesen anderer Rezensionen im Netz: Einige Kollegen haben unverständlicherweise die Herkunft der Monster verraten.

Gyp weiß eine Waffe zu handhaben

Im Original ist dem Titel „The Osiris Child“ der Zusatz „Science Fiction Volume One“ vorangestellt, was andeutet, dass es sich um den Startschuss einer größer angelegten Filmreihe handelt. Ob der Regisseur oder die Produktionsfirma das Projekt konzipiert haben, ob es je zu Teil 2 kommen wird, und wenn ja, ob die Filme dann eine zusammenhängende Geschichte oder lediglich eine Ansammlung in sich abgeschlossener Filme bilden werden – keine Ahnung. Sofern das Niveau von „The Osiris Child“ gehalten wird, freue ich mich drauf.

Kane (l.) und Sy ebenfalls

Veröffentlichung: 21. September 2017 als Blu-ray und DVD

Länge: 99 Min. (Blu-ray), 95 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
Originaltitel: Science Fiction Volume One: The Osiris Child
AUS 2016
Regie: Shane Abbess
Drehbuch: Shane Abbess, Brian Cachia
Besetzung: Kellan Lutz, Daniel MacPherson, Isabel Lucas, Luke Ford, Rachel Griffiths, Temuera Morrison, Bren Foster, Teagan Croft, Grace Huang, Firass Dirani
Zusatzmaterial: Interviews mit Cast und Crew; B-Roll
Vertrieb: EuroVideo Medien GmbH

Copyright 2017 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2017 EuroVideo Medien GmbH

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