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Overdrive – Wenn Action Langeweile verursacht

23 Nov

Overdrive

Von Matthias Holm

Action // Das Sommerloch schlägt im Kino ganz gern mal zu. Da viele lieber ihre Zeit an der frischen Luft verbringen, warten die meisten Verleiher mit ihren Top-Filmen, bis mehr Menschen in die Kinos kommen. Das so entstehende Vakuum wird ganz gern mit kleinen Filmen gefüllt. Nur so kann man sich erklären, warum „Overdrive“ hierzulande überhaupt im Juni im Kino lief – denn der Film erreicht gerade mal Direct-to-DVD-Niveau.

Die Crew plant einen Coup

Die Halbbrüder Andrew (Scott Eastwood) und Garrett (Freddie Thorpe) sind Autodiebe – und gewiefte noch dazu. Leider verkalkulieren sie sich bei einem Coup und sind plötzlich der Gnade des Gangsterbosses Jacomo Morier (Simon Abkarin) ausgeliefert. Der will seinem größten Konkurrenten Max Klemp (Clemens Schick) eins auswischen und so sollen Andrew und Garrett dem Schweizer einen sündhaft teuren Ferrari stehlen. Zusammen mit Andrews Freundin Stephanie (Ana de Armas) und der Diebin Devin (Gaia Weiss) stellen die beiden ein Team zusammen, um den riskanten Coup durchzuziehen.

Überzeugt als Psychopath: Clemens Schick

Eine Sache muss man Regisseur Antonio Negret lassen – er weiß, wie man Städte inszeniert. „Overdrive“ spielt in Marseille und die Panoramen und das Leben in der Stadt sind wunderschön eingefangen. Dazu gibt Clemens Schick eine herrlich überdrehte Rolle als offensichtlicher Psychopath und die Autos sind meistens ein Fest für Retro-Fans – das war es dann allerdings auch schon an positiven Aspekten.

Mit Morier ist nicht zu spaßen

Der Rest des Films ist Mittelmaß – oder darunter. Denn auch wenn Negret bei ruhigen Szenen noch etwas glänzen kann, entgleitet ihm die Regie bei der Action komplett. Das gipfelt in einem so langweiligen Finale, dass sogar der CGI-Sturm aus dem „Point Break“-Remake aufregend wirkt. Auch weiß man anscheinend nicht, was man mit seinen Figuren anfangen soll. Sie werden reihenweise eingeführt, mit diversen interessanten Eigenheiten, nur um für einen Großteil des Films zu verschwinden. Das Highlight: Wenn Garrett zu der attraktiven Devin sagt, er sei dankbar für alles, was sie getan hat – und man sich als Zuschauer am Kopf kratzt, da man einfach nicht weiß, was sie denn Tolles getan haben soll.

Zwist zwischen den Halbbrüdern?

Es ist löblich einen Film zu machen, indem die Auto-Action nicht komplett abhebt, wie die „Fast&Furious“-Reihe es immer wieder vormacht. Wenn der allerdings nichts bietet als ein Drehbuch, was sich für klüger hält als es eigentlich ist, blasse Figuren und langweilige Action, wird es schwer, Zuschauer an sich zu binden. So ist „Overdrive“ hübsch anzusehen –hängen bleibt aber absolut nichts.

Alt gegen neu – wer ist schneller?

Veröffentlichung: 10. November 2017 als Blu-ray und DVD

Länge: 94 Min. (Blu-ray), 90 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Overdrive
F/BEL/USA 2017
Regie: Antonio Negret
Drehbuch: Derek Haas, Michael Brandt
Besetzung: Scott Eastwood, Freddie Thorpe, Ana de Armas, Gaia Weiss, Simon Abakarin, Clemens Schick
Zusatzmaterial: Interviews, Featurettes, Making-of, B-Roll
Vertrieb: Universum Film

Copyright 2017 by Matthias Holm

Fotos, Packshot & Trailer: © 2017 Universum Film

 

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