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A Ghost Story – Gefangener Geist

04 Dez

A Ghost Story

Kinostart: 7. Dezember 2017

Von Matthias Holm

Fantasy-Melodram // Ein junges Pärchen ist zu Hause, redet über alltägliche, banale Themen. Nach einiger Zeit sieht man, wie er (Casey Affleck) bei einem Autounfall stirbt. Doch statt ins Totenreich zu gehen, wandelt er als Geist auf Erden und scheint seiner Freundin (Roony Mara) noch etwas sagen zu wollen.

Geister, aber kein Horror

Soweit im Groben die Geschichte von „A Ghost Story“. Regisseur und Drehbuchautor David Lowery, der mit Affleck und Mara bereits „The Saints – Sie kannten kein Gesetz“ drehte und letztes Jahr mit seiner Version von „Elliot, der Drache“ einem größeren Publikum bekannt wurde, hat hier allerdings keinen Horror- oder gar Gruselfilm inszeniert – auch wenn es um Geister geht. Wer ein Kinoticket löst, muss sich auf ein Arthaus-Drama gefasst machen.

Noch gilt die Zweisamkeit

Das beginnt beim Bildausschnitt: Die Leinwand wird nicht komplett ausgenutzt, Lowery entschied sich für ein Format, das eher wie ein Dia aussieht. Dies ist anfangs ungewohnt, unterstreicht jedoch in Verbindung mit der Geschichte einen Aspekt des Films: Das, was wir zu sehen bekommen, sind Momentaufnahmen. Hier gibt es keinen Spannungsbogen, keine Bedrohung für irgendwas. Solange die Frau im Haus ist, beobachtet der Geist – und der Zuschauer – lediglich, was vorgeht. Dann muss man auch damit klarkommen, einer Person eine gefühlte Ewigkeit beim Essen zuzuschauen.

Auch als Gespenst bleibt er bei ihr

Dies kann durchaus schnell ermüden. Doch der Geist wird in neue Situationen geschmissen, die Zeit verschwimmt mehr und mehr. Bald weiß er nicht mehr, ob er überhaupt noch in der Gegenwart, Zukunft oder Vergangenheit ist. Sollte sich wirklich Casey Affleck die ganze Zeit unter dem immer dreckiger werdenden Bettlaken befunden haben, muss man ihm hier Lob aussprechen – ohne Mimik oder Sprache, sondern nur durch grobe Bewegungen versteht man die Gedanken des Gespenstes, das an diesem einen Ort gefangen ist und nicht seiner großen Liebe nachreisen kann.

Anstrengend, aber schön

Die Entschlüssung von „A Ghost Story“ ist jedoch etwas schwierig. Im Gegensatz zu „mother!“ zum Beispiel ist der Symbolismus rar gesät. Es gibt nur wenig, was auf Lowerys Intention hinweist. Das macht das Gezeigte kryptischer, als es sein müsste, denn zusammen mit der zähen Inszenierung ergibt sich ein anstrengender Film. Dennoch ist er auch voller Herz für seine Figuren, gefällt mit einem wunderschönen Soundtrack und steckt voller Melancholie, die sich auf den Zuschauer überträgt. Es ist kein leichter Film, aber einer, der es wert ist, gesehen zu werden.

Ein einsamer Geist …

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Rooney Mara sind in unserer Rubrik Schauspielerinnen aufgelistet, Filme mit Casey Affleck unter Schauspieler.

… auf weiter Flur

Länge: 92 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: A Ghost Story
USA 2017
Regie: David Lowery
Drehbuch: David Lowery
Besetzung: Casey Affleck, Rooney Mara, Will Oldham, Kenneisha Thompson, Liz Cardenas Franke, Kesha Sebert
Verleih: Universal Pictures Germany GmbH

Copyright 2017 by Matthias Holm

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2017 Universal Pictures Germany GmbH

 

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