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Planet der Affen – Survival: Caesars Leid

05 Dez

War for the Planet of the Apes

Von Volker Schönenberger

SF-Action // 15 Jahre zuvor hatte ein wissenschaftliches Experiment Affen mit unerhörter Intelligenz hervorgebracht und gleichzeitig mit einem Virus einen Großteil der Menschheit ausgelöscht („Planet der Affen – Prevolution“, 2011). Die verbliebenen Reste der menschlichen Spezies versuchten in der Folge, mit den von Caesar (Andy Serkis) geführten Affen eine Art Koexistenz hinzubekommen, was aber von erbitterten Auseinandersetzungen mit Opfern auf beiden Seiten begleitet war („Planet der Affen – Revolution“, 2014). Von einer Militärbasis im Norden der USA setzten US-Soldaten zum Gegenschlag an. Der Frieden ist in weite Ferne gerückt.

Mit diesen Affen ist nicht zu spaßen

Eine schwer bewaffnete Patrouille schleicht durch den Wald – Menschen. Die Soldaten, unter ihnen sogar einige Affen, bemerken ein paar Affen zu Pferde, Wachposten einer Affensiedlung. Ein bewaffneter Primat wird per Armbrust vom Pferd geholt, dann bricht für die Affen die Hölle los – das Massaker endet erst, als berittene Primaten zurückschlagen und die Patrouille auslöschen.

Actionreicher und gewalttätiger Auftakt

So gewalthaltig beginnt „Planet der Affen – Survival“, das setzt gleich eine actionreiche Duftmarke. Kurz darauf spricht Caesar in einer ruhigen und wirkungsvollen Szene zu ein paar gefangenen Überlebenden der Patrouille inklusive eines feindlichen Affen. Jene Primaten, die sich den Menschen angeschlossen haben, waren Anhänger des Affen Koba, der seinerzeit den Krieg gegen die Menschen angezettelt hatte und dafür von Caesar getötet worden war.

Caesar (r.) führt drei Getreue an

Antagonist Caesars: Woody Harrelson als Colonel, der die intelligenten Affen und besonders Caesar vom Angesicht der Erde tilgen will. Gegenüber dem Vorgänger „Revolution“ fährt „Planet der Affen – Survival“ die Action zurück. Einen Teil der Handlung bildet Caesars Trip mit ein paar Getreuen – er will den Colonel finden und töten.

Perfekt ins Bild gesetzte Affen

Die Schauwerte sind enorm, die Blu-ray bringt die Hochglanzbilder wunderbar zur Geltung. In 4K Ultra HD mag das noch beeindruckender sein, mein Bedürfnis nach mehr Schärfe, als die herkömmliche Blu-ray hergibt, hält sich aber in Grenzen. Technisch ist „Planet der Affen – Survival“ schon mal makellos. Technik und Schauspielkunst gehen bei den Affen eine schöne Verbindung ein – besonders natürlich bei Andy Serkis, der Caesar mithilfe von Motion Capture und Performance Capture erneut viel Seele einhaucht. Gegenspieler Woody Harrelson lässt sich dadurch zu einer gewohnt charismatischen Performance anspornen.

Eine erstaunliche Entdeckung

Philosophische Exkurse über Fragen des Daseins und der Intelligenz sind Mangelware. Die Affen sind nun mal mittlerweile intelligent und dem Menschen ebenbürtig bis überlegen, diese Prämisse wird nicht mehr hinterfragt. Hier stehen sich zwei verfeindete Spezies gegenüber und kämpfen mit allen Mitteln gegeneinander. Immerhin wird deutlich, wie sich Auseinandersetzungen hochschaukeln und zum Krieg führen, der keine Gewinner kennt, wobei das mehr noch bei „Revolution“ der Fall war. Und auch politische Kommentare – etwa zu faschistoiden Führern – lassen sich ohne allzu viel Mühe entdecken.

Große Gefühle

Opfer sind zu beklagen, auch Caesar bleibt nicht von Verlusten verschont. Einige emotionale Szenen entfalten ihre Wirkung, verstärkt durch den Soundtrack. Da hätte sich Regisseur Matt Reeves durchaus etwas mehr auf seine Schauspieler verlassen können statt auf den Score.

Der Colonel führt ein hartes Regime

Das Finale von „Planet der Affen – Survival“ birgt einige Details, die einen Bogen zu „Planet der Affen“ von 1968 mit Charlton Heston schlagen. Mit etwas gutem Willen kann man die moderne Trilogie somit nicht nur als Reboot interpretieren, sondern tatsächlich als Prequel-Reihe. Der dritte Teil hält das hohe Niveau der erstaunlich stimmigen und – wenn man vom unterschiedlichen Actiongehalt absieht – einheitlichen modernen Reihe. Sehr spannend, sehr emotional, technisch herausragend – da freuen wir uns auf einen möglichen vierten Teil, der zwar noch nicht ausgemachte Sache, aber nicht auszuschließen, wenn nicht gar wahrscheinlich ist.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Woody Harrelson sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Veröffentlichung: 7. Dezember 2017 als 4K Ultra HD Blu-ray, Blu-ray 3D, Blu-ray im Steelbook, Blu-ray und DVD

Länge: 140 Min. (Blu-ray), 135 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch, Französisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch
Originaltitel: War for the Planet of the Apes
USA/KAN/NZ 2017
Regie: Matt Reeves
Drehbuch: Mark Bomback, Matt Reeves, nach Motiven des Romans „La planète des singes“ Pierre Boulle
Besetzung: Andy Serkis, Woody Harrelson, Steve Zahn, Karin Konoval, Amiah Miller, Terry Notary, Ty Olsson
Zusatzmaterial: „Caesars Geschichte“, Audiokommentar von Matt Reeves, Konzeptkunst, nur Blu-ray: Making-of, entfallene Szenen, Original-Kinotrailer, Featurettes: „Die visuellen Effekte“, „Die Filmmusik“, „Die Hintergründe der Planet-der-Affen-Filme“, „Eine Hommage an die klassischen Planet-der-Affen-Filme“
Vertrieb: Twentieth Century Fox Home Entertainment

Copyright 2017 by Volker Schönenberger

Fotos, Packshots & Trailer: © 2017 Twentieth Century Fox Home Entertainment

 

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