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The Mermaid – Stephen Chows Umweltfilm

08 Dez

Mei ren yu

Von Matthias Holm

Fantasy-Komödie // Lang ist es her, dass man in unseren Breitengraden etwas von Stephen Chow gehört hat. Nach dem überaus merkwürdigen „Shaolin Soccer“ (2001), der Fußball und überdrehte Kampfkunst-Action mischte, drehte Chow mit „Kung Fu Hustle“ (2004) eine überaus witzige Hommage an die alten Wuxia-Filme. Zwar sind beide Filme in Fankreisen durchaus beliebt, allerdings bekam man danach eher wenig von dem Regisseur mit – auch wenn sein „Journey to the West – Conquering the Demons“ die erfolgreichste chinesische Produktion aller Zeiten ist. Umso schöner, dass mit „The Mermaid“, nachdem er bereits beim Fantasy Filmfest lief, endlich wieder eine Regiearbeit von Chow in die Läden kommt.

Shan soll den fiesen …

Liu Xuan (Chao Deng) hat nur eine Sache im Sinn – mehr Geld, mehr Profit. Dafür will er ein geschütztes Delfinreservat aufschütten und darauf Häuser bauen. Mit fiesen Schallsendern hat er bereits alle Meerestiere aus der Bucht vertrieben. Was er nicht ahnen konnte – darunter befanden sich diverse Meermenschen. Die sind natürlich stinksauer auf den Unternehmer. Also schicken sie Shan (Jelly Lin) los, um Liu Xuan zu töten. Allerdings ist Shan nicht unbedingt die hellste und der Mordauftrag erweist sich als schwieriger als gedacht.

Das gefälschte Museum

Wer sich bereits in den ersten Minuten des Films fragt, was da eigentlich gerade passiert, sollte womöglich schnell ausschalten. Im Intro sieht man nämlich einen Mann, der angeblich ein Museum führt – aber nur mit schlecht gefälschten Ausstellungsstücken arbeitet. Das hat zwar mit der Haupthandlung absolut nichts zu tun, ist aber so herrlich verdreht inszeniert, dass man gut auf den restlichen Film eingestellt wird.

… Liu Xuan umbringen

In erster Linie ist „The Mermaid“ absoluter Quatsch. Hier gibt es Slapstick-Einlagen mit tödlichen Seeigeln, deren Gift man nur mit Alkohol kontern kann, Schnauzbärte stehen für Männlichkeit, und zwischendurch gibt es eine komplett übertriebene Musical-Einlage. Je länger der Film aber geht, umso ernster wird er. Die Figurenentwicklung verläuft dabei ein bisschen platt, aber wenn am Ende Meermenschen von Harpunen durchlöchert werden, geht das schon an die Nieren – trotz all des Unsinns ist die Freigabe ab 16 Jahren absolut gerechtfertigt.

Selbstzweckhaftes 3D

Dabei gibt es allerdings einen großen Kritikpunkt. Der Film verlässt sich zu stark auf seine Spezialeffekte. Leider sehen die im Vergleich zu anderen Blockbuster unterdurchschnittlich aus, sodass gerade die Unterwasser-Szenen unangenehm herausstechen. Auch sieht man dem Film an, das bestimmte Szenen für die 3D-Auswertung gedreht wurden, allerdings hat das außer eben diesen Pop-out-Effekten keinen Mehrwert, er kann auch die schlechte Optik nicht kaschieren.

Allerdings haben die beiden viel Spaß

Dafür besticht „The Mermaid“ in anderen Dingen. Auch wenn die Moral platt ist – Umweltschutz ist wichtig – und sie dem Zuschauer förmlich mit dem Holzhammer eingebläut wird, zieht Stephen Chow sie konsequent durch. Auch gibt es viele tolle Szenenbilder zu bestaunen und witzige Nebenfiguren. Allerdings muss man eben mit dem Humor des Regisseurs umgehen können. Wer schon an den eingangs erwähnten Filmen keinen Gefallen gefunden hat, wird auch vor „The Mermaid“ mit einem Fragezeichen im Gesicht sitzen. Alle anderen dürfen sich auf einen nicht sonderlich hübschen, aber unterhaltsamen Abend freuen.

Was plant die finstere Li Ruolan?

Veröffentlichung: 17. November als 3D-Blu-ray im Steelbook, Blu-ray und DVD

Länge: 94 Min. (Blu-ray), 90 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Mandarin
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Mei ren yu
CHN 2016
Regie: Stephen Chow (als Xingchi Zhou)
Drehbuch: Hing-Ka Chan, Stephen Chow, Chi Keung Fung, Miu-Kei Ho, Ivy Kong, Si-Cheun Lee, Zhengyu Lu, Kan-Cheung Tsang
Besetzung: Chao Deng, Zhixiang Luo, Yuqi Zhang, Jelly Lin, Ke Xu, Zhang Wen, Yifan Wu
Zusatzmaterial: Trailer, Musikvideo
Label: capelight pictures
Vertrieb: Al!ve AG

Copyright 2017 by Matthias Holm

Fotos, Packshots & Trailer: © 2017 Al!ve AG / capelight pictures

 

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