RSS

47 Meters Down – Unter Wasser hört dich niemand schreien

11 Dez

47 Meters Down

Von Andreas Eckenfels

Horrorthriller // Im Jahr 2016 wurde ich auf „In the Deep“ aufmerksam. Auf irgendeiner US-Horror-Website hatte ich eine Best-of-Jahresliste durchstöbert. Allerdings war der mit Mandy Moore („This Is Us“) und Matthew Modine („Full Metal Jacket“) prominent besetzte Hai-Schocker nirgendwo zu finden. Erst als das Programm des diesjährigen Fantasy Filmfests bekannt gegeben wurde, kam mir die Inhaltsangabe von „47 Meters Down“ bekannt vor. Und tatsächlich: Der Film von „The Other Side of the Door“-Regisseur Johannes Roberts erhielt nicht nur einen neuen Titel – er wurde auch kurzfristig aus dem Verkehr gezogen.

Die Schwestern Kate (l.) und Lisa wollen in Mexiko Haie unter Wasser beobachten

Ursprünglich hatten Dimension Films, Anchor Bay Entertainment and Starz Digital für den 2. August 2016 eine Heimkino-Veröffentlichung von „In the Deep“ auf DVD und VoD in den USA angekündigt. Doch kurz vor dem Termin kauften überraschend Freestyle Media und Entertainment Studios den fertigen Film und planten für ihn einen Kinostart in ferner Zukunft. Sicherlich hatte auch der unerklärbare Erfolg der „Sharknado“-Reihe dafür den Weg geebnet, dass auch ernstzunehmende Hai-Thriller diese Chance erhielten. Die Übernahme geschah offenbar so knapp vor dem Release, dass einige DVDs bereits an die Presse versendet waren und in einigen US-Läden standen, bevor diese aus dem Sortiment genommen werden konnten. Eine davon hatte wohl der Rezensent der US-Website noch erwischt. Die nur für wenige Tage erhältliche DVD wurde bald darauf zu Mondpreisen im Internet gehandelt.

Verwechslungsgefahr

Das Einspielergebnis von 44 Millionen US-Dollar beweist, dass es die richtige Entscheidung war, „47 Meters Down“ im Juni 2017 auf US-Leinwände zu bringen. Ein Jahr zuvor konnte schon „The Shallows – Gefahr aus der Tiefe“ mit einem weltweiten Einspielergebnis von fast 120 Millionen US-Dollar punkten. Der Sommerhit, in dem sich Blake Lively gegen einen Hai zur Wehr setzt, gilt auch als Grund für die Namensänderung zu „47 Meters Down“: „In The Deep“ war der ursprüngliche Arbeitstitel von „The Shallows“. Dies hätte durchaus zu Verwechslungen führen können.

Im rostigen Käfig geht es abwärts – tiefer, als ihnen lieb ist

Die Schwestern Lisa (Mandy Moore) und Kate (Claire Holt) verbringen ein paar entspannte Tage in Mexiko. Erst vor Ort erfährt Kate, dass sich Lisa von ihrem Langzeitfreund getrennt hat. Um auf andere Gedanken zu kommen, ziehen sie durch die Bars des Küstenorts und flirten dabei mit zwei Einheimischen. Die beiden Männer überreden die Schwestern, am nächsten Tag mit ihnen an einem aufregenden Cage-Diving-Ausflug teilzunehmen, bei dem sie Haie hautnah unter Wasser erleben können. Als Lisa und Kate den alten Kahn von Captain Taylor (Matthew Modine) und den rostigen Käfig erblicken, der sie nach unten bringen soll, kommen erste Zweifel auf, ob das Abenteuer nicht zu riskant sein könnte.

Doch nachdem ihre beiden Begleiter den ersten Tauchgang im offenen Meer wohlbehalten überstanden haben, trauen sich auch die Schwestern in die Tiefe. Gerade als die ersten Haie um den sicheren Käfig kreisen, löst sich dessen Aufhängung vom Boot. Lisa und Kate rauschen darin in die Tiefe und schlagen hart auf dem Meeresgrund auf. Der Funkverkehr zu Captain Taylor reißt ab. Von Haien umzingelt, müssen die Schwestern die rettende Oberfläche erreichen, bevor ihnen der Sauerstoff ausgeht.

Digitale Haie

Von der Klasse von „Der weiße Hai“ ist auch „47 Meters Down“ ein großes Stück weit entfernt. Der Steven-Spielberg-Meilenstein bleibt im Genre des Tierhorrors nun mal das Maß aller Dinge. Doch Roberts’ spannender Hai-Thriller bietet trotz der simplen Story etwas Besonderes: Nach der etwas überlangen Exposition, in der wir Lisa und Kate näher kennenlernen, spielt sich fast die gesamte weitere Handlung unter Wasser ab.

Da schaut auch schon der erste hungrige Hai vorbei

Obwohl das Produktionsbudget mit 5,5 Millionen US-Dollar relativ schmal ausfiel, sehen die computergenerierten Haie äußerst gelungen aus – allerdings sind sie auch relativ selten in Aktion zu sehen. Roberts legt den Fokus mehr auf den emotionalen Überlebenskampf der beiden Schwestern, die sich per Funk miteinander unterhalten können, und spielt dabei geschickt mit menschlichen Urängsten: die herrschende Dunkelheit in der Tiefe, die damit einhergehende Orientierungslosigkeit und die drohende Atemnot. Da sind die Raubfische nur die Spitze des Eisbergs der vielen Gefahren, die auf die beiden Frauen warten. Aber die ständige Bedrohung und die unberechenbaren Angriffe der tierischen Jäger verleihen „47 Meters Down“ in Verbindung mit den gelungenen Unterwasseraufnahmen den nötigen Biss.

Die Fortsetzung wartet schon

Allerdings sollte man sich nicht vom FSK-16-Sticker auf dem Cover täuschen lassen. Überaus blutig geht es nicht zu. Der Film lebt mehr von seiner Spannung und erhielt eine Freigabe ab 12 Jahren. Nur aufgrund einiger enthaltener Trailer auf der DVD beziehungsweise Blu-ray prangt die höhere Freigabe auf der Vorderseite der Amaray-Hülle.

Das Ende wartet mit einer wenig gelungenen Story-Wendung auf, die den guten Gesamteindruck etwas trübt. Dennoch sollten alle Hai-Freunde diesen aufregenden Tauchgang wagen. Roberts arbeitet bereits an der Fortsetzung „48 Meters Down“, die in Brasilien spielen soll. Zuvor startet im März 2018 aber sein Sequel zum Home-Invasion-Thriller „The Strangers“ (2008) in den US-Kinos.

Atemnot: Langsam wird Lisas Sauerstoff knapp

Veröffentlichung: 1. Dezember 2017 als Blu-ray und DVD

Länge: 101 Min. (Blu-ray), 97 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Originaltitel: 47 Meters Down
USA/GB/DOM 2017
Regie: Johannes Roberts
Drehbuch: Johannes Roberts, Ernest Riera
Besetzung: Mandy Moore, Claire Holt, Chris Johnson, Yani Gellman, Santiago Segura, Matthew Modine
Zusatzmaterial: Trailer, Trailershow
Vertrieb: Universum Film

Copyright 2017 by Andreas Eckenfels
Fotos & Packshot: © 2017 Universum Film

 

Schlagwörter: , , , , , , , ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

 
%d Bloggern gefällt das: