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Jumanji – Willkommen im Dschungel: Vom Brett- zum Videospiel

18 Dez

Jumanji – Welcome to the Jungle

Kinostart: 21. Dezember 2017

Von Matthias Holm

Fantasy-Abenteuer // Das Fortsetzen alter Stoffe scheint neben Reboots, Remakes und Franchises ein neues Markenzeichen von Hollywood zu werden. Im vergangenen Jahr hatte man so zum Beispiel bereits den unsäglichen zweiten „Independence Day“-Teil, dieses Jahr wurde, qualitativ hochwertig, „Blade Runner“ fortgesetzt. Nun wird, 22 Jahre nach dem Original und 12 Jahre nach dem Quasi-Spin-off „Zathura“, auch „Jumanji“ mit Robin Williams weitergeführt.

Gefangen im Videospiel

Vier Teenager (Alex Wolff, Morgan Turner, Ser’Darius Blane, Madison Iseman) der gängigen Highschool-Klischees werden zum Nachsitzen verdonnert. Beim Entrümpeln finden sie eine alte Videospiel-Konsole mit dem Spiel „Jumanji“. Doch aus einer flotten Partie zwischendurch wird nichts – die vier werden wortwörtlich in die Spielwelt gezogen. In Gestalt ihrer ausgewählten Avatare (Dwayne Johnson, Karen Gillan, Kevin Hart, Jack Black) müssen sie nun die Dschungel-Landschaft von Jumanji vor einem bösen Despoten (Bobby Cannavale) retten, der die Kontrolle über das gesamte Tierreich übernommen hat.

Die vier Helden müssen sich gegen …

22 Jahre sind eine lange Zeit. Dessen sind sich wohl auch die Macher von „Jumanji – Willkommen im Dschungel“ bewusst. Wo zum Beispiel „Blade Runner 2049“ darauf aufbaute, dass die Kinobesucher den Vorgänger kennen, gibt es hier nur einige kleine, aber feine Referenzen auf den Originalfilm. So verprellt man sich zwar nicht seine jüngere Zielgruppe, holt aber auch nicht alle Nostalgie-Fans ab. Auch wirken die Gefahren, die hier im Dschungel lauern, im Gegensatz zu den ausufernden Eskapaden aus dem ersten Film erstaunlich zahnlos – statt verrückter Kreaturen werden meist gesichtslose Schergen bekämpft. Somit hätte der Film problemlos etwas Eigenständiges sein können – allerdings tut das „Jumanji“-Branding nicht weh.

Mit viel Spaß bei der Arbeit

Denn „Jumanji – Willkommen im Dschungel“ ist ein launiger Film. Man merkt allen Beteiligten an, wie viel Spaß sie bei ihrer Arbeit hatten. Der erste Teil in der Schule trieft nur so vor Klischees, ist aber versiert genug inszeniert, um ein Interesse für die Figuren zu wecken. Dass man es hier mit Archetypen zu tun hat, hilft dann auch beim Videospielpart, die Figuren zu brechen. So spielen alle vier Protagonisten ein krasses Gegenteil von sich selbst: Zum Beispiel wird der schüchterne, Gefahren vermeidende Nerd zum muskelbepackten Superhelden. Das funktioniert meist gut, gerade Jack Black als Avatar einer selbstverliebten, Instagram-süchtigen jungen Frau ist zum Brüllen komisch.

… Flusspferde …

Leider fällt Kevin Hart ein wenig raus. Nachdem er mit Dwayne Johnson bereits in „Central Intelligence“ gezeigt hat, dass er nicht nur den Haudrauf-Komiker geben kann, fällt er hier in alte Muster zurück. Das passt gar nicht zu der manchmal aufbrausenden, aber eher reservierten Figur, die vorher von Ser’Darius Blane verkörpert wurde. So entsteht ein Kontrast, der gerade dadurch hervorsticht, dass dies nur bei diesem Figuren-Paar der Fall ist.

Setting wird kaum genutzt

Dennoch spielen sich alle mit einem gehörigen Schuss Selbstironie durch die äußerst simple Geschichte. Die wird durch einige Videospiel-Elemente – wie Charakter-eigene Stärken und Schwächen – aufgepeppt, die sogar für einige Lacher sorgen. Aber auch hier wurde wieder einiges an Potenzial verschenkt, Stichwörter wie „Cutscenes“ fallen vielleicht ein bis zwei Mal, aber außer in ein paar Momenten wird das Setting wenig genutzt.

… Motorradfahrer und …

„Jumanji – Willkommen im Dschungel“ wird vermutlich nicht den Kultstatus erreichen, den sein Vorgänger innehat, dafür hat er zu viele Schwächen. Dennoch gibt es genügend spaßige Szenen und Interaktionen, sodass die zwei Stunden Laufzeit enorm schnell vergehen. Wer über schlecht getrickste CGI-Kreaturen und einige Versäumnissen hinwegsehen kann, wird sicherlich eine gute Zeit im Kino haben.

… Albino-Nashörner zur Wehr setzen

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Dwayne Johnson sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Länge: 119 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: Jumanji – Welcome to the Jungle
USA 2017
Regie: Jake Kasdan
Drehbuch: Chris McKenna, Jeff Pinker, Scott Rosenberg, Erik Sommers, nach deinem Buch von Chris Van Allsburg
Besetzung: Dwayne Johnson, Karen Gillan, Jack Black, Kevin Hart, Bobby Cannavale, Nick Jonas, Alex Wolff, Morgan Turner, Ser’Darius Blane, Madison Iseman
Verleih: Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Copyright 2017 by Matthias Holm

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2017 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

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