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Greatest Showman – Ein Blender

01 Jan

The Greatest Showman

Kinostart: 04. Januar 2018

Von Matthias Holm

Musical // Phineas Taylor Barnum gilt als der Erfinder des modernen Zirkus und ist eine durchaus umstrittene Figur in der amerikanischen Geschichte. Seine Ausstellungen basierten meistens auf Schwindeleien, die er auch noch aggressiv und mit fragwürdigen Methoden bewarb. Doch der Mann hatte Erfolg, sein Name wurde bekannt – und sogar ein psychologisches Phänomen wurde nach ihm benannt: der Barnum-Effekt. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, ob man über eine solche Person ein heiteres Musical machen darf. Wenn man es allerdings so angeht wie Regisseur Michael Gracey, sehe ich da kein Problem mit.

Komm rein und staune!

Seit seiner Kindheit ist P. T. Barnum (Hugh Jackman) ein Träumer. In Armut aufgewachsen, möchte er seiner großen Liebe Charity (Michelle Williams) das gleiche Leben geben, das sie als Tochter einer reichen Familie hatte. Auch wenn sein erster Versuch als Geschäftsmann mit einem Wachsfigurenkabinett fehlschlägt, lässt Barnum nicht locker. Er sucht sich besondere Menschen zusammen – Kleinwüchsige, bärtige Damen und andere körperliche Kuriositäten – und stellt eine Show mit ihnen auf. Doch nicht allen schmeckt diese Zurschaustellung von Personen, die nicht der gesellschaftlichen Norm entsprechen.

P. T. Barnum und Charity sind glücklich zusammen

Auch wenn Barnum natürlich der Protagonist ist, sollte direkt gesagt sein, dass er kein lupenreiner Sympathieträger ist. Er lügt, er betrügt und er stellt den Erfolg über seine Familie, ein Punkt, an den ihn seine Frau durchgehend erinnert. Es gibt aber einen einfachen Grund, weshalb man dieser Figur trotzdem gern zuschaut: Hugh Jackman. Der Australier nimmt mit seiner Präsenz die Leinwand ein und hat sichtlich Spaß an der Darstellung des gewieften Geschäftsmannes – sowohl in den normalen als auch in den Musik-Szenen.

Aufmunternde Worte vom Showmeister

Die Sympathien der Zuschauer liegen eher dort, wo sie hingehören: bei den Darstellern des Zirkus, bei denen, die von Barnum benutzt werden. Dies wird auch deutlich, und dennoch treten sie immer wieder in die Manege. Denn hier haben sie eine Familie gefunden, sie müssen sich nicht mehr verstecken. Dieses Freiheitsgefühl kulminiert mit „This Is Me“ in der stärksten Nummer des Films, die vollkommen zu Recht für einen Golden Globe nominiert wurde.

Ein denkwürdiger Barbesuch

Generell sind alle Musik-Einschübe Highlights, wie es sich für ein Musical gehört. Sämtliche Songs sind fantastisch inszeniert und selbst die Stücke, die für sich allein stehend im Soundtrack eher negativ auffallen, bekommen durch die Bilder, Choreografien oder Schauspielleistungen einen feinen Dreh. Gerade der wohl beste Barbesuch der letzten Filmjahre mit Jackman, Zac Efron und einem großartigem Wirt bleibt in Erinnerung. Und hier sollte eine weitere Sache angesprochen werden: „Greatest Showman“ ist kein Biopic.

Phillip Carlyle (l.) traut Barnum noch nicht

Es geht nicht darum, Barnums Leben möglichst akkurat darzustellen. Dies schreit der Film seinen Zuschauern allerdings auch durchgehend ins Gesicht. Die schlechten Computer-Effekte kann man vielleicht einem fehlenden Budget zuschreiben, aber wenn Barnum auf einen offensichtlich nicht wirklich dastehenden Zug aufspringt oder Bettlaken auf ihren Wäscheleinen perfekt zum Takt der Musik auf und ab schwingen, sollte jedem klar sein, dass man es hier nicht mit einer detailgetreuen Geschichtswiedergabe zu tun hat. Vielmehr benutzt „Greatest Showman“ seine Figuren, um einen einfachen Punkt auszudrücken und macht dies sogar noch über eine Filmfigur deutlich: Er will die Menschlichkeit feiern. Und das macht er prima.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Hugh Jackman sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

The show must go on!

Länge: 105 Min.
Altersfreigabe: FSK 6
Originaltitel: The Greatest Showman
USA 2017
Regie: Michael Gracey
Drehbuch: Jenny Bicks, Bill Condon
Besetzung: Hugh Jackman, Michelle Williams, Zac Efron, Zendaya, Rebecca Ferguson, Austyn Johnson, Cameron Seely, Keala Settle, Sam Humphrey, Yahya-Abdul Mateen II
Verleih: Twentieth Century Fox of Germany GmbH

Copyright 2018 by Matthias Holm

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2018 Twentieth Century Fox of Germany GmbH

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