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Your Name – Körpertausch der betörenden Art

08 Jan

Kimi no na wa

Kinostart: 11. und 14. Januar 2018

Von Matthias Holm

Anime-Fantasy-Drama // Den erfolgreichsten Anime aller Zeiten („Chihiros Reise ins Zauberland“ von 2001) abgelöst. Mehr als 354 Millionen Dollar weltweit eingespielt. Und zwei Jahre nach seinem Start in Japan kommt „Your Name“ von Makoto Shinkai an genau zwei Tagen in deutsche Lichtspielhäuser. So ist es nicht nur traurig, dass der Anime generell in der deutschen Kinolandschaft ein Schattendasein fristet – auch wird mit einer derart geringfügigen Kinoauswertung vielen Leuten ein wahres Leinwanderlebnis vorenthalten. Denn „Your Name“ besticht nicht nur durch eine emotionale Geschichte, er ist auch einer der schönsten gezeichneten Filme überhaupt.

Taki und Mitsuha tauschen unfreiwillig ihre Körper

Die junge Mitsuha (deutsche Stimme: Laura Jenni) wohnt im Dörfchen Itomori. Dort kümmert sie sich um den örtlichen Schrein, besucht die Schule und hat das triste Landleben eigentlich satt. Wie passend, dass sie eines Tages im Körper des ähnlich alten Taki (Maximillian Belle) aufwacht. Anscheinend tauschen die beiden mehrmals in der Woche ihrer Körper miteinander. Damit all das nicht im kompletten Chaos endet und da sich die beiden an ihre jeweiligen Handlungen am nächsten Tag kaum erinnern, führen sie Tagebuch. So kommen die beiden einander doch näher, als es ihnen an sich lieb ist.

Sowohl Taki als auch …

Weiter soll die Geschichte nicht ausgeführt werden. Denn was anfangs wie eine Body-Switch-Komödie üblicher Machart anmutet, entwickelt sich im Laufe der 107 Minuten immer weiter. Manche Gegebenheiten begreift man erst bei einer zweiten Sichtung so richtig, da sie doch etwas aus dem Nichts kommen. Bis man allerdings dort hinkommt, spielt Regisseur Makoto Shinkai typische Motive eines Körperwechsel-Films gekonnt durch. Missverständnisse und unpassende Verhaltensweisen sind zwar nichts Neues, machen aber gerade mit der Prise japanischem Humor sehr viel Spaß. Hier hege ich auch die größte Angst beim geplanten US-Remake von J. J. Abrams („Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht“) – die japanische Kultur spielt in der Geschichte eine wichtige Rolle und ob das adaptiert wird, bleibt zu bezweifeln.

… Mitsuha sehen den Kometen „Tiamat“

Darüber hinaus ist „Your Name“ einfach wunderschön. War Shinkais „The Garden of Words“ bereits absolut detailverliebt, dürfen sich der Regisseur und seine Zeichner hier noch mehr austoben. Ob das von Hochhäusern beherrschte Tokio, das ruhige Dorf Itomori oder die Reflexion von Neonwerbung in einer Pfütze – jedes Bild ist ein Kunstwerk. Dazu kommen wirklich schöne Einfälle für Szenenübergänge und eine Art Traumsequenz, die man im Kino gesehen haben sollte. Optisch gibt es kaum Filme im Anime-Bereich, die beeindruckender ausfallen. Auch der Soundtrack der japanischen Rockband RADWIMPS fügt sich wunderbar in das Geschehen ein, auch wenn manche Stücke, in Verbindung mit der durchaus kitschigen Geschichte, für manche zu viel des Guten sein können.

Die große Stadt Tokio

Ein Appell an alle, die für die beiden Tage, in denen man den Film hierzulande sehen kann, noch keine Karten haben – tut es! Auch für Leute, die mit Animes weniger anfangen können, ist „Your Name“ aufgrund seiner Optik und der mitreißenden Geschichte absolut einen Blick wert. Und auch wenn Makoto Shinkai sein Ende ein bisschen zu lange hinauszögert, sitzt sein Werk zu Recht auf dem Thron des erfolgreichsten Animes aller Zeiten.

Das kleine Dorf Itomori

Länge: 107 Min.
Altersfreigabe: FSK 6
Originaltitel: Kimi No Na Wa
JAP 2016
Regie: Makoto Shinkai
Drehbuch: Makoto Shinkai
Verleih: Universum Film

Copyright 2017 by Matthias Holm

Filmplakat & Trailer: © 2017 Universum Film, Szenenbilder: © 2016 TOHO CO., LTD. / CoMix Wave Films Inc. / KADOKAWA CORPORATION / East Japan Marketing & Communications,Inc. / AMUSE INC. / voque ting co.,ltd. / Lawson HMV Entertainment, Inc.

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