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Red White & Blue – Leben am Abgrund der Trostlosigkeit

04 Mrz

Red White & Blue

Von Volker Schönenberger

Horrordrama // Durchzechte Nächte, Sex mit ständig wechselnden Partnern – das ist das Leben von Erica (Amanda Fuller, „Starry Eyes“). Um ihre Gesundheit schert sie sich ebenso wenig wie um persönliche Beziehungen. Gefühlskälte bestimmt ihr Leben. Steht einem ihrer Sexpartner doch einmal der Sinn nach einem Moment echter Zweisamkeit, lässt Erica ihn kühl abblitzen.

Hoffnung oder Hoffnungslosigkeit?

Als sie den Eigenbrötler Nate (Noah Taylor, „Edge of Tomorrow“) kennenlernt, ändert sich erst einmal nicht viel – außer, dass er nicht mit ihr ins Bett steigt. Nach und nach entwickelt sich der Hauch einer persönlichen Beziehung zwischen den beiden. Auch er trägt seine Dämonen mit sich herum, die ihn unberechenbar erscheinen lassen. Gibt es trotz allem Hoffnung für Erica und Nate?

Für schnellen Sex ist Erica immer zu haben – für mehr aber nicht

Hoffnung, dass sich ein trostloses Leben ändern kann? Der englische Regisseur Simon Rumley („The Living and the Dead“) schuf mit „Red White & Blue“ einen schwer verdaulichen Brocken, der in der Störkanal-Edition sehr gut aufgehoben ist und ganz nah an seine Figuren herangeht – schmerzhaft nah. Kurz keimt die Hoffnung auf, doch sie zerstiebt. Was bleibt, sind Tristesse und Gewalt. Eine Eskalation zum Finale rückt „Red White & Blue“ in Torture-Porn-Gefilde, ohne jedoch in die Exploitation-Untiefen dieses Horror-Subgenres abzugleiten. Dennoch sind einige Sequenzen des Schlussakts nur schwer anzuschauen.

Drama und Horror

Horror oder Drama? „Red White & Blue“ schwankt da etwas. Über weite Strecken ist der Film in erster Linie Drama, doch da Simon Rumley seine Regiarbeit im von Nando Rohner geführten Interview im Booklet als Horrorfilm bezeichnet, entscheide ich mich für Horrordrama. Der im texanischen Austin gedrehte Film trägt im Titel die drei Farben der US-Flagge, was eine politische Interpretation zulässt – etwa als Aussage über die bisweilen recht gewalttätige Außenpolitik der Vereinigten Staaten. Für Rumley stehen die Farben zwar eher für Emotionen, die man mit ihnen verbindet, doch er will den Zuschauern die Interpretation überlassen. Das fällt schwer, dennoch reiht sich „Red White & Blue“ nahtlos in die Riege der Störkanal-Veröffentlichungen ein – außergewöhnlich, anspruchsvoll.

Nate ist unberechenbar

Veröffentlichung: 27. Mai 2011 als DVD

Länge: 100 Min.
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Red White & Blue
GB/USA 2010
Regie: Simon Rumley
Drehbuch: Simon Rumley
Besetzung: Amanda Fuller, Noah Taylor, Marc Senter, Jon Michael Davis, Nick Holden, Patrick Crovo, Mary Mathews, Julian Haddad
Zusatzmaterial: Audiokommentar mit Regisseur Simon Rumley und Produzent Bob Portal, deleted scenes, Goof Reel, Teaser, Trailer, Trailershow, Booklet, O-Card (Vertikalschuber)
Label: I-On New Media GmbH (Störkanal-Edition)
Vertrieb: WVG Medien GmbH

Copyright 2018 by Volker Schönenberger
Szenenfotos: © 2011 I-On New Media GmbH / WVG Medien GmbH

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