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Doghouse – Geschlechterkampf mit untoten Weibsbildern

25 Mrz

Doghouse

Von Volker Schönenberger

Horrorkomödie // Wozu hat man seine Kumpels? Weil Vince (Stephen Graham) mitten im Scheidungsverfahren ein wenig neben der Spur steht, wollen ihn seine Freunde um den großmäuligen Frauenheld Neil (Danny Dyer) übers Wochenende ablenken. Von London aus geht die Tour mit ihrer Busfahrerin Candy (Christina Cole) ins ländliche Kaff Moodley mitten im Wald. Dass es dort nicht mit rechten Dingen zugeht, fällt den auf eine zünftige Sauftour hoffenden Kerlen anfangs nicht auf. Kaum eine Menschenseele ist zu sehen, lediglich im örtlichen Pub übergibt sich auf der Toilette gerade eine Frau. Dass der Barkeeper tot hinter dem Tresen liegt, fällt der Clique nicht auf. Lediglich ein unangenehmer Geruch gibt den Kumpels etwas zu denken.

Ausfall mit Wasserpistolen

Mikey (Noel Clarke) gerät als erster Geselle in Bedrängnis, als ihn eine Untote im Brautkleid attackiert. Bald wird deutlich: Offenbar sind die Frauen des Orts allesamt zu Zombies mutiert und über die Männer hergefallen. Der Soldat Sergeant Gavin Wright (Terry Stone) scheint der einzige männliche Überlebende der Gegend zu sein.

Jungs gegen Mädchen – Mädchen gegen Jungs

Der Geschlechterkampf als Aufhänger einer zünftigen Zombiekomödie – keine schlechte Idee. Einen tiefschürfenden Kommentar über Gender-Themen sollte aber niemand erwarten, hier geht es um spritzigen Splatter-Spaß. Den bekommen wir zu sehen. Etwas mehr Dialogstärke hätte das Thema aber vertragen. So bleibt „Doghouse“ an der Oberfläche der Konflikte zwischen Feministinnen und Machos alter Schule, fällt dafür aber schwarzhumorig und absurd aus, wie man das von einer Zombiekomödie auch erwarten darf.

Kampfpause

Regisseur Jake West („Razorblade Smile“) dreht in erster Linie Video-Dokus, oft wohl auch für Bonusmaterialien anderer Filme. Mit „Evil Aliens“ machte er 2005 immerhin im Horrorgenre auf sich aufmerksam, doch „Doghouse“ folgte erst vier Jahre später. Die Zombiekomödie steht ganz in der Tradition britischer Horrorspäße jener Zeit. An „Shaun of the Dead“ (2004) kommt „Doghouse“ erwartungsgemäß nicht heran, doch mit „Severance – Ein blutiger Betriebsausflug“ (2006) kann Wests Regiearbeit mithalten, zumal Danny Dyer einen Wiedererkennungswert bringt; hier wie dort spielt er einen eher leichtlebigen Gesellen. Wer unbedingt politisch korrekt sein will, darf „Doghouse“ gern eine gewisse Frauenfeindlichkeit attestieren, möge sich aber nicht beschweren, wenn die Einladung zum Party-Filmabend dann ausbleibt. Dafür eignet sich die Zombiekomödie nämlich vorzüglich, zumal sie auch in Deutschland ohne Schnittauflagen die FSK passiert hat.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Danny Dyer sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet. Ein lesenswerter Text zu „Doghouse“ findet sich auch bei den Kollegen von Evil Ed.

Mit Golfschläger ins Getümmel – Eisen 8!

Veröffentlichung: 25. Juni 2010 als DVD, 8. Januar 2010 als Special Edition Blu-ray und 2-Disc Special Edition DVD

Länge: 89 Min. (Blu-ray), 85 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Niederländisch
Originaltitel: Doghouse
GB 2009
Regie: Jake West
Drehbuch: Dan Schaffer
Besetzung: Danny Dyer, Stephen Graham, Noel Clarke, Emil Marwa, Lee Ingleby, Keith-Lee Castle, Christina Cole, Terry Stone, Neil Maskell, Emily Booth, Victoria Hopkins
Zusatzmaterial: Making-of, Bloopers, entfernte Szenen, TV-Spots, alternativer Trailer, Originaltrailer, Trailershow
Label: splendid film
Vertrieb: WVG Medien GmbH

Copyright 2018 by Volker Schönenberger

Szenenfotos & Packshot: © 2010 splendid film / WVG Medien GmbH

 

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