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Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer – Eine Insel mit zwei Bergen

28 Mrz

Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer

Kinostart: 29. März 2018

Von Matthias Holm

Abenteuer // Bis heute gehört „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ zu den bekanntesten deutschen Kinderbüchern. 1960 von Michael Ende geschrieben, erlangte die Geschichte um Jim, Lukas und der Lokomotive Emma vor allem durch den Marionettentheater-Fernsehfilm der Augsburger Puppenkiste große Bekanntheit. Nun wurde der Stoff von Regisseur Denis Gansel in einem modernen Gewand als Spielfilm realisiert – was über weite Strecken erstaunlich gut funktioniert.

Die Lok muss weg

Auf einer Insel mit zwei Bergen und dem tiefen weiten Meer leben König Alfons der Viertel-vor-Zwölfte (Uwe Ochsenknecht), die Händlerin Frau Waas (Annette Frier), Herr Ärmel (Christoph Maria Herbst) und Lokomotivführer Lukas (Henning Baum) mit seiner Emma. Eines Tages bringt der Postbote ein merkwürdiges Paket – darin enthalten ist ein kleiner Junge. Jim (Solomon Gordon) wächst bei Frau Waas auf, doch dass er woanders herkommt, ist auch ihm klar. Allerdings ist Lummerland, so der Name der Insel, zu klein für so viele Leute – also beschließt der König, dass Emma gehen muss. Doch allein kann die Lokomotive ja nicht in die Welt hinaus und so ziehen Jim und Lukas los – in das Abenteuer ihres Lebens.

Na, Melodie schon im Kopf?

Ein großes Lob geht an die Kreativ-Abteilung. Wie der Film es schafft, die Welt aus dem Buch zum Leben zu erwecken, muss sich vor einem internationalen Vergleich nicht scheuen – die Produktionskosten von rund 25 Millionen Euro sieht man „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ deutlich an. Und auch wenn man bei manchen Effekten, wie den kleinen Kindeskindern im Königreich Mandala, ihre Herkunft aus dem Computer erkennt, kommt man aus dem Staunen selten heraus.

Stelldichein der deutschen Schauspieler

Dem Stand als beliebtes Buch ist es wohl auch anzurechnen, dass der Film bis in die kleinsten Nebenrollen mit hochkarätigen deutschen Schauspielern besetzt ist. Das geht bereits am Anfang los, wenn die leider nur kurz auftauchende „Wilde 13“ komplett von Rick Kavanien verkörpert wird. Über die Bewohner des Lummerlands hinaus kann man Milan Peschel als Scheinriese Herr Tur Tur bewundern, und auch die Stimme von Michael „Bully“ Herbig erklingt. Dass sie ihre Sache gut machen, ist klar. Doch der Kern der Geschichte sind ja Jim und Lukas.

Audienz beim König

Hier ergibt sich allerdings ein kleines Problem. Henning Baum ist als grantiger Lokomotivführer, der gern auch mal in Bud-Spencer-Manier zuhaut, mit seiner tiefen Stimme perfekt besetzt, und auch Solomon Gordon gibt als Jim eine gute Figur ab. Nur die Chemie der beiden untereinander stimmt nicht so recht. Gerade in der Mitte des Films, wenn unsere beiden Helden verstärkt gemeinsame Szenen nur zu zweit haben, fällt der Film merklich ab. Umso schöner, wenn sie dann wieder mit anderen Figuren interagieren können – das verhilft dem Film zu neuem Schwung.

Jim, Lukas und Emma auf großer Fahrt

Auch wenn die Moral der Geschichte schon arg mit dem Holzhammer in die Zuschauer gehauen wird, nimmt „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ sowohl die neuen, kleinen Fans mit als auch diejenigen, die mit dem Stoff aufgewachsen sind. Und diesen schwierigen Mittelweg schaffen nicht alle Filme.

Das Königreich Mandala

Länge: 110 Min.
Altersfreigabe: FSK freigegeben ohne Altersbeschränkung
Originaltitel: Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer
D 2018
Regie: Dennis Gansel
Drehbuch: Dirk Ahner, Andrew Birkin, James V. Hart, Sebastian Niemann, nach dem gleichnamigen Roman von Michael Ende
Besetzung: Henning Baum, Solomon Gordon, Uwe Ochsenknecht, Annette Frier, Christoph Maria Herbst, Rick Kavanian, Milan Peschel, Leighanne Esperanzate, Eden Gough
Verleih: Warner Bros. Entertainment GmbH

Copyright 2018 by Matthias Holm

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2018 Warner Bros. Entertainment GmbH

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3 Kommentare

Verfasst von - 2018/03/28 in Film, Kino, Rezensionen

 

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3 Antworten zu “Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer – Eine Insel mit zwei Bergen

  1. Tupolew Tu-154

    2018/04/26 at 22:45

    Ich war nie ein Fan der Aug. Puppenkiste, allerdings verschlang ich die Bücher und so war es logisch, dass ich mir auch den Film ansah. Meine Lieblinge sind natürlich Emma und Molly.

     
  2. Cary

    2018/03/28 at 13:41

    Ich war als Kind nie ein Jim Knopf-Fan, aber seit ich Emma und das Filmteam auf der Spielwarenmesse gesehen habe, bin ich schon neugierig auf den Film. Bin aber eben immernoch unschlüssig, ob er für Erwachsene auch lohnt, wenn sie nicht schon früher im Thema waren…

     
    • Matthias Holm (@MatzeHolm)

      2018/03/28 at 21:36

      Hey Cary, dass ist eine schwierige Frage, da ich selbst großer Fan bin. Selbst wenn dir das Original nicht zusagt, kann man sich den Film aber alleine für die tolle Produktion und Darsteller angucken 🙂

       

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