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Ghostland – Der Mann hinter „Martyrs“ ist zurück

04 Apr

Incident in a Ghostland

Kinostart: 5. April 2018

Von Matthias Holm

Horror // Besonders viele Filme hat Pascal Laugier in seiner Vita nicht vorzuzeigen. Und dennoch warten Horrorfilms gespannt auf sein neues Werk „Ghostland“ – schließlich hat der französische Drehbuchautor und Regisseur 2008 mit „Martyrs“ einen wichtigen und für viele sogar den besten Beitrag zur neuen Welle des französischen Terrorkinos geleistet. Und auch wenn sein neuer Film nicht mit dem Folter-Meisterwerk mithalten kann, so ist „Ghostland“ doch ein formidabler Schocker geworden.

Noch ahnen Vera (l.) und Beth nicht, was ihnen bevorsteht

Die erfolgreiche Autorin Beth (Crystal Reed) verarbeitet in ihrem neuen Buch „Incidents in a Ghostland“ ein Trauma aus ihrer Kindheit – damals waren zwei Gestalten (Rob Archer, Kevin Power) ins Haus ihrer Mutter Pauline (Mylène Farmer) eingestiegen und hatten sie (als Kind: Emilia Jones) und ihre Schwester Vera (Taylor Hickson) gequält. Eines Abends bekommt Beth einen Anruf – im Gegensatz zu ihr hat Vera (jetzt: Anastasia Phillips) die Ereignisse nicht verarbeiten können und nun anscheinend ihren Verstand verloren. Um nach dem Rechten zu sehen, reist Beth in das Haus zurück, in dem sie für eine Nacht dem puren Terror ausgesetzt war.

Beth kehrt zu ihrer Mutter zurück

Dies ist jedoch nur der Anfang eines Films, der es hervorragend versteht, Spannung zu erzeugen. Der Anfang gestaltet sich überaus ruhig, die Familie zieht in das neue Haus ein und erkundet es erst mal. Dabei fällt einem bereits das wunderbare Setdesign auf – im schaurigsten Sinne. Denn das Haus, in dem sich die Schreckensnacht abspielt, wirkt mit all seinen Puppen, engen Räumen und Spielereien wenig einladend. Wenn sich dann die beiden Eindringlinge daran machen, die Familie zu terrorisieren, erinnert „Ghostland“ am ehesten an moderne Horrorfilme der Marke „Blumhouse“. Es gibt nicht viel Gewalt, Laugier setzt in dieser Phase eher auf Jump-Scares, die allerdings gut funktionieren.

Vom Jump-Scare zum Terror

Nachdem es dann einen recht radikalen Schnitt gibt und die Gegenwartshandlung einsetzt, hat der Zuschauer ein wenig Zeit, sich zu erholen – und die braucht es auch. Nach ein paar durchaus vorhersehbaren, aber clever inszenierten Wendungen transformiert sich der Film nämlich: Laugier entfernt sich vom modernen Horror und huldigt der Wurzel seines Schaffens. Damit meine ich nicht mal das neue französische Terrorkino, sondern vielmehr die Ursprünge dieses Horror-Subgenres. In der zweiten Hälfte fühlt sich „Ghostland“ wie ein Film an, der in den 70ern nach „The Texas Chainsaw Massacre“ entstanden sein könnte. Die Szenen sind unbequem und unangenehm, ohne allzu große Gewaltspitzen zu zeigen. Allerdings fehlt dadurch auch ein wenig die letzte Konsequenz, die Geschehnisse nehmen einen mit, es fehlt aber leider der letzte Funken, um einen nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen.

Nicht gerade einladend

Dennoch ist Beths Tour de Force es absolut wert, gesehen zu werden – auch wenn diese Art des Kinos nicht jedem Filmfan zusagen wird. Aber auf eine Sache können sich wohl alle einigen: Besser als das US-Remake von „Martyrs“ ist „Ghostland“ allemal.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Pascal Laugier sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet.

Länge: 91 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Originaltitel: Incident in a Ghostland
F/KAN 2018
Regie: Pascal Laugier
Drehbuch: Pascal Laugier
Besetzung: Crystal Reed, Emilia Jones, Taylor Hickson, Anastasia Phillips, Mylène Farmer, Rob Archer, Kevin Power
Verleih: capelight pictures

Copyright 2018 by Matthias Holm

Filmplakat, Fotos & Trailer: © capelight pictures

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