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Swimming with Men – Ballett in Badehosen: Männer schwimmen aus der Krise

07 Jun

Swimming with Men

Kinostart: 7. Juni 2018

Von Iris Janke

Komödie // „Niemand spricht über den Schwimmclub. Was ins Becken geht, bleibt im Becken. Alle sollten sich ernsthaft bemühen, anwesend zu sein“, so lautet die erste Regel des Londoner Synchron-Schwimmclubs für Männer.

Auf Tauchstation vor der Midlife-Crisis: die Männer des Schwimmclubs

Zugegeben: Der männlichen Midlife-Crisis mit Synchronschwimmen zu begegnen, ist mehr als ungewöhnlich. Als „normal“ gilt es eher, die Ehefrau zu betrügen, mit neuer Partnerin eine Zweitfamilie zu gründen, sich einen Sportwagen zu zuzulegen oder einfach regelmäßig zu besaufen. Dennoch: Der Film von Regisseur Oliver Parker („Johnny Englisch – Jetzt erst recht“, 2011) über sechs britische Durchschnittsmänner in den besten Jahren, die dieser Krise in der Lebensmitte gemeinsam plantschend im öffentlichen Schwimmbad begegnen, funktioniert wunderbar.

Neues Hobby: Eric und seine Synchronschwimmfreunde

Gespickt ist Parkers Komödie mit einer gehörigen Prise britischem Humor und ganz wunderbaren Schauspielern. Großartig besetzt ist beispielsweise Hauptdarsteller Rob Brydon („The Trip“, 2010) als rhythmischer Traumtänzer Eric, der, angeödet von seinem Leben als Buchhalter in einer Londoner Bank, Vater eines pubertierenden Jungen und Gatte einer lokalpolitisch aktiven Frau nach neuen Herausforderungen sucht. Die emotionale Lücke füllt sich für Eric, als er in einem Schwimmbad anderen wenig grazilen Männern in Badehosen mit ganz ähnlichen Problemen begegnet, die sich mit Hilfe von Hebefiguren und rhythmischem Wasserballett gemeinsam erden.

Mann Nummer acht komplettiert die schönste Wasserchoreographie

Erics neue Freunde bilden eine Art feuchte Selbsthilfegruppe und werden von britischen TV-Urgesteinen wie Jim Carter („Downton Abbey“) und Rupert Graves („Sherlock“) dargestellt. Trainiert werden die Leidensgenossen von der Synchronschwimmerin Susan (Charlotte Riley, „Edge of Tomorrow“, 2014). Sie und ihr schwedischer Freund, ebenfalls ein Synchronschwimmer, setzen den Mitgliedern des Schwimmclubs den Floh ins Ohr, an den inoffiziellen Synchronschwimm-Weltmeisterschaften der Männer in Mailand teilzunehmen. Wunderbar schief geht der erste öffentliche Auftritt des Synchronschwimmclubs bei einem Kindergeburtstag.

Bademeisterin Susan bringt die Truppe auf Trab

Fazit: Diese Männer im Pool machen Laune. Zu empfehlen ist der Film darum nicht nur Männern in der Midlife-Crisis, sondern allen, die englischen, zuweilen schwarzen Humor lieben. Es darf gelacht und geweint werden, und wer „Ganz oder gar nicht“ (1997) mit Robert Carlyle gesehen hat, wird ähnlich skurrilen Humor auch in „Swimming with Men“ entdecken. Als reale Vorlage für „Swimming with Men“ diente Parker die schwedische Dokumentation „Der Männerschwimmclub“ (2010) über die schwedische Synchronschwimmmannschaft der Männer, die tatsächlich an den inoffiziellen Synchronschwimm-Weltmeisterschaften in Mailand teilnahm.

Auch nur mit einer Badehose kann es Ärger mit der Polizei geben

Länge: 94 Min.
Altersfreigabe: FSK freigebeben ohne Altersbeschränkung
Originaltitel: Swimming with Men
GB 2018
Regie: Oliver Parker
Drehbuch: Aschlin Ditta
Besetzung: Rubert Graves, Charlotte Riley, Nathaniel Parker, Rob Brydon, Adeel Akhtar, Daniel Mays, Jim Carter, Thomas Turgoose, Jane Horrocks, Steve Carroll, Christian Rubeck
Verleih: Alamode Film/Filmagentinnen

Copyright 2018 by Iris Janke

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2018 Alamode Film

 

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