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Alien Hunter – Auf die Spitze getriebener Etikettenschwindel

12 Jun

Welcome to Willits

Von Simon Kyprianou

Horror // Im englischsprachigen Original heißt der Film „Welcome to Willits“, und dort spielt der Alien-Invasions-Film auch, in diesem beschaulichen Örtchen im Cannabis-geschwängerten Emerald-Dreieck, einer schön bewaldeten Gegend im Norden Kaliforniens. Eine ganze Reihe von Teenagern will dort die Ferien verbringen, zum einen Courtney (Anastasia Baranova), eine Studentin, die aus dem Ort stammt und die Ferien bei ihrem Onkel Brock (Bill Sage) und ihrer Tante Peggy (Sabina Gadecki) verbringt; zum anderen eine Gruppe von Studenten (u. a. Rory Culkin, Garrett Clayton, Chris Zylka), die bei den heißen Quellen in der Nähe kampieren will.

Brock sieht überall Anzeichen einer Alien-Invasion …

Onkel Brock und Tante Peggy haben die Angewohnheit, ab und zu mal Meth zu rauchen. Jahre zuvor hat Brock im Drogenrausch imaginiert, von Außerirdischen entführt zu werden. Seither quälen ihn Träume, in welchen er in der Alien-Welt festsitzt. Er und Peggy verstehen sich als letzte menschliche Bastion im Kampf gegen die feindlichen Invasoren. Und gegen diese Invasoren setzt er sich nur zu gern feindlich zur Wehr. Dumm nur, dass er, wenn er nachts high ist, quasi jeden fremden Menschen als Alien wahrnimmt und ihm die Rübe wegpustet. Das wird im Laufe einer schicksalshaften Nacht, in der die Reisegruppe versehentlich in der Nähe seiner Farm ihre Zelte aufschlägt statt an den heißen Quellen, ungemütlich für die Teenies – und auch für Courtney, die irgendwann begreift, dass ihre Familie durchgedreht ist, und etwas dagegen unternehmen will.

Kein Interesse für die Paranoia des Junkies

„Alien Hunter“ erzählt holprig und von der Anzahl seiner Figuren merklich überfordert den Plot in grauenvoll ungelenken Dialogen. Der Film interessiert sich nicht wirklich für Brock, der in seiner Paranoia und der Isolation, in die er sich hineinmanövriert, eine potenziell interessante Figur wäre, wie beispielsweise die ähnlich angelegten Figuren in William Friedkins „Bug“. Regisseur Trevor Ryan, der hier seinen ersten Langfilm inszeniert, geht lieber dem schlecht erzählten Plot nach und dezimiert nach und nach die Jugendlichen.

… gegen die er sich mit Gewalt verteidigt

Es ist ein freudlos schlechter Film, der sich nichts und niemandem hingeben will, nicht der potenziell schön cheesigen Lovestory, die er inszeniert, nicht der Figur des paranoiden Drogis, nicht Splatter-Effekten die er unelegant andeutet, nur um sie dann doch zu umgehen, alles Sachen die den Film vielleicht nicht gut, aber wenigstens freudvoll machen würden.

Dolph Lundgren läuft kurz durchs Bild

Ach ja, Dolph Lundgren ist für zwei Minuten zu sehen, als TV-Cop Derek in einer Serie die Brock im Fernsehen schaut, in unzusammenhängenden Szenen, in denen er Verdächtige verprügelt. Die deutsche Titelschöpfung „Alien Hunter“ setzt den Film in die Nähe zu Lundgrens „The Demon Hunter“, was aber ebenso in die Irre führt wie die an die deutsche Blu-ray von „Arrival“ erinnernde Gestaltung des Covers. Die Alienfratze im Hintergrund vervollständigt diesen Etikettenschwindel. Insgesamt ist „Alien Hunter“ leider eine zähe, freudlose Angelegenheit.

Darunter leidet auch Courtney …

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Dolph Lundgren sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

… vor allem aber all jene, die seiner Hütte zu nahe kommen

Veröffentlichung: 7. Juni 2018 als Blu-ray und DVD

Länge: 84 Min. (Blu-ray), 81 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Welcome to Willits
USA 2016
Regie: Trevor Ryan
Drehbuch: Tim Ryan
Besetzung: Bill Sage, Chris Zylka, Anastasia Baranova, Sabina Gadecki, Garrett Clayton, Thomas Dekker, Karrueche Tran, Keelin Woodell, Rory Culkin, Dolph Lundgren
Zusatzmaterial: Trailer, Trailershow, Wendecover
Vertrieb: Tiberius Film

Copyright 2018 by Simon Kyprianou
Fotos & Packshot: © 2018 Tiberius Film

 
 

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Eine Antwort zu “Alien Hunter – Auf die Spitze getriebener Etikettenschwindel

  1. TomHorn

    2018/06/12 at 04:55

    Schade, der Inhaltsangabe nach hört der sich ja ziemlich interessant an.

     

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