RSS

Wes Craven’s Wishmaster – Beim Wünschen ist Vorsicht geboten

20 Jun

Wishmaster

Von Volker Schönenberger

Horror // Once in a time before time, God breathed life into the universe. And the light gave birth to angels. And the earth gave birth to man. And the fire gave birth to the djinn, creatures condemned to dwell in the void between the worlds. One who wakes a djinn shall be given three wishes. Upon the granting of the third, the unholy legions of the djinn shall be freed upon the earth. Fear one thing only in all that is … Fear the djinn.

Nach diesen Texteinblendungen zu Beginn von „Wes Craven’s Wishmaster“ können wir trefflich darüber streiten, weshalb dem allmächtigen und barmherzigen Gott bei der Schöpfung des Universums ein solcher Fauxpas unterlaufen konnte, böse Geister und Dämonen in die Lage zu versetzen, Unheil über die Menschheit zu bringen. Aber immerhin ermöglichen solche Logiklöcher Horrorfilmern, das Grauen über die Leinwand zu bringen.

Der Geist aus dem Feueropal

Wir kennen Dschinns aus den „Märchen aus Tausendundeiner Nacht“. In „Aladin und die Wunderlampe“ beispielsweise verhilft ein guter Geist dem Helden zu seinem Lebensglück. In „Wes Craven’s Wishmaster“ hingegen ist der Dschinn (Andrew Divoff) ganz und gar nicht wohlgesonnen. Im Jahr 1127 n. Chr. entlockt er einem persischen Regenten Wünsche. Der zweite klingt an sich harmlos: „Lass mich staunen, Dschinn! Lass mich Wunder schauen!“ Damit entfesselt er ein Inferno, welches zahlreiche seiner Untertanten im Palast das Leben kostet. Erstaunlich, fürwahr! Der König ist alles andere als angetan, doch bevor er den fatalen dritten Wunsch aussprechen kann, den zweiten Wunsch umzukehren, greift ein Zauberer ein und bannt den Dschinn in einem Feueropal.

In den USA der Gegenwart trifft eine wertvolle Fracht im Hafen ein, auf die Raymound Beaumont (Robert Englund) schon lange gewartet hat: eine große Statue des Götzen Ahura Mazda. Ein unachtsamer Arbeiter verursacht dabei einen Unfall, der Beaumonts Assistenten (Ted Raimi) das Leben kostet und die Statue bersten lässt. Beim Wegräumen des Schutts entdeckt ein anderer Arbeiter einen großen Feueropal und lässt ihn mitgehen. Über einen Pfandleiher landet der Stein bei einem Auktionshaus, dessen beste Sachverständige Alexandra „Alex“ Amberson (Tammy Lauren) ihn unter die Lupe nimmt. Es kommt, wie es kommen muss: Der Dschinn kann sich aus seinem Miniaturgefängnis befreien und beginnt sein unheilvolles Werk – er hat die lästige Angewohnheit, ihm gegenüber geäußerte Wünsche überaus eigenwillig zu interpretieren.

Einstmals indiziert, nun ab 16

Wes Craven fungierte als Executive Producer der zweiten Regiearbeit von Robert Kurtzman, der als Make-up-Spezialist (u. a. „From Dusk Till Dawn“) allerdings größere Bekanntheit erlangte. Auch bei „Wishmaster“ gehörte er zum Effektteam, das sich gehörig austoben durfte, um den grimmigen Dschinn zu entfesseln und ihm die Ausübung seiner Taten zu ermöglichen. Der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien war das 1999 eine Indizierung wert, die allerdings 2016 aufgehoben wurde. Die anschließende Neuprüfung durch die FSK ergab sogar eine Freigabe der ungeschnittenen Fassung ab 16 Jahren. Beim Kauf ist aber Vorsicht geboten, es kursieren noch FSK-18-Fassungen mit Zensurschnitten.

Wo der Dschinn hausieren geht, wächst kein Gras mehr. Leichen pflastern seinen Weg, darunter Kane „Jason Vorhees“ Hodder und Tony Todd („Candymans Fluch“). Mit Robert „Freddy Krueger“ Englund ist ohnehin eine echte Ikone des Horrorgenres am Start. Es dürfte nicht zuletzt diesem personellen Fan-Service zu danken sein, dass „Wishmaster“ in der Horrorgemeinde hohes Ansehen genießt. Auch Kurtzman selbst gab sich einen Cameo-Auftritt als Opfer. Schauspielerische Höchstleistungen bekommen wir bei all dieser Prominenz natürlich trotzdem nicht zu sehen. Das Gezeigte erfüllt aber seinen Zweck.

Drei „Wishmaster“-Sequels folgten

Die Story will ihre Zuschauer immerhin nicht für dumm verkaufen. Die erneute Sichtung nach Jahren ließ bei mir aber das Gefühl aufkommen, das noch mehr drin gewesen wäre, das Szenario der sich auf bizarr-blutige Weise erfüllenden Wünsche mit Leben zu erfüllen. Aber dafür sorgten ja die drei Fortsetzungen „Das Böse stirbt nie“ (1999), „Der Höllenstein“ (2001) und „Die Prophezeiung erfüllt sich“ (2002), auch wenn die Qualitätskurve der Sequels doch arg nach unten ausschlug. „Wes Craven’s Wishmaster“ jedenfalls bringt effektvollen Horror ohne ironischen Firlefanz in die gute Stube.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Robert Englund und Tony Todd sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Veröffentlichung: 30. März 2018 als Blu-ray im Futurepak, 3. August 2007 als DVD und DVD im Steelbook (beide mit Zensurkürzungen)

Länge: 90 Min. (Blu-ray), 86 Min. (DVD), 85 Min. (geschnittene DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: deutsch, englisch
Untertitel: deutsch
Originaltitel: Wishmaster
USA 1997
Regie: Robert Kurtzman
Drehbuch: Peter Atkins
Besetzung: Tammy Lauren, Andrew Divoff, Robert Englund, Tony Todd, Kane Hodder, Chris Lemmon, Wendy Benson-Landes, Tony Crane, Jenny O’Hara, Ricco Ross, John Byner, Ted Raimi
Zusatzmaterial: keine Angabe
Label/Vertrieb Blu-ray: NSM Records
Label/Vertrieb DVDs: Kinowelt Home Entertainment GmbH (Rechtsnachfolger: Studiocanal Home Entertainment

Copyright 2018 by Volker Schönenberger

Packshot BR: © NSM Records

Advertisements
 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

 
%d Bloggern gefällt das: