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The Forest – Verlass nie den Weg: Vor Geistern und Selbstmördern wird gewarnt

02 Jul

The Forest

Von Volker Schönenberger

Horrordrama // Eine Frau läuft um Hilfe schreiend durch den Wald – der Albtraum lässt Sara (Natalie Dormer) hochschrecken. Sie packt ihre Sachen und fliegt nach Tokio, um ihre Zwillingsschwester Jess zu finden, die dort als Lehrerin arbeitet. Das unsichtbare Band zwischen den beiden Eineiigen lässt sie ahnen, das etwas mit Jess nicht in Ordnung ist. Tatsächlich wird ihre Schwester vermisst. Zuletzt wurde sie gesehen, als sie im berüchtigten Aokigahara-Wald den Weg verließ und im Gehölz verschwand. Die Polizei macht Sara wenig Hoffnung: Den Wald würden Menschen aufsuchen, um dort Selbstmord zu begehen. Nach 48 Stunden hätten sie ihr Vorhaben meist ausgeführt.

Sara traut sich in den Aokigahara-Wald

Sara bricht zum Aokigahara-Wald auf, wo ihr wiederholt eingeschärft wird, dort niemals den Weg zu verlassen. Im Hotel trifft sie den Journalisten Aiden (Taylor Kinney), der vorhat, mit einem einheimischen Führer in den Wald zu gehen, und ihr anbietet, sie mitzunehmen. Der Führer Michi (Yukiyoshi Ozawa) warnt Sara davor, den Wald zu betreten. Sie sei traurig, das sei gefährlich. Die junge Frau lässt sich jedoch nicht beirren.

Serbischer Wald als Aokigahara

Das sparsame Setting und das kleine Ensemble ermöglichen trotz geringen Budgets einen wertigen Look, zumal sich Waldaufnahmen gut für stimmungsvolle Atmosphäre eignen – als Aokigahara diente beim Dreh ein Wald in Serbien. Jason Zada inszenierte sein Langfilm-Regiedebüt als ruhigen, bisweilen bedächtigen Grusler, in welchem er schöne Naturaufnahmen einsetzt. Dabei sehen sich Sara und damit das Filmpublikum mit einigen Finten konfrontiert, die die Handlung schlägt. Ein paar Jump-Scares lassen hochschrecken, glücklicherweise setzt Zada sie nicht inflationär ein.

Die 1982 im englischen Reading geborene Natalie Dormer machte erstmals als Anne Boleyn in der Fernsehserie „Die Tudors“ (2007–2010) auf sich aufmerksam, bevor sie mit ihrer Rolle als Margaery Tyrell in „Game of Thrones“ und als Cressida in „Die Tribute von Panem – Mockingjay (1)“ und „Die Tribute von Panem – Mockingjay (2)“ zum Star aufstieg. Zwar muss sie „The Forest – Verlass nie den Weg“ nicht allein stemmen, aber von ihrer Präsenz hängt doch einiges ab. Glücklicherweise gelingt es ihr, Sara Profil zu verleihen.

Die Geister des Selbstmörderwalds

Den Selbstmörderwald Aokigahara am Fuß des Fuji gibt es wirklich. Ihm wird auch nachgesagt, dort würden Yūrei umgehen, missgestimmte Geister von Kleinkindern und Greisen, die dort von ihren Angehörigen während Hungersnöten zum Sterben ausgesetzt worden seien – eine als Ubasute bekannte japanische „Tradition“, besser wohl: Legende. Besonders traurige Menschen seien in Gefahr, weil die Yūrei das ausnutzen würden.

Gelegentlich hängt ein Selbstmörder am Baum

Die Mythen um den Aokigahara dienen seit jeher als Inspiration für Mangas, Romane und Videospiele. Filmisch hat sich beispielsweise Gus Van Sant 2015 mit „The Sea of Trees“ mit Matthew McConaughey und Ken Watanabe des Themas angenommen. „The Forest – Verlass nie den Weg“ ist sogar höher einzuschätzen als Van Sants Drama, auch wenn das Horrordrama unspektakulär daherkommt und es etwas an Pep mangeln lässt.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Natalie Dormer sind in unserer Rubrik Schauspielerinnen aufgelistet.

Veröffentlichung: 26. August 2016 als Blu-ray im Steelbook, 3. Juni 2016 als limitiertes Mediabook (Blu-ray & DVD), Blu-ray und DVD

Länge: 94 Min. (Blu-ray), 90 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Niederländisch
Originaltitel: The Forest
USA 2016
Regie: Jason Zada
Drehbuch: Nick Antosca, Sarah Cornwell, Ben Ketai
Besetzung: Natalie Dormer, Taylor Kinney, Yukiyoshi Ozawa, Eoin Macken, Rina Takasaki, Stephanie Vogt, Noriko Sakura, Yûho Yamashita
Zusatzmaterial: B-Roll, Interview mit Natalie Dormer, Featurette „Exploring the Forest“, Motion Poster, Originalteaser, zwei Originaltrailer, Trailershow, nur Mediabook: Booklet
Label: splendid film
Vertrieb: WVG Medien GmbH

Copyright 2018 by Volker Schönenberger

Szenenfotos & Packshot Steelbook: © 2016 splendid film / WVG Medien GmbH

 
 

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Eine Antwort zu “The Forest – Verlass nie den Weg: Vor Geistern und Selbstmördern wird gewarnt

  1. Ma-Go

    2018/07/02 at 08:51

    Der Film hat mir damals überraschend gut gefallen und ich kann die vielen negativen Kritiken nur sehr bedingt nachvollziehen ziehen. Ja, der „Pepp“ fehlt wirklich etwas. Dennoch halte ich „The Forest“ auf jeden Fall für gelungen.

     

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