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The Most Dangerous Game – Mal wieder Menschenjagd

12 Aug

The Most Dangerous Game

Von Volker Schönenberger

Action-Abenteuer // Laut Presseinformation des Labels orientiert sich „The Most Dangerous Game“ zweifelsfrei am Kultstreifen „Surviving the Game“ von 1994 mit Rutger Hauer und Ice-T (deutscher Titel: „Tötet ihn!“). Sonderbar, dass die Promo-Abteilung des Publishers die eindeutigere Vorlage übersehen hat, deuten der Filmtitel und die Namen von Protagonist wie Antagonist – Rainsford und Zaroff – doch klar auf den Menschenjagd-Klassiker „Graf Zaroff – Genie des Bösen“ von 1932 mit Fay Wray, Robert Armstrong und Joel McCrea.

Genie des Bösen?

„Ich bin prominent. So sind wir Stars nun mal.“ So rechtfertigt Rick Rainsford (John Hennigan) sein aufgeblasenes Verhalten und seinen Alkoholkonsum vor der Bordfotografin Anna (Michelle Taylor). Ein alter Kumpel hat den Großwildjäger zu einem Jagdtrip eingeladen. Per Kreuzfahrtschiff soll es zum Ziel in abgelegenen Gewässern gehen. Kurze Zeit später bricht an Bord ein Feuer aus und ist das Schiff dem Untergang geweiht. Zum Glück ist eine einsame Insel in der Nähe, an dessen Ufer sich Rick und Anna retten. Mit einem Schwerverletzten sind sie offenbar die einzigen Überlebenden der Katastrophe. Ein muskelbepackter Glatzkopf (Joseph Gatt) greift die drei auf und bringt sie zu seinem Boss Colonel Zaroff (Eric Etebari). Die vermeintlichen Retter entpuppen sich bald als Schurken, die ein grausames Spiel spielen: Auch Zaroff liebt die Jagd – die Menschenjagd. Generöserweise gibt er Rick und Anna einen Vorsprung.

Auf der Flucht

Man hätte Wetten drauf abschließen können: Ist ihr Verhältnis zu Beginn noch von gegenseitiger Abneigung geprägt, kommen Rick und Anna einander während ihrer Flucht recht nah. Und das, obwohl beide doch tatsächlich unsympathisch sind und speziell Ricks Wandel vom Vollpfosten zum verantwortungsvollen und toughen Überlebenskünstler wenig glaubwürdig rüberkommt – um es zurückhaltend auszudrücken. Aber mehr können Zuschauer eben in der Regel nicht erwarten, wenn ein Wrestler zum Hauptdarsteller auserkoren wird. Im Ring ist John Hennigan als John Morrison bekannt geworden.

Auf der Jagd

Klar, dass Rick auch noch ein Trauma mit sich herumträgt, von dem er Anna in einer Atempause berichtet. Schema F lässt grüßen. Auch Zaroffs Hintergrundgeschichte erfahren wir, sie ist von ähnlich einfallsloser Qualität. Lasst euch überraschen! Auf ihrer Flucht müssen sich Rick und Anna vor heimtückischen Fallen in Acht nehmen, die Zaroff und sein Gehilfe Ivan überall platziert haben. Die x-beliebigen Actionszenen und Kampfeinlagen locken keinen Hund hinter dem Ofen hervor, zumal es ohnehin eine ganze Weile dauert, bis der Jäger seiner Beute vermittelt, dass ihm der Sinn nach einer zünftigen Menschenjagd steht. Die beschränkt sich in der Folge aber auf die erwähnten Fallen und ein paar wie aus dem Nichts von Zaroff abgefeuerte Pfeile. Zwischendurch messen Rick und Glatzkopf Ivan auch einmal ihre Körperkräfte, ein Kampfkunstspektakel sollte aber niemand erwarten.

Rick sinniert

Zur Sichtung lag mir nur die deutsch synchronisierte Fassung vor, die mit „lieblos“ treffend beschrieben ist, erneut zurückhaltend formuliert. Ob die Originaltonspur zu weniger verärgertem Stirnrunzeln Anlass gibt? Ein kurzer Blick auf die Filmografie von Steven LaMorte offenbart keine weitere Regiearbeit, die erwähnenswert erscheint. Der simple Plot von „Graf Zaroff – Genie des Bösen“ eignet sich natürlich problemlos für eine Umsetzung in die heutige Zeit, etwas inspirierter könnte es aber schon sein. Meine Sichtung des Originals liegt noch nicht lange zurück. Wenn sich denn über das Remake etwas Positives anführen lässt, dann die Tatsache, dass „The Most Dangerous Game“ Lust gemacht hat, „Tötet ihn!“ zu sichten. „Graf Zaroff – Genie des Bösen“ ist ohnehin über Zweifel erhaben. Der 1932er-Klassiker wird voraussichtlich noch in diesem Jahr eine würdige Veröffentlichung erfahren: Wicked-Vision Media hat eine aufwendig restaurierte Fassung angekündigt.

Anna kämpft ums Überleben

Veröffentlichung: 2. August 2018 als Blu-ray und DVD

Länge: 86 Min. (Blu-ray), 90 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: The Most Dangerous Game
Alternativtitel: Never Leave Alive
USA 2017
Regie: Steven LaMorte
Drehbuch: J. Amanda Sabater
Besetzung: John Hennigan, Michelle Taylor, Eric Etebari, Joseph Gatt, Alistair McKenzie, J. Michael Evans, Jim Pacitti, Jenilee Reyes, Kelly Montgomery, Sheena Reyes, Ashley Seal
Zusatzmaterial: Trailer, Trailershow, Wendecover
Label: Tiberius Film
Vertrieb: Sony Pictures Home Entertainment

Copyright 2018 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2018 Tiberius Film

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3 Antworten zu “The Most Dangerous Game – Mal wieder Menschenjagd

  1. TomHorn

    2018/08/13 at 04:45

    Da kriege ich ja glatt Lust auf einen flotten Dreier: GRAF ZAROFF, SLAVE GIRLS FROM BEYOND INFINITY und SURVIVING THE GAME. Den neuen hier kann man ja mal bei Gelegenheit streamen, Amazon oder Netflix, wenn es sich mal ergibt. Geld ausgeben werde ich dafür gewiss keines.

     
  2. Filmschrott

    2018/08/12 at 17:07

    Das Original habe ich vor einiger Zeit gesehen und fand den Film richtig stark. Vor allem für die Zeit sehr intensiv und mit starken Effekten. Da könnten sich selbst heute noch ein paar Filme eine Scheibe von abschneiden. Das hier klingt dann eher nach dem x-ten Aufguss der Prämisse und den Darstellern nach zu urteilen wohl auch nach einer eher „billigen“ Variante. Aber vielleicht riskiere ich trotzdem irgendwann mal einen Blick. Die Grundidee mag ich eigentlich immer ganz gerne.

     
    • V. Beautifulmountain

      2018/08/12 at 17:58

      Ja, Menschenjagdfilme haben was, deshalb habe ich mir das Remake gegeben. Skeptisch war ich natürlich.

       

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