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Global Storm – Die finale Katastrophe: Mal wieder Mockbuster-Alarm!

03 Sep

Global Meltdown

Von Volker Schönenberger

SF-Katastrophen-Action // Es soll ja Leute geben, die schon Roland Emmerichs Katastrophen-Blockbuster „The Day After Tomorrow“ (2004) und „2012 – Das Ende der Welt“ (2009) im Trash verorten. Unabhängig davon, ob sie dem deutschen Regisseur damit nicht Unrecht tun: Was sagen diese Menschen dann erst zu einem veritablen Mockbuster vom Schlage „Global Storm – Die finale Katastrophe“? Ultra-Trash? In der Regel handelt es sich bei dieser Art Streifen um Fernsehfilme, etwa vom Sender Syfy in Auftrag gegeben und von einer der zahlreichen Minibudget-Produktionsfirmen produziert – „The Asylum“ ist die bekannteste, berüchtigtste und vielleicht fleißigste unter ihnen. Welche Filme mögen die nicht enden wollende Schwemme an Trash und Mockbustern ausgelöst haben? Der erste „Sharknado“ (2013) liegt dafür noch nicht lange genug zurück, auch wenn er zweifellos neuen Schwung in die Welle gebracht hat. Für Hinweise auf die Ursprünge bin ich dankbar.

Das geht nicht gut aus

Der kanadische Vertreter „Global Storm – Die finale Katastrophe“ zeigt gleich zu Beginn eine gigantische Flutwelle, die San Francisco überschwemmt – zu sehen als TV-Bild im Bild in erwartungsgemäß übler Qualität. In der Provinz findet sich daraufhin ein zufällig versammelter Haufen von Menschen zusammen, die sich vergegenwärtigen müssen, dass womöglich das Ende der Welt naht. Unter ihnen befinden sich der Hubschrauberpilot Davis (Patrick J. MacEachern), die Reporterin Erin (Anna Barker) sowie die Wissenschaftlerin Karen Cavanaugh (Leanne Khol Young), die eine Theorie über die tektonischen Platten der Erdkruste und ein Erdbeben tief im Erdinnern entwickelt. Kann ihr Wissen das Überleben der kleinen Gruppe sichern?

Amos Cade verfolgt seine eigenen Ziele

Die schauspielerischen Fähigkeiten der Darsteller in Mockbustern entsprechen meist dem Niveau der visuellen Effekte, so auch hier. Wer Billigware schaut, darf eben keine hochwertige Filmkunst erwarten. Ab und zu verirrt sich ein vergleichsweise klangvoller Name in die Besetzung, in diesem Fall ist es der unverwüstliche Michael Paré („Moon 44“, „Straßen in Flammen“), der mit Rollen in Low-Budget-Produktionen nach wie vor gut ausgelastet scheint, wie ein Blick auf seine Filmografie offenbart. Hier gibt er den mürrischen Amos Cade, der sich Karen nur widerwillig anschließt, nicht unterordnen will und lieber sein eigenes Süppchen kocht – das bringt einige Spannungen in die Gruppe.

„Zu Hilfe, zu Hilfe!“ Doch der Helikopter entschwindet

Die Handlung wechselt zwischen dialoglastigen Sequenzen, welche die schwierige Beziehungsgemengelage der Figuren vorantreiben sollen und das mehr schlecht als recht tun, und mies getricksten Actionszenen, wenn die globale Katastrophe wieder mal über die Gruppe hereinbricht. Klar, dass einige übel gesinnte Zeitgenossen den Weg der Protagonisten kreuzen. Ein Gespür für Tempo und Timing lässt Regisseur Daniel Gilboy vermissen, aber vielleicht vermissen Trash-Fans solche Feinheiten ja gar nicht. Bei „Global Storm – Die finale Katastrophe“ handelt es sich um seine zweite Regiearbeit nach „Pretty Little Dead Girl“ (2016). Im Lauf der Zeit seien ihm weitere Aufträge in diesem Segment gegönnt, für höhere Weihen und größere Budgets wird es vermutlich nicht reichen. Wer Trash und Mockbustern mit all ihren Defiziten etwas abgewinnen kann, kann einen Blick wagen, ohne Augenkrebs zu riskieren, sollte aber nicht erwarten, in „Global Storm – Die finale Katastrophe“ die Abbildung auf dem Cover auch nur annähernd wiederzufinden. Welche Mockbuster könnt Ihr empfehlen, ohne rot zu werden?

Nur kurz bietet eine Höhle den Flüchtenden Unterschlupf

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Michael Paré sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Ist das Ende der Welt gekommen?

Veröffentlichung: 6. September 2018 als Blu-ray und DVD

Länge: 87 Min. (Blu-ray), 84 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Global Meltdown
KAN 2017
Regie: Daniel Gilboy
Drehbuch: Daniel Gilboy
Besetzung: Michael Paré, Leanne Khol Young, Patrick J. MacEachern, Cameron Gordon, Scott Roberts, Anna Barker, Jay Morberg, Christopher Clare, Duff Zayonce, Marin Almasi, Greg Spielman, Trevor Matheson
Zusatzmaterial: Trailer, Trailershow, Wendecover
Label: Tiberius Film
Vertrieb: Sony Pictures Home Entertainment

Copyright 2018 by Volker Schönenberger

Fotos, Packshot & Trailer: © 2018 Tiberius Film

 
 

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12 Antworten zu “Global Storm – Die finale Katastrophe: Mal wieder Mockbuster-Alarm!

  1. Daniel G.

    2018/09/12 at 13:46

    Meltdown – Days of Destruction (Verweistitel: Meltdown – Wenn die Erde verbrennt)

     
  2. Samara

    2018/09/12 at 12:51

    Hallo,

    Also hierzu fällt mir ehrlich gesagt gar kein einziger Mockbuster ein. Ich lese aber ganz interessiert die Antworten der anderen mir durch. 🙂

     
  3. Sven Strobach

    2018/09/09 at 08:02

    Mockbuster die ich feier…. 2012 😀 selten hat John Cusack soviel pech an der Hacke, ständig folgt ihm das Chaos und alles geht zur Hölle. Sharknado oder generell Shark-Movies sind dieses Jahr bei uns sehr beliebt und es wird zu Halloween ein großes Event mit Sharknado, Sharktopus und 3 Headed-Shark geben! Wer da erscheint, weiss das das Niveau heulend im Keller sitzt

     
  4. Rico Lemberger

    2018/09/07 at 18:52

    Mercenaries, World of Tomorrow und Road Wars kann man schon mal eine Chance geben.

     
  5. Petra Dietrich

    2018/09/07 at 17:09

    Es gibt ja so viele Mockbuster,
    aber einen zu finden den man empfehlen kann…
    Also Guardians kann man sich mit einem Augenzwinkern gerne anschauen, die Synchro war mir zu albern, aber vielen gefällt er ja gerade deshalb.
    (Bei der überarbeiteten Spezial Edition gibt es nun auch eine ernstere Synchro dabei)

     
  6. Sindy

    2018/09/07 at 14:58

    Als Mockbuster könnte ich Titanic II empfehlen.

     
  7. Dirk B.

    2018/09/07 at 12:01

    Kenne leider keine, ohne rot zu werden. Aber mein Horizont kann gerne erweitert werden… 🙂

     
  8. Katharina Stranz

    2018/09/07 at 06:28

    Ich bin durch Schlefaz auf Asiylum gestoßen.
    Deshalb kenne ich nur die Filme die dort gespielt würden von ihnen, bis auf Krieg der Welten 2 und 3.
    Ich finde aber das KdW 2 und 3 schon ziemlich schlecht, aber rot werde ich bei keinen Film mehr.
    Dafür bin ich zu stark schon abgehärtet 😀

     
  9. Michael Behr

    2018/09/03 at 14:46

    Wie du weißt, bin ich Asylum-Fan. Da wird also so schnell nichts rot bei mir 😉 .

    Was mir in der Tat, gemessen an seiner Vorlage, Spaß gemacht hat, waren die „Attack from the Atlantic Rim“-Filme. In Sachen Handlung und Hirnrissigkeit fielen die gar nicht mal sooo weit ab.

    Ansonsten mockbustert speziell The Asylum ja schon seit Mitte der 00-er Jahre munter vor sich hin. Allerdings auf damals noch bescheiden(er)em Niveau. Mir kommen da Graupen wie „Dragon“ (Eragon) oder „Jolly Roger“ (The Fog) in den Sinn. Na ja, und ein Titel wie „Snakes on a Train“ ist ja auch recht selbsterklärend. „War of the Worlds“ ist auch schon 13 Jahre alt. Kinder, wie die Zeit vergeht …

     
    • V. Beautifulmountain

      2018/09/25 at 08:09

      Bitte E-Mail lesen!

       
      • Michael Behr

        2018/09/25 at 08:11

        Ups, ist mir da eine durchgerutscht!?

        Danke für den Hinweis, sobald ich zu Hause bin, gehe ich auf die Suche 🙂 .

         

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