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Venom – Marvels düsteres Monster mit menschlicher Seite

04 Okt

Venom

Kinostart: 3. Oktober 2018

Von Iris Janke

SF-Action // Sie ist schwarz, sieht eklig klebrig und bedrohlich aus. Die alles verschlingende Masse stammt von einem fremden Planeten. Der außerirdische Symbiont muss einen menschlichen Wirt finden, nur so kann er überleben. Im Gegenzug verleiht er „seinem“ Mensch übermenschliche Kräfte. Gleich am Anfang des Films von Ruben Fleischer wird deutlich: Mit Venom ist nicht gut Kirschen essen.

Eigentlich verstehen sich Anne und Eddie prächtig

Venom und sein Wirt Eddie Brock (Tom Hardy, „Mad Max – Fury Road“) haben sich gesucht und gefunden: Journalist Eddie ist auf der Suche nach einer skandalträchtigen Story. Die Vermutung, dass Dr. Carlton Drake (Riz Ahmed) in seinem Konzern Life Foundation geheime Menschenversuche unternimmt, kommt ihm gerade recht, doch das Interview mit dem Wissenschaftler läuft aus dem Ruder, was Eddie den Job kostet. Einige Zeit später dringt er dennoch ins Labor der Life Foundation ein, wo er mit dem Parasit in Berührung kommt. Sogleich verbindet sich die schwarze Masse mit dem Journalisten und er mutiert zur Comic-Figur Venom, ausgestattet mit langen und spitzen Monsterzähnen und einer Zunge, die noch tödlicher zu sein scheint als seine Fang- und Reißzähne.

Das MRT zeigt Anne Eddies (r.) innere Werte

Regisseur Fleischer hat der US-amerikanischen Comic-Figur Venom aus dem Marvel-Fundus erstmals Leben in Spielfilmlänge eingehaucht. Versucht hatten dies schon viele vor ihm, meist vergeblich. In Sam Raimis „Spider-Man 3“ war Symbiont Venom 2007, gespielt von Topher Grace, zwar auf der Leinwand zu sehen, aber nur mit einem Gastauftritt.

Eddie – nicht immer als Venom unterwegs

Für wen ist diese Marvel Comic-Verfilmung sehenswert? Schwer zu sagen: Für Genre-Fans krankt Fleischers Venom sicher daran, jedem Zuschauer gefallen zu wollen. So mag es ein Fehler sein, den Film auf eine FSK-Freigabe ab zwölf Jahren auszurichten, um aus monetären Gründen auch die jüngeren Marvelfans ins Kino zu bringen. Es hätte ja nicht gleich bei jedem Zungenmord ein riesiges Blutbad geben müssen, aber derart blutarm? Etwas mehr vom Marvel-Film „Deadpool“ (FSK 16) wäre sicher schön gewesen. Zumal die Verpflichtung des „Zombieland“-Regisseurs Ruben Fleischer eigentlich humorige Action im richtigen Maß hätte erwarten lassen. Gelungen ist die Besetzung von Tom Hardy als Venom, zum schmückenden Beiwerk des Films und somit verschenkt gerät hingegen Michelle Williams („Manchester by the Sea“) als Anwältin und Eddies Freundin Weying. Die Actionszenen sind okay geraten, entsprechen dem, was wir von einem Blockbuster dieser Kategorie erwarten. Etwas mehr Härte wäre angemessen gewesen, das Schielen auf die geringe Altersfreigabe lässt „Venom“ etwas weichgespült erscheinen, sodass der Actionfilm letztlich nur mit „noch gut“ ins Ziel geht. Marvel-Fans jeden Alters sei geraten: Auf jeden Fall bis nach dem Abspann im Kinosessel sitzen bleiben, es gibt sehenswerte Zusatzszenen.

Venom – Monster mit hässlicher Fratze

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Tom Hardy sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Venom erweist sich beim Shoppen als Helfer in der Not

Länge: 112 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: Venom
USA 2018
Regie: Ruben Fleischer
Drehbuch: Scott Rosenberg, Jeff Pinkner, Kelly Marcel, Will Beall, nach den Marvel-Comics von Todd McFarlane und David Michelinie
Besetzung: Tom Hardy, Michelle Williams, Marcella Bragio, Woody Harrelson, Jenny Slate, Riz Ahmed, Mac Brandt, Michelle Lee, Sope Aluko, Dr. Dan Lewis, Sam Medina
Verleih: Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Copyright 2018 by Iris Janke

Filmplakate, Fotos & Trailer: © 2018 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

 
5 Kommentare

Verfasst von - 2018/10/04 in Film, Kino, Rezensionen

 

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5 Antworten zu “Venom – Marvels düsteres Monster mit menschlicher Seite

  1. TomHorn

    2018/10/04 at 04:44

    Abseits der Frage, für wen der Film jetzt sehenswert wäre, würde mich doch schon interessieren, ob der Film an sich nun überhaupt gut ist. Gibt es da irgendeine Tendenz?

     
    • V. Beautifulmountain

      2018/10/04 at 07:36

      Moin Tom,

      die Autorin ist just auf dem Weg in die nächste Pressevorführung. Ich habe sie gebeten, dir hier zu antworten, und bitte um etwas Geduld. Gruß, Volker

       
      • TomHorn

        2018/10/04 at 11:50

        Ist nicht so wirklich dringend. 😉 Man kann sicherlich zwischen den Zeilen lesen, aber es erscheint mir nicht möglich, dort eine Aussage über Gefallen oder Nichtgefallen festzumachen.

         
    • Iris Janke

      2018/10/04 at 14:31

      Grundsätzlich fand ich den Film gut. Hätte allerdings besser sein können. Fsk – ab 12 – hat ihn zu weich gespült. 3D war überflüssig. Action in den Special Effekts waren okay – normaler Blockbuster halt.

       
      • TomHorn

        2018/10/04 at 19:59

        Danke für Deine Einschätzung! Ich bin auch noch unschlüssig, ob ich den nun unbedingt im Kino sehen muss. Ich glaube, ich warte lieber bis zum Spiderman Animationsfilm, um mal wieder Marvel im Kino zu sehen.

         

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