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Fünf Freunde und das Tal der Dinosaurier – Neues Abenteuer mit neuen Gesichtern

10 Nov

Fünf Freunde und das Tal der Dinosaurier

Von Volker Schönenberger

Familien-Abenteuer // Die Abenteuergeschichten der „Fünf Freunde“ zählen zu den beliebtesten Enid-Blyton-Reihen und wurden zu Hörspielen und Fernsehserien adaptiert. In den Jahren 2012 bis 2015 entstanden in Deutschland vier „Fünf Freunde“-Kinofilme, die reichlich junges Publikum anlockten. Weil die vier jungen Hauptdarsteller/innen mit der Zeit so unaufhörlich wie unübersehbar aus ihren Rollen herauswuchsen, musste eine Neubesetzung her – das erklärt wohl auch die im Vergleich zu vorher lange Unterbrechung zwischen dem vierten und dem fünften Teil. Mit Mike Marzuk blieb aber immerhin der Regisseur aller vorherigen Kinoumsetzungen am Ruder, um wenigsten ein wenig Kontinuität zu gewährleisten.

Kurt Weiler mopst Marty Bach einen Saurierknochen

An sich fährt man in den Sommerferien in den Urlaub. Die fünf Freunde George (Allegra Tinnefeld), Julian (Marinus Hohmann), Dick (Ron Antony Renzenbrink), Anne (Amelie Lammers) und Timmy der Hund müssen stattdessen mit ihrer Tante Fanny (Bernadette Heerwagen) zur Hochzeitsfeier eines Cousins fahren. Zu allem Überfluss bleibt Fannys Auto auch noch mitten in der Provinz liegen. Zu Fuß geht’s in den nächsten Ort und in ein Hotel. Dort hat der durchtriebene Kurt Weiler (Milan Peschel) gerade dem zurückgezogen lebenden und etwas verschrobenen jungen Marty Bach (Jacob Matschenz) einen Dinosaurierknochen abgeluchst. Nun brüstet sich Weiler, selbst der Finder zu sein. Martys Beteuerungen, sein mittlerweile verstorbener Vater habe vor Jahren ein Tal der Dinosaurier entdeckt, werden ohnehin als Fantastereien abgetan. Die fünf Freunde allerdings werden hellhörig – ihr detektivisches Gespür ist geweckt.

Auf Schusters Rappen erreichen die Freunde ein Dorf

Vermutlich ist es die Macht der Gewohnheit, aber mir haben die fünf Freunde aus den vorherigen Filmen besser gefallen. Das gilt an sich auch für meine zehnjährigen Zwillingstöchter, mit denen ich alle Teile geschaut habe – die beiden wollten „Fünf Freunde und das Tal der Dinosaurier“ erst gar nicht gucken, ließen sich aber überzeugen, Teil 5 eine Chance zu geben und waren am Ende auch ganz angetan. Bezüglich der Zielgruppe hat das Jugend-Abenteuer also einiges richtig gemacht.

Die fünf Freunde wollen Marty helfen …

Ich störe mich wie meist am wenig überzeugenden Spiel der erwachsenen Darsteller. Irgendwann hat es sich durchgesetzt, dass in Kinder- und Jugendfilmen Schauspielkunst weniger gefragt ist als Overacting. Schade drum, da helfen auch Routiniers wie Peter Prager und Jürgen Tarrach nicht viel. Über ein paar Holprigkeiten bei den jungen Protagonisten kann ich hingegen schon eher hinwegsehen. Die Handlung führt die fünf Freunde auf eine begleitete Wanderung in eine Gegend, in der sie das Tal der Dinosaurier vermuten. Doch irgendjemand unter ihren erwachsenen Begleitern verfolgt womöglich hinterlistige Absichten. Dieser „Wer ist der Bösewicht“-Strang gestaltet sich wenig einfallsreich. Das Drehbuch legt ein paar falsche Fährten, um das Piublikum zum Mitraten zu motivieren, und am Ende kommen die Schurken wie Kai aus der Kiste.

Die produktive Enid Blyton

Wie ist es möglich, in einem Schriftstellerleben derart produktiv zu sein wie Enid Blyton? Die 1897 im heute zu London gehörenden Dulwich geborene und 1968 gestorbene Schriftstellerin hat dem Vernehmen nach mehr als 700 Bücher verfasst. Zu ihren in mehr als 40 Sprachen übersetzten Werken zählen unter anderen die Reihen „Geheimnis um …“, „Hanni und Nanni“, „Rätsel um …“ und die „Abenteuer“-Romane. Mit mehr als 600 Millionen verkauften Büchern weltweit gehört Blyton zu den erfolgreichsten Jugendbuchautorinnen der Welt. Sie erfreut sich auch in Deutschland seit Jahrzehnten anhaltender Popularität, hierzulande wurden einige ihrer Reihen zudem von hiesigen Autorinnen um neue Romane erweitert.

… und müssen dabei listig vorgehen

Ich bin für Kinder- und Jugendfilme immer zu haben, weil ich es mag, sie mit meinen Töchtern zu schauen. Und wenn sie Gefallen daran finden, sehe ich gern über ein paar Unzulänglichkeiten hinweg. Bei „Fünf Freunde und das Tal der Dinosaurier“ hoffe ich, dass sie die Blu-ray nicht allzu häufig aus dem Regal ziehen, aber da ihnen das Abenteuer nun mal gefallen hat, bleibt als Fazit wohl nur, dass es einiges richtig gemacht hat, was mir entgangen sein mag. Und wenn die vier Kinderdarsteller/innen etwas Übung bekommen, wird der nächste Teil womöglich deutlich zulegen, so es denn einen geben wird.

Fünf Freunde

Veröffentlichung: 4. Oktober 2018 als Blu-ray und DVD

Länge: 102 Min. (Blu-ray), 98 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK freigegeben ohne Altersbeschränkung
Sprachfassungen: Deutsch
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch
Originaltitel: Fünf Freunde und das Tal der Dinosaurier
D 2018
Regie: Mike Marzuk
Drehbuch: Mike Marzuk
Besetzung: Marinus Hohmann, Ron Antony Renzenbrink, Amelie Lammers, Allegra Tinnefeld, Jürgen Tarrach, Milan Peschel, Bernadette Heerwagen, Jacob Matschenz, Peter Prager, Melika Foroutan, Dirk Borchardt, Dagmar Sachse, Davild Baalcke, Manuel Cortez, Alexander Schubert, Ruby O. Fee
Zusatzmaterial: Making-of, Interviews, Dino-Quiz, Charakter-Clips, Trailer, Teaser
Label/Vertrieb: Constantin Film

Copyright 2018 by Volker Schönenberger

Szenenfotos & Trailer: © 2018 Constantin Film

 

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