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To Hell and Back – Die Kane Hodder Story: Der Mann hinter der Maske

17 Jan

To Hell and Back – The Kane Hodder Story

Von Andreas Eckenfels

Horror-Doku // Ich denke immer noch, dass es richtig ist zu behaupten, dass ich mehr Menschen im Film ermordet habe als jeder andere Schauspieler in der Geschichte. Es sei denn, jemand kann das bestreiten. Aber das bezweifle ich, und wenn doch, werde ich dich verdammt nochmal töten!

Kane Hodder in seiner Paraderolle als Jason Vorhees

Fragt man einen Horrorfan nach dem Namen eines Jason-Vorhees-Darstellers, wird man wohl nur eine Antwort erhalten: Kane Hodder. Obwohl der 1955 im kalifornischen Auburn geborene Stuntman erst im siebten Teil der Reihe zum „Freitag, der 13.“-Franchise stieß, hinterließ er bleibenden Eindruck bei der Fangemeinde. In drei weiteren Teilen gab Hodder den stummen Killer mit der Hockeymaske bis er aus nie ganz geklärten Gründen bei „Freddy vs. Jason“ (2003) ausgebootet wurde, was ihn persönlich extrem verletzte. Moment! Ein kantiges Kraftpaket wie Hodder, der in Filmen ständig gnadenlos Teenager abmurkst, Sprüche wie den einleitenden raushaut und „Kill!“ auf der Innenseite seiner Unterlippe tätowiert hat, hat Gefühle? Ja, hat er, wie uns der junge Filmschulabsolvent Derek Dennis Herbert in seiner Dokumentation über die Horrorikone klarmacht. Die Lebensgeschichte des Manns hinter der Maske erweist sich dabei als weitaus brutaler als so mancher blutiger Slasher.

Bewegtes Leben

Derek Dennis Herbert kam auf die Idee für die Dokumentation, nachdem er die Hodder-Biografie „Unmasked – The True Story of the World’s Most Prolific Cinematic Killer“ von Michael Aloisi gelesen hatte. Herbert konnte Hodder davon überzeugen, dass er seine Geschichte noch einmal vor der Kamera in einer Interview-Situation in eigenen Worten wiedergibt. Egal, ob man seine prägenden Momente bereits kennt oder nicht: Selbst die härtesten Horrorfans dürften einen Kloß im Hals bekommen, wenn man diesem Typen dabei in die Augen sieht, wenn er von seinem bewegten Leben erzählt. Ich wusste noch nicht viel über ihn und will deshalb auch nicht zu viel darüber verraten.

Mit viel Make-up in „Prison – Rückkehr aus der Hölle“ (1987)

Nur so viel: Was man sich heute nicht mehr vorstellen kann ist, dass dieser 1,92 Meter große Hüne als Jugendlicher ein Prügelknabe war. Er wurde gehänselt und regelmäßig verprügelt. Als er 22 Jahre alt war, kostete ihn ein fehlgeschlagener Feuerstunt fast das Leben. Es war der Beginn einer monatelangen Leidenszeit. Die Narben trägt Hodder noch heute mit sich herum. Lange versuchte er, sie zu verstecken. In Aloisis Biografie erzählte er erstmals die Wahrheit darüber, weshalb er etwa auf Horror-Conventions stets Handschuhe trägt, wenn er Autogramme schreibt oder seinen Fans für Fotos mit seinen Pranken liebevoll den Hals zudrückt.

Kane Hodder in Flammen in „Freitag, der 13. VII – Jason im Blutrausch“ (1987)

Die Doku zeigt, wie es Hodder gelang, all diesen Schmerz zu kanalisieren und in etwas Positives umzuwandeln. Trotz vieler Rückschläge ließ er sich nicht unterkriegen. Ihm gelang eine große Karriere als Stuntman und Schauspieler im Genrekino. Seine Geschichte kann somit für alle inspirierend wirken, die eine ähnliche Leidenszeit hinter sich haben.

Alte Weggefährten

Doch keine Sorge: Natürlich gibt es in „To Hell and Back – Die Kane Hodder Story“ nicht nur die eine oder andere Träne zu verdrücken. Hodder gibt auch zahlreiche Anekdoten vom Dreh seiner Filme zum Besten. Sei es aus „Prison – Rückkehr aus der Hölle“, den „Freitag, der 13.“-Filmen bis hin zu seiner Minirolle im Oscar-gekrönten „Monster“ mit Charlize Theron. Auch seine Lieblingskills in den Rollen als Jason Vorhees oder Victor Crowley dürfen nicht fehlen. Ebenso kommen auch viele seiner Weggefährten zu Wort. Darunter Robert Englund („Nightmare – Mörderische Träume“), Bruce Campbell („Tanz der Teufel“), Danielle Harris („Hatchet“) und Adam Green, der Kane Hodder nach seinem „Freddy vs. Jason“-Tiefschlag mit der „Hatchet“-Reihe einen zweiten Frühling bescherte, durch den der zweifache Familienvater auch viele junge Fans hinzugewann.

Für die Fans

In der sehr persönlichen Doku fällt kein schlechtes Wort über Kane Hodder. Sie macht auch den Eindruck, dass es an dem Mann hinter der Maske nichts Negatives auszusetzen gibt. Ein sympathischer Kerl, der seinen Weg gegangen ist und dem es gelang, aus seinem Namen eine echte Marke zu machen. Kane Hodder weiß, dass er sich für seinen Erfolg vor allen bei seinen zahlreichen Fans bedanken muss, die er regelmäßig auf Conventions trifft. Die Fans sind natürlich auch die Hauptzielgruppe der Dokumentation von Derek Dennis Herbert, die eine perfekte Ergänzung zu „Crystal Lake Memories – Die ganze Geschichte von Freitag der 13.“ (2013) darstellt.

Kane Hodder ohne Maske in „Ed Gein – The Butcher of Plainfield” (2007)

Veröffentlichung: 24. Januar 2019 als Digital Download

Länge: 104 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch (Voice-Over), Englisch
Untertitel: keine
Originaltitel: To Hell and Back – The Kane Hodder Story
USA 2017
Regie: Derek Dennis Herbert
Besetzung: Kane Hodder, Robert Englund, Adam Green, Bruce Campbell, Danielle Harris, Jack Coleman, Michael Feifer
Vertrieb: Tiberius Film

Copyright 2019 by Andreas Eckenfels

Zweiter Frühling als Victor Crowley

Szenenfotos & Plakat: © 2019 Tiberius Film

 
 

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2 Antworten zu “To Hell and Back – Die Kane Hodder Story: Der Mann hinter der Maske

  1. otto

    2019/06/14 at 14:25

     

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