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Unzerstörbar – Die Panzerschlacht von Rostow: Von russischen Kriegshelden

17 Mrz

Nesokrushimyy

Von Volker Schönenberger

Kriegsdrama // In der von Mitte November bis Anfang Dezember 1941 dauernden Schlacht um Rostow eroberte die Rote Armee die zuvor von der deutschen Wehrmacht besetzte Stadt Rostow am Don zurück. Im Sommer 1942 gelang den deutschen Streitkräften erneut die Eroberung der südrussischen Metropole. „Unzerstörbar – Die Panzerschlacht von Rostow“ allerdings spielt während der sogenannten Woronesch-Woroschilowgrader Operation.

Hauptmann Konovalov zieht wieder ins Feld …

Die Handlung fokussiert auf den russischen Hauptmann Semjon Konovalov (Andrey Chernyshov), der im Kriegsjahr 1942 seine niedrigen Dienstgrade als Panzerkommandant mit harter Hand führt. Während einer kurzen Kampfpause wird sein T-34 von einem deutschen Panzer überrascht und in Stücke geschossen. Konovalov verliert seine Besatzung und wird selbst schwer verletzt.

… und übernimmt eine neue Panzerbesatzung

Das russische Material zeigt sich sehr reparaturanfällig, was für die T-34 und die stark gepanzerten Fahrzeuge vom Typ KW-1 gleichermaßen gilt. Die Ingenieurin Pawla (Olga Pogodina) hat mit dem schadhaften Gerät alle Hände voll zu tun. Nach seiner Entlassung aus dem Lazarett übernimmt der Hauptmann im Juli erneut eine Panzerbesatzung mit dem Fahrer Rykov (Oleg Fomin), dem Kanonier Shinkevich (Vasiliy Sedykh) und dem Schützen Siitov (Vladimir Epifantsev).

Ingenieurin Pawla behauptet sich in der Männerwelt

Ein erster Einsatz mit einem KW-1 führt sogleich zu einem Motorschaden. Dennoch gelingt es Konovalov und seinen Männern, drei deutsche Panzer abzuschießen und das defekte Fahrzeug zum Stützpunkt zurückzubringen. Bald geht es wieder ins Gefecht.

Der russische Panzer rückt gegen …

Semjon Konovalov gab es wirklich, er war allerdings zum Zeitpunkt der im Film geschilderten Ereignisse erst 21 Jahre alt. Insofern kann der bei den Dreharbeiten mehr als doppelt so alte Hauptdarsteller Andrey Chernyshov durchaus als Fehlbesetzung angesehen werden, das tut der Qualität von „Unzerstörbar – Die Panzerschlacht von Rostow“ aber keinen Abbruch. Das russische Kriegsdrama wartet mit einer Mischung aus ruhigen Dialogszenen und punktuell eingesetzten Kampfsequenzen auf. Ein ausuferndes Schlachtengemälde sollte niemand erwarten, aber wenn russische und deutsche Panzer aufeinandertreffen, zieht die Spannungsschraube spürbar an. Positiv zu bewerten: Es wurde nicht versucht, mit CGI größere Schlachtfelder vorzugaukeln. Dafür wird in einigen Szenen die klaustrophobische Enge im Innern der Kampfpanzer spürbar. Wer will freiwillig derartig eingeschlossen in die Schlacht ziehen?

… zahlenmäßig überlegene deutsche Fahrzeuge vor

Natürlich ist das Heldenkino, für eine Antikriegsbotschaft somit denkbar ungeeignet. Aber wer will den Russen das Recht absprechen, ihren Helden des „Großen Vaterländischen Krieges“ filmische Denkmäler zu setzen? Wenn das auf handwerklich so hohem Niveau geschieht wie in „Unzerstörbar – Die Panzerschlacht von Rostow“, lässt sich das sehr gut anschauen. Mit den Verweisen auf die technischen Probleme und ein bisschen Kompetenzgerangel in der Brigade hat Regisseur Konstantin Maksimov immerhin auch auf ein paar Defizite der Roten Armee verwiesen. Ob die Ingenieurin Pawla auf einer realen Figur beruht, konnte ich nicht herausfinden. Die Figur nimmt beachtlichen Raum ein, ich kann unmöglich bewerten, ob es seinerzeit in der Roten Armee Frauen in derart verantwortungsvollen Positionen gegeben hat.

Der Panzerkommandant visiert sein Ziel an

Mit seiner Reduzierung auf einen begrenzten und bei uns wenig bekannten Kriegsschauplatz unterlässt es „Unzerstörbar – Die Panzerschlacht von Rostow“, seine Handlung in den Kontext des gesamten Kriegsverlaufs an der Ostfront zu setzen. Die deutschen Gegner bleiben bis auf ein paar Ausnahmen gesichtslos und ohne Profil, die Handlung konzentriert sich ganz auf die russischen Soldaten. Effekthascherei und Pathos bleiben erfreulicherweise außen vor, sodass der Film für Freunde von Schilderungen solch vergleichsweise „kleiner“ Kriegshandlungen insgesamt die Sichtung wert ist. Welche russischen Kriegsdramen könnt Ihr empfehlen?

Es gibt Opfer zu beklagen

Veröffentlichung: 22. Februar 2019 als Blu-ray und DVD

Länge: 90 Min. (Blu-ray), 86 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Russisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Nesokrushimyy
Internationaler Titel: Tankers
RUS 2018
Regie: Konstantin Maksimov
Drehbuch: Valeriya Baykeeva, Konstantin Maksimov, Konstantin Mayer
Besetzung: Andrey Chernyshov, Vladimir Epifantsev, Oleg Fomin, Olga Pogodina, Sergey Gorobchenko, Nikolay Dobrynin, Vasiliy Sedykh, Vladimir Kochetkov, Vladimir Yepifanov, Evgeniy, Zelenskiy,
Zusatzmaterial: Trailer, Trailershow, Vertikalschuber, Wendecover
Label: capelight pictures
Vertrieb: Al!ve AG

Copyright 2019 by Volker Schönenberger
Szenenfotos & Packshot: © 2019 capelight pictures

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16 Antworten zu “Unzerstörbar – Die Panzerschlacht von Rostow: Von russischen Kriegshelden

  1. Klaus

    2019/05/13 at 13:02

    „Duell – Enemy at the Gates“ ist meine Empfehlung

     
  2. Dennis Reichenbach

    2019/04/10 at 14:04

    ´´Stalingrad„ mit Thomas Kretschmann

     
  3. Sandy

    2019/04/08 at 09:49

    Panzerkreuzer Potemkin

     
  4. Christoph Leo

    2019/04/08 at 05:27

    „Die neunte Kompanie“ fällt mir noch ein

     
  5. Dysmas

    2019/04/06 at 23:27

    Befreiung

     
  6. Jens

    2019/04/06 at 12:36

    Kenne ich leider noch keine.

     
  7. Mike Hennig

    2019/04/06 at 09:37

    Sobibor und Panzerkreuzer Potemkin sind bislang tatsächlich auch die einzigen, die ich kenne.

     
  8. Christian Strauß

    2019/04/05 at 18:46

    Red Sniper – Die Todesschützin…ist ein guter Film und ein russisches Kriegsdrama.

     
  9. Rico Lemberger

    2019/04/05 at 18:41

    Wie wäre es mit „Sobibór“?!

     
  10. Thomas Oeller

    2019/04/05 at 18:07

    ich muss gestehen ich kenn nur „Panzerkreuzer Potemkin“

     
  11. Thomas Schmidt

    2019/04/05 at 17:23

    Panzerkreuzer Potemkin

     
  12. Michael Behr

    2019/04/05 at 15:11

    Da muss ich passen, allerdings bin ich mit dem russischen Film bislang gar nicht wirklich warm geworden.

     
  13. Lilly

    2019/04/05 at 15:04

    Oliver hat meine Antwort geklaut, ich habe auch gleich an Tarkowski gedacht..

     
  14. Oliver Maey

    2019/04/05 at 14:34

    Da fällt mir auf anhieb nur Tarkowski ein.. Iwans Kindheit zum Beispiel..

     
  15. Frank Warnking

    2019/04/05 at 13:05

    Da kenn ich bisher keine guten ☹

     

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