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Occupation – Alien-Attacke in der Provinz

20 Mai

Occupation

Von Volker Schönenberger

SF-Action // In der australischen Provinzstadt scheint an diesem warmen Tag alles seinen gewohnten Gang zu gehen. Ein Stadtfest steht an, das lokale Rugby-Team der Drop Bears bereitet sich auf sein nächstes Match vor. Die Schließung einer Fabrik und der Bau einer Umgehungsstraße stellen den Ort vor Probleme, doch das ist nichts im Vergleich zu dem Unheil, welches urplötzlich über die Menschen hereinbricht: Während am Abend das Rugby-Match in vollem Gange ist, fällt von jetzt auf gleich die gesamte Elektrizität aus, und fremdartiges Leuchten am Himmel bringt Tod und Verderben. Außerirdische Fluggeräte eröffnen das Feuer, aus den Feldern dringen Aliens zu Fuß vor, um die Bürgerinnen und Bürger zu töten oder zu verschleppen.

Die Invasion beginnt

Nur wenige entkommen dem Inferno, darunter der ehemalige Rugby-Captain Matt Simmons (Dan Ewing), sein Nachfolger Jackson (Charles Terrier) sowie der Durchreisende Peter Bartlett (Temuera Morrison) und dessen Tochter Bella (Izzy Stevens). Der Lebenskünstler Dennis (Zac Garred) geleitet sie und ein paar andere in ein Versteck, darunter auch Matts Freundin Amelia (Stephany Jacobsen) mit ihrem Sohn Marcus (Trystan Go) und Jacksons schwangere Freundin Vanessa (Rhiannon Fish). Anderntags erblicken sie am Himmel ein gigantisches Raumschiff. Die extraterrestrische Invasion ist in vollem Gange, womöglich weltweit. Die kleine Schar rüstet sich in Guerilla-Manier zum Widerstand.

Außerirdische greifen an …

Warum nicht mal wieder eine zünftige Alien-Attacke? Was Roland Emmerich mit „Indenpendence Day“ (1996) und dessen Fortsetzung „Independence Day – Wiederkehr“ (2016) und Steven Spielberg mit „Krieg der Welten“ (2005) konnten, können die Australier allemal. Regisseur und Executive Producer Luke Sparke drehte seinen zweiten Spielfilm nach eigenem Drehbuch und hat dabei einiges richtig gemacht. Jedenfalls hat mir „Occupation“ über die gesamte üppige Lauflänge von zwei Stunden Freude bereitet – und das, obwohl viele Elemente recht generisch daherkommen und der Film insgesamt kaum Originalität versprüht, sich auch beim pathetischen Streicher-Soundtrack an üblichen Hollywood-Klängen orientiert.

… und kennen kein Erbarmen

Woran liegt’s, dass „Occupation“ trotz einiger Kritikpunkte gut funktioniert? Zum einen zweifellos an den Beziehungsmechanismen in der zusammengewürfelten Gruppe der Widerständler, die das Geschehen durchweg interessant gestalten. Da sind Alphatiere wie Peter Bartlett und die beiden Rugby-Spielführer, deren Verhalten in der Gruppe zu Spannungen führt. Amelie hingegen beginnt, die Invasoren oder zumindest die individuellen Aliens mit anderen Augen zu sehen, nachdem sie bei einem Anschlag der Guerillatruppe eine Beobachtung gemacht hat.

Gruß aus Roswell

Auch die Schauwerte wissen zu gefallen, nicht immer merkt man „Occupation“ das Budget eines Independent-Films an. In einigen Raumschiff-Einstellungen aus dem Computer zwar schon, aber das machen diverse praktische Effekte und insbesondere die Pyrotechnik wieder wett – bisweilen rumst es gewaltig. Die Anzüge der Außerirdischen mit humanoider Figur sind ebenfalls handgemacht, darunter kommen Aliens zum Vorschein, wie wir sie seit Roswell kennen – das verleiht dem Ganzen einen gewissen naiven Charme. Etwas mehr Augenzwinkern hätte dem Film gutgetan, manchmal hatte ich den Eindruck, dass Luke Sparke sein Baby etwas zu ernst nimmt.

Attacke!

Ihr Menschen! Ihr klammert euch an einen Planeten, den ihr gerade zerstört. Zum Finale gibt’s dann auch noch von einem Alien eine moralische Botschaft mit auf den Weg. Und ganz am Ende kriegen wir die Botschaft von Frieden und Völkerverständigung arg per Holzhammer übergebraten. Aber das lässt sich verschmerzen, wurden wir zuvor doch blendend unterhalten. Der Schluss lässt alle Möglichkeiten für eine Fortsetzung offen, und folgerichtig dreht Luke Sparke sie gerade – derzeitiger Titel: „Occupation Rainfall“. Vorfreude ist gerechtfertigt, ein paar Erfahrungswerte vom insgesamt gelungenen Vorgänger wird der Regisseur sicher ins Sequel einfließen lassen.

Die Menschen schlagen zurück

Veröffentlichung: 14. Dezember 2018 als Blu-ray und DVD

Länge: 120 Min. (Blu-ray), 115 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Occupation
AUS 2018
Regie: Luke Sparke
Drehbuch: Luke Sparke
Besetzung: Dan Ewing, Temuera Morrison, Stephany Jacobsen, Rhiannon Fish, Zac Garred, Izzy Stevens, Charles Terrier, Charles Mesure, Felix Williamson, Jacqueline McKenzie, Aaron Jeffery, Bruce Spence, Trystan Go
Zusatzmaterial: Interviews, Behind the Scenes, B-Roll, Originaltrailer, deutscher Trailer, Wendecover
Label/Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment

Copyright 2019 by Volker Schönenberger

Szenenfotos & Trailer: © 2018 Ascot Elite Home Entertainment

 

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