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Die Nacht der lebenden Idioten – Deutsche Underground-Hommage an den Romero-Klassiker

11 Jun

Die Nacht der lebenden Idioten

Von Volker Schönenberger

Kurzfilm-Horrorkomödie // „Trick or Treat!“ Oder bei uns: „Süßes oder Saures!“ Johnny (Jonathan Schäble) und sein Kumpel Sander (Alex Lotz) wollen Halloween losziehen. Dazu braucht’s aber Johnnys Halloween-Kürbis-Eimer, den er vor Jahren erstand und der mit einem Fluch belegt ist: Hat ihn sein Besitzer nicht bis Mitternacht des 31. Oktober mit Süßigkeiten gefüllt, muss er sterben. Das will Johnny natürlich vermeiden. Das Problem: Der Eimer befindet sich bei seiner Ex-Freundin Barbra (Judith O’Dea). Die beiden Freunde entdecken die junge Frau auf dem Friedhof: „Hey Barbra, warte doch mal. Ich will doch nur meinen Scheiß Halloween-Kürbis-Eimer haben.“ Aber sie flüchtet sich verängstigt ins Haus.

Barbra? Friedhof? Da war doch was … Genau: Bei „Die Nacht der lebenden Idioten“ handelt es sich um eine Kurzfilm-Hommage an George A. Romeros legendären Klassiker „Die Nacht der lebenden Toten“ („Night of the Living Dead“, 1968). Und da ich als Blogger von „Die Nacht der lebenden Texte“ noch etwas brauche, bis ich über das Original schreibe, nehme ich mich eben dieses kurzen Stücks an.

Drehbuch, Regie, Schnitt, Hauptrolle – aus einer Hand

Drehbuchautor, Regisseur, Cutter und Hauptdarsteller in Personalunion Alex Lotz inszenierte seine Produktion, indem er eigens gedrehte Sequenzen mit Szenen aus Romeros Original zusammenschnitt und über Passagen mit Judith O’Dea und Duane Jones deutsche Dialoge legte – dass Romeros Original als Teil der Public Domain gemeinfrei ist, macht das rechtlich meines Wissens legitim. Das ist kurzweilig anzuschauen, und das sogar kostenlos in voller Länge bei YouTube auf dem YouTube-Kanal von Sandermania Productions.

Wo versteckt sich Barbra?

Die visuelle Angleichung der selbst gedrehten Szenen an die alten Aufnahmen ist Alex Lotz anständig gelungen. In puncto Kostümierung hapert es etwas, er und sein Ko-Darsteller Jonathan Schäble trugen offenbar ihre Alltagsklamotten, wobei sich Lotz morgens immerhin ein „Night of the Living Dead“-T-Shirt angezogen hatte. Etwas Mühe (Flohmarkt!) hätte dem Werk mit Kleidung der ausklingenden 60er-Jahre mehr Charme verliehen, wobei das bei einem solchen Kurzfilm vielleicht auch zu viel des Guten gewesen wäre. Ein paar Dialogzeilen und Bestandteile hieven den Film auf amüsante Weise auch auf eine Meta-Ebene, etwa als Sander im Haus die ultrarare Laserdisc von „Die Nacht der lebenden Toten“ entdeckt, die Ben (Duane Jones) aber nicht rausrücken will. Um „Die Nacht der lebenden Idioten“ genießen zu können, ist natürlich eine Affinität zu deutschen Underground-Produktionen von Amateuren absolut unerlässlich. Wer damit nichts anfangen kann, wird die knapp 16 Minuten als Verschwendung von Lebenszeit empfinden, und Romero-Puristen werden sich mit Grauen abwenden. Aber man muss ja nicht auf Puristen hören.

Ein rares Fundstück

Veröffentlichung: 31. Oktober 2016 auf YouTube

Länge: 15:51
Altersfreigabe: FSK ungeprüft
Sprachfassung: Deutsch
Untertitel: keine
Originaltitel: Die Nacht der lebenden Idioten
D 2016
Regie: Alex Lotz
Drehbuch: Alex Lotz
Besetzung: Alex Lotz, Jonathan Schäble, Judith O’Dea, Duane Jones
Label/Vertrieb: Sandermania Productions

Copyright 2019 by Volker Schönenberger

Filmplakat & Film: © 2016 Sandermania Productions

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