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Meg – Statham gegen den Riesenhai

16 Jun

The Meg

Von Volker Schönenberger

SF-Horror-Action // Actionstar Jason Statham in einem Haifisch-Horrorfilm – dank dieser Kombination bekam „Meg“ zum Kinostart im August 2018 viel Aufmerksamkeit. Als ihn das Publikum dann gesehen hatte, hagelte es viel Häme, was sich zum Veröffentlichungstermin von Blu-ray und DVD im Dezember fortsetzte. Mich reizte der Film so halb, weshalb ich ihn lange Zeit ignorierte. Aus irgendwelchen Gründen hatte ich nun aber Bock drauf. Die User-Wertung der Internet Movie Database ist mit einem Durchschnittswert von 5,7 von 10 ohnehin nicht ganz so schlecht (Stand Juni 2019), am Ende waren die Lästerer vielleicht nur etwas lauter als die positiven Stimmen?! Schaun mer mal.

Jason Statham spielt Jonas Taylor, einen Experten für heikle Untersee-Rettungsmissionen, der bei einem solchen Einsatz in einem gesunkenen Atom-U-Boot plötzlich bemerkt, wie der Rumpf des Fahrzeugs von außen mit gewaltiger Kraft eingedrückt wird. Steckt eine riesige Kreatur dahinter? Taylor entschließt sich zum Abbruch der Mission, er rettet zwar elf Überlebende, zwei Männer jedoch sterben, als das U-Boot kurz darauf explodiert.

Ein Megalodon taucht auf

Fünf Jahre später ist ein Tauchboot der vom Milliardär Jack Morris (Rainn Wilson) finanzierten Unterwasser-Forschungseinrichtung „Mana One“ im Marianengraben unterwegs, als eine – genau – riesige Kreatur das Gefährt rammt. An Bord: unter anderen Taylors Ex-Frau Lori (Jessica McNamee). Gegen den Rat von Dr. Heller (Robert Taylor), der als Taylors Teamkollege seinerzeit mit dafür verantwortlich war, dass der diskreditiert wurde, wird er angeheuert, die unterseeisch Eingeschlossenen zu retten. Offenbar hat ein ausgestorben geglaubtes Urzeitwesen die Jahrmillionen überdauert – ein Megalodon, der 20 bis 25 Meter lang werden kann.

Men versus Meg isn’t a fight – it’s a slaughter. Solche markigen Sprüche kennen wir von Actionstars wie Jason Statham. Wir schmunzeln über die tüchtige Dosis Testosteron, die damit einhergeht, fühlen uns dabei aber gut unterhalten. Das kann man auch „Meg“ nicht absprechen, obwohl der Film weitgehend bekannten Mustern folgt und kaum Überraschungen bietet – dafür einige spektakuläre Sequenzen, die natürlich davon leben, dass Glaubwürdigkeit und Logik auf der Strecke bleiben. Wenn Jonas Taylor ohne jeden Schutz ins Wasser geht, um dem Megalodon einen Ortungssensor zu verpassen, und dies angeblich gefahrlos sei, weil das Biest einen einzelnen Menschen nicht als Bedrohung wahrnimmt, ist schon etwas Kopfkratzen angesagt, denn einen leckeren Happen für zwischendurch gibt Statham schon ab. Und wenn er dann am Seil zum Schiff gezogen wird, das Maul des Riesenhais an seinen Fußspitzen, wissen wir, dass wir all dies nicht ernst nehmen sollten – wobei zugegeben: Das sollte das geneigte Publikum schon vor Beginn des Films ahnen.

Der Lazarus-Effekt

Beim wissenschaftlichen Unterbau des plötzlichen Auftauchens eines Megalodons müssen wir sowieso beide Augen ganz fest zudrücken. Nun hat es zwar tatsächlich Tierarten gegeben, die als ausgestorben galten und eines Tages auf der Bildfläche der Moderne erschienen sind – es gibt für dieses Phänomen sogar einen Namen: Lazarus-Effekt. In der Regel handelt es sich dabei aber nicht um aus dem Nichts aufgetauchte Urzeitwesen. Solche können im Einzelfall zwar auch die Zeit überdauert haben, aber dass eine 20-Meter-Kreatur wie der Megalodon bis heute unentdeckt geblieben ist, darf ins Reich der Fabel verwiesen werden – obwohl manche Menschen anderes behaupten. Belassen wir es dabei.

Dank hochkarätiger Crew und üppigen Budgets schaut „Meg“ gut aus, und Regisseur Jon Turteltaub („Das Vermächtnis der Tempelritter“) hat natürlich ausreichend Erfahrung mit Mainstream-Kino. Die internationale Besetzung der US-chinesischen Koproduktion tut ihr Übriges dazu. Dass Steven Spielbergs „Der weiße Hai“ (1975) unerreicht bleibt, stand aber natürlich außer Frage. Auch an „Deep Blue Sea“ (1999) reicht „Meg“ meines Erachtens bei Weitem nicht heran. So mies wie viele Kommentatoren fand ich den Streifen aber nicht, in seinen harmlosen Grenzen ist er angetan, anspruchslosem Publikum einen angenehmen Filmabend zu bescheren. Und da ich das erwartet und meine Ansprüche vorab entsprechend angepasst hatte, ist ihm das bei mir ebenfalls gelungen. Horrorfans mögen sich mehr blutige Details erhofft haben, aber es ist nun mal eine Gesetzmäßigkeit, dass hoch budgetierte Filme auch jugendliche Zuschauerinnen und Zuschauer benötigen und daher für eine niedrige Altersfreigabe gedreht werden.

Erfolg an den Kinokassen – Folge: Fortsetzung folgt

Bei Kosten von 130 Millionen US-Dollar darf das Einspielergebnis von 530 Millionen Dollar als Erfolg gewertet werden. Da kann es den Produzenten egal sein, dass wir es mit einem recht sterilen und generischen Werk zu tun haben. Und wie das so ist in Hollywood – eine Fortsetzung ist bereits in Vorbereitung. Meine Vorfreude darauf hält sich in Grenzen, aber ich hatte bei „Meg“ Schlimmeres befürchtet – vielleicht zu viele enttäuschte Kommentare von Horrorfans gelesen. Alles in allem habe ich mich durchaus amüsiert.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Jason Statham sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgeführt.

Veröffentlichung: 13. Dezember 2018 als 4K UHD inkl. Blu-ray, Blu-ray 3D, Blu-ray und DVD

Länge: 108 Min. (Blu-ray), 113 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch u. a.
Untertitel: diverse
Originaltitel: The Meg
USA/CHN 2018
Regie: Jon Turteltaub
Drehbuch: Dean Georgaris, Jon Hoeber, Erich Hoeber, nach einem Roman von Steve Alten
Besetzung: Jason Statham, Bingbing Li, Rainn Wilson, Cliff Curtis, Winston Chao, Shuya Sophia Cai, Ruby Rose, Page Kennedy, Robert Taylor, Ólafur Darri Ólafsson, Jessica McNamee, Masi Oka
Zusatzmaterial: Making-of
Label/Vertrieb: Warner Home Video

Copyright 2019 by Volker Schönenberger

Packshots & Trailer: © 2018 Warner Home Video

 

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