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Verachtung – Düstere Krimiverfilmung aus Dänemark

18 Jun

Journal 64

Kinostart: 20. Juni 2019

Von Iris Janke

Thriller // Die Romane von Jussi Adler-Olsen sind ein Garant für düstere und gut durchdachte Krimis aus Dänemark. Auch im vierten Teil der Reihe um das Ermittlerteam vom Kopenhagener Sonderdezernat Q, das sich mit alten, ungelösten Fällen beschäftigt, gelingt eine packende Umsetzung des Romans. Nach „Erbarmen“ (2013), „Schändung – Die Fasanentöter“ (2014) und „Erlösung“ (2016) spielen Nicolaj Lie Kaas und Fares Fares erneut das eingespielte Ermittlerteam Carl Mørck und Hafez el-Assad. Beide tragen ebenso zum Gelingen der filmischen Umsetzung bei wie Regisseur Christoffer Boe. Zwar ist Boe neu an Bord der Film-Reihe, trotzdem gelingt es ihm scheinbar mühelos, die losen Enden der festen Handlungsstränge zu verknüpfen.

Miese Stimmung zwischen Mørck (r.) und el-Assad

Die Stimmung zwischen den beiden Polizisten ist auf dem Tiefpunkt angekommen – Mørck ist schwer depressiv, lässt el-Assad nicht an sich heran. Beide registrieren zwar, dass etwas in der Arbeitsbeziehung gehörig schief läuft, Kommunikation findet trotzdem nicht statt. Ermittler Assad will flüchten, hat sich auf eine Stelle im Betrugsdezernat beworben; Mørck ist davon wenig begeistert, will das aber auf keinen Fall zeigen. Nur Assistentin Rose (Johanne Louise Schmidt) versucht die angespannte Situation zu entschärfen. Mitten in dieses miese Klima platzt ein „letzter Auftrag“ für das Ermittlerteam: Bauarbeiter haben in einem zugemauerten Raum eines verlassenes Appartements drei mumifizierte Leichen gefunden, zwei Frauen und einen Mann. Alle sitzen um einem gedeckten Esstisch, ein vierter Platz ist leer – für die nächste Leiche? Die Toten sind schnell identifiziert: Nete Hermanns (Fanny Bornedal), die Prostituierte Rita Nielsen und der Anwalt Philip Nørvig. Die Ermittler finden heraus, was die Toten und die Mieterin der Wohnung, Gitte Charles, miteinander verbindet: ihr Aufenthalt in einer Klinik für schwierige Mädchen auf der Insel Sprogø.

Der Arzt Curt Wad führt nicht nur Gutes mit Nete im Schilde

Die Verfilmung von „Verachtung“ gelingt, der Zuschauer gruselt sich perfekt, skandinavisch sachlich. Geschickt meistert Regisseur Boe es, den Zuschauer durch Zeitsprünge von den 60er-Jahren bis in die heutige Zeit zu führen, ohne dabei für Verwirrung zu sorgen. Für eine angenehme Ruhe – konträr zur grausig anmutenden Handlung – sorgen das Ermittlerteam vom Sonderdezernat Q und die kühlen und reduzierten Bilder, kein überflüssiger Schnickschnack stört. Zu schade wäre es, wenn diese Verfilmung aus Jussie Adler-Olsens siebenteiliger Buchreihe um das Sonderdezernat Q sofort im Sonntagabend-TV-Keller des ZDFs verschwinden würde. Zwar ist dieser TV-Sendetermin ein toller, fester Platz für spannende britische und skandinavische Filme, trotzdem hat der fesselnde Thriller zuerst einen größeren Auftritt auf der Kinoleinwand verdient.

Grausige Entdeckung für Mørck (l,) und el-Assad im Ex-Mädchenheim

Länge: 119 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: Journal 64
Internationaler Titel: The Purity of Vengeance
DK/D 2018
Regie: Christoffer Boe
Drehbuch: Nikolaj Arcel, Bo Hr. Hansen, Mikkel Nørgaard, nach dem Roman von Jussi Adler-Olsen
Besetzung: Nikolaj Lie Kaas, Fares Fares, Johanne Louise Schmidt, Søren Pilmark, Fanny Bornedal, Clara Rosager, Luise Skov, Amanda Radeljak, Anders Hove, Nicolas Bro, Elliott Crosset Hove
Verleih: NFP marketing & distribution

Copyright 2019 by Iris Janke

Filmplakat & Trailer: © 2019 NFP marketing & distribution, Szenenfotos: © Zentropa Henrik Ohsten

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