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Paradox – Kill Zone Bangkok: Dritter „S.P.L.“-Streich

06 Jul

Sha po lang – taam long

Von Volker Schönenberger

Actionthriller // Den furiosen „Kill Zone S.P.L.“ (2005) hatte ich 2006 beim Fantasy Filmfest gesehen. Was Wilson Yip, Regisseur der heute schon legendären „Ip Man“-Trilogie, da an Action und Thrill aufbot, suchte seinesgleichen. 2015 kam „Lethal Warrior“ von Soi Cheang („Dog Bite Dog – Wie räudige Hunde“), der als lose Fortsetzung gilt – aus was für Gründen auch immer. Zwischen „Ip Man 3“ und dem für eine Premiere in Hongkong im Dezember angesetzten „Ip Man 4“ hat wiederum Wilson Yip die „S.P.L.“-Reihe mit „Paradox – Kill Zone Bangkok“ fortgesetzt.

Hongkong-Cop Lee Chung Chi hofft, dass seine Tochter noch lebt

Die Handlung fokussiert auf Lee Chung Chi (Louis Koo), Polizist in Hongkong und liebevoller Vater einer Tochter, wie wir zu Beginn anhand einiger Privatvideoaufnahmen erfahren. Am 16. Geburtstag von Wing Chi (Hanna Chan) fällt er jedoch aus allen Wolken: Nicht nur, dass sie ihm ihren Freund vorstellt, die junge Frau offenbart ihrem alten Herrn auch noch, dass sie schwanger ist. Die private Zukunft rückt jedoch in den Hintergrund, als Wing Chi bei einem spontanen Trip nach Thailand gekidnappt wird.

In den Fängen des Organhandels

In Pattaya nimmt Lee Chung Chi Kontakt zum örtlichen Cop Chui Kit (Yue Wu) auf. Dessen Kollege Tak (Tony Jaa) hat bei einer Berührung des Hongkong-Ermittlers eine sonderbare Eingebung. Bei der Suche nach seiner Tochter geht Lee Chung Chi nicht zimperlich vor. Die Ermittler stoßen auf den Gangster Sacha (Chris Collins), welcher in illegalen Organhandel verwickelt ist, der bis in höchste Kreise reicht.

Tak und sein Kollege …

2018 räumte „Paradox – Kill Zone Bangkok“ drei Hongkong-Filmpreise ab: für Hauptdarsteller Louis Koo, die Action-Choreografie und das Sounddesign. Dazu gesellten sich zwei asiatische Filmpreise, für Koo und als bester Actionfilm. In der Tat beeindruckt die Choreografie von Sammo Kam-Bo Hung („Ip Man“) in drei spektakulären Actionsequenzen, speziell der ausgiebige Messerkampf-Showdown inklusive knochenbrecherischer Hiebe im Schlachthaus (mit angehängter Organentnahme-Abteilung) bleibt in Erinnerung. Etwas mehr davon hätte es aber schon sein dürfen.

… Chui Kit ermitteln mit vollem Körpereinsatz

Während die Handlung den Ermittlern folgt, erfahren wir in kurzen Rückblenden etwas mehr über die Hauptfigur Lee Chung Chi und ihre schwierigen familiären Verhältnisse, etwa seine nicht gerade nette Reaktion auf die oben erwähnte Bekanntmachung seiner Tochter. Sein Thailand-Trip führt ihn an seine Grenzen und darüber hinaus, das gibt dem fesselnden Actionthriller eine große Portion düsteres Drama mit auf den Weg. Hongkong-Superstar Louis Koo („Out of Inferno“, „Drug War“) meistert das mit Bravour auf denkbar eindringliche Weise. Mal bangen wir mit dem besorgten Vater, mal verabscheuen wir den skrupellosen Ermittler. Polizist Chui Kit hingegen fungiert ein wenig als Gegenpol von Lee Chung Chi, obwohl er ebenso schlagkräftig ist. Seine Frau Soei (Siraphan Wattanajinda) erwartet ihr erstes Kind, und sein Schwiegervater ist ausgerechnet Commissioner Chai (Vithaya Pansringarm), sein Boss, der mehr über die Organhändler weiß, als seinem Schwiegersohn klar ist. Von „Ong-Bak“- und „Triple Threat“-Star Tony Jaa hätte ich gern mehr gesehen, seine Rolle gerät so klein, dass die Unterstellung erlaubt sei, man habe ihn vornehmlich aufgrund seines bekannten Namens eingebaut. Immerhin die zweite Actionsequenz gehört zu großen Teilen ihm.

Tony Jaa als Hellseher?

Rätselhaft bleibt nicht nur der Wolf auf dem Cover der Koch-Films-Veröffentlichung, sondern auch die oben erwähnte Eingebung des von Tony Jaa verkörperten Cops. Sie wird im weiteren Verlauf überhaupt nicht mehr thematisiert, allerdings hätte so etwas wie eine hellseherische Gabe auch nicht recht zum Rest des Films gepasst. Ganz so mitgerissen wie seinerzeit „Kill Zone S.P.L.“ hat mich „Paradox – Kill Zone Bangkok“ nicht, und der Zusammenhang der drei Actionthriller mag sich mir auch nicht recht erschließen. Freunde gepflegten Action- und Thriller-Kinos made in Hongkong können aber unbesorgt zuschlagen. Da Regisseur Wilson Yip es immer noch drauf hat, ist Vorfreude auf „Ip Man 4“ berechtigt.

Kein angenehmer Gegner: Schurke Sacha

Veröffentlichung: 6. Dezember 2018 als Blu-ray und DVD

Länge: 121 Min. (Blu-ray), 116 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Kantonesisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Sha po lang – taam long
HK 2017
Regie: Wilson Yip
Drehbuch: Nick Cheuk, Lai-Yin Leung
Besetzung: Louis Koo, Tony Jaa, Yue Wu, Ka Tung Lam, Chris Collins, Jacky Cai, Ken Lo, Hanna Chan, Vithaya Pansringarm, Michelle Saram, Siraphan Wattanajinda
Zusatzmaterial: Making-of (10 Min.), Trailer, Trailershow
Label/Vertrieb: Koch Films

Copyright 2018 by Volker Schönenberger
Szenenfotos & Packshot: © 2018 Koch Films

 

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