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Triptychon of Fear – Episoden-Horror aus Mittelfranken

06 Aug

Triptychon of Fear

Von Marco Kraus

Episoden-Horror // Grindhouse Films ist zurück. Die kleine Independent-Filmschmiede aus Bad Windsheim in Mittelfranken um Mastermind El Gore, die sich mit Ihrer „Ghouls Night Out“-Trilogie und der „Snuff Tape Anthology“ in Fankreisen einen nicht unbedeutenden Ruf verschaffte, hat nach ihrem ersten Langfilm „Isolation – Hinter verzerrten Gedanken“ nachgelegt. Lange ließ die Veröffentlichung von „Triptychon of Fear“ auf sich warten, und viele Fans stellten sich die Frage, ob Grindhouse Films sich im Vergleich zu „Isolation“ noch einmal steigern konnte. Ob das der Fall ist oder nicht, erfahrt ihr im folgenden Text.

Annabelles Schwester?

„Triptychon of Fear“ besteht aus drei Kurzgeschichten, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Die erste Episode „Would You Go to Hell for Me?“ unter der Regie von El Gore geht es um ein Paar, gespielt von Isabelle Fitzgerald und Christian Fryska. deren Leben aus Drogenhandel besteht. Beide haben es sich jedoch zur Aufgabe gemacht, den Stoff nicht zu bezahlen, sondern lieber den Dealer ihres Vertauens ins Jenseits zu befördern, um somit ein wenig mehr Gewinn für sich selbst zu generieren. An und für sich ein guter Plan, wäre da nicht das berühmte Schicksal, das in diesem Falle in Gestalt eines Dämons aus der Hölle zuschlägt und die beiden unsäglichen Qualen und Folterungen aussetzt, bis sie am Schluss vor eine Entscheidung gestellt werden, die ihr künftiges Leben nachhaltig bestimmen und zeigen wird, ob einer für den anderen zur Hölle gehen würde.

Typisch für Grindhouse Films

„Would You Go to Hell for Me?“ ist ein typischer Film im Stile Grindhouse Films. Wer auf Blut, Folter und Splatter, aber auch auf eine solide Story mit authentischen Darstellern steht, wird hier nicht enttäuscht. Dies liegt zum einen an den wirklich gut gemachten Effekten, zum anderen aber auch an den beiden Protagonisten Isabelle Fítzgerald und Christian Fryska, die ihre Rollen wirklich klasse spielen.

Was ist hier passiert?

In der zweiten Episode mit dem Titel „I Fear“, bei der Cedric Endress die Regie führte, geht es um einen Mann (wieder großartig gespielt von Christian Fryska), der aus der Bewusstlosigkeit in einem Speicher aufwacht. Anscheinend wird er von jemanden verfolgt, und mit zunehmender physischer Tortur kann unser Protagonist Wahn und Wirklichkeit immer weniger voneinander unterscheiden, und er scheint immer mehr den Verstand zu verlieren.

Man kommt sich beobachtet vor

Mehr kann und darf man an dieser Stelle auch über „I Fear“ nicht sagen, denn die Gefahr des Spoilerns ist hier massiv. Wieder einmal muss man an dieser Stelle die facettenreiche Darstellung von Christian Fryska loben, der es schafft, dem Publikum den zunehmenden Wahnsinn des Protagonisten glaubhaft und intensiv zu vermitteln. Von Beginn an fiebert man mit, leidet mit und erlebt die Tortur quasi am eigenen Leib mit.

What the fuck?

„I Fear“ ist in meinen Augen neben „Lo specchio di colore giallo dell’ anima“ zu dem ich gleich kommen werde, der stärkste Beitrag auf der DVD. „I Fear“ wird allerdings bei víelen Hardcore-Fans durchfallen, da hier eher die die psychologische Schiene bedient wird. Wer Blut und Gewalt erwartet, wird enttäuscht. Denjenigen aber, die mit einer gut durchdachten Story und vor allem einem „What the Fuck?“-Finale etwas anfangen können, dürfte „I Fear“ definitiv gefallen

Rot heißt Stopp

Die dritte und letzte Episode trägt den Titel „Lo specchio di colore giallo dell’ anima“ und ist, wie man schon anhand des Titels erahnen kann, eine Hommage an die guten alten Giallo-Filme.

Lady in Red mal anders

Wüssten wir nicht, dass es sich um ein Werk von Grindhouse Films handelt, so könnte man annehmen, einen Giallo aus den 70er- oder 80er-Jahren zu schauen. Hier stimmt einfach alles, von der Atmosphäre, der Farbgebung des Films bis hin zur Musik.

Ein ungebetener Gast

Isabelle Fitzgerald überzeugt hier in ihrer Rolle, in der sie eine Frau verkörpert, die von einem maskierten Unbekannten verfolgt wird. In letzter Sekunde kann sie sich zu Hause scheinbar vor ihm in Sicherheit bringen – oder etwa doch nicht?!

Keine Dialoge in der dritten Episode

Wie bereits oben erwähnt zählt „Lo specchio di colore giallo dell’ anima“ neben „I Fear“ zu meinen beiden liebsten Episoden von „Triptychon of Fear“. „Lo specchio di colore giallo dell’ anima“ lebt einzig und allein von seiner Atmosphäre und der Musik und kommt vollkommen ohne Dialoge aus. Die Story baut sich langsam auf, man fiebert zu jeder Zeit bis zum Finale mit, das natürlich auch mit einer unvorhersehbaren Wende um die Ecke kommt. Für Freunde des Giallo-Films ein absolutes Muss.

Die Verunstaltung eines schönen Körpers

Mit „Triptychon of Fear“ hat es Grindhouse Films geschafft, sich nach „Isolation“ zu steigern. Auch wenn es stellenweise die eine oder andere kleine Schwäche gibt. Die Dialoge wirken an manchen Stellen ein wenig zu auswendig gelernt (ein Problem vieler Underground-Produktionen) und ab und an wirkt die Kameraführung etwas holprig. Aber das ist hier wirklich Jammern auf hohem Niveau. Alles in allem hat Grindhouse Films ein Brett abgeliefert, an dem jeder Fan des deutschen Underground-Films Gefallen finden kann. Aber auch für diejenigen unter euch, die bisher noch keinen Kontakt zum filmischen Underground aus Deutschland hatten, da sie diesen mit plumper Gewalt gleichsetzen, ist „Triptychon of Fear“ sicherlich der perfekte Einstieg, um euch vom Gegenteil zu überzeugen. Die DVD kann bei Blacklava Entertainment geordert werden.

Rätselhafte Symbolik

Veröffentlichung: 13. Juli 2018 als DVD

Länge: 91 Min.
Altersfreigabe: FSK ungeprüft
Sprachfassungen: Deutsch
Untertitel: Englisch
Originaltitel: Tryptichon of Fear
D 2017
Regie: El Gore (Episoden 1 und 3), Cedric Endress (Episode 2)
Drehbuch: El Gore, Cedric Endress
Kamera: Thomas Binder, Cedric Endress
Musik: Musica Non Grata, Cortello Stigma
Besetzung: Isabelle Fitzgerald, Christian Fryska, Cedric Endress, El Excremento, EL Gore
Zusatzmaterial: Kurzfilm „Salvation“ (Regie: El Gore), Making-of, Outtakes, Behind the Scenes, Trailer, Bildergalerie
Produktion: Grindhouse Films
Label/Vertrieb: Blacklava Entertainment

Copyright 2019 by Marco Kraus

Szenenfotos, Plakat & Banner: © 2018 Grindhouse Films

 

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