RSS

Born to Fight – Sie kämpfen, um zu überleben: Das tun sie!

07 Aug

Kerd ma lui

Von Volker Schönenberger

Action // Zwei Typen suchen in Thailand eine Drogengang auf, um Ware zu kaufen. Doch der Boss der Bande, General Yang (Nappon Gomarachun), überwacht das Geschehen per Kamera und riecht Lunte; er befiehlt, die beiden umzulegen. Es entbrennt eine wilde Schießerei nebst Verfolgungsjagd, die nicht nur etliche der Gangster das Leben kostet, sondern am Ende auch einen der beiden vermeintlichen Kunden. Die zwei waren verdeckte Ermittler. Dem überlebenden Deaw (Dan Chupong) gelingt es immerhin, General Yang festzunehmen.

Voll der Trauer über den Tod seines väterlichen Partners sucht Deaw Ablenkung. Er beschließt, seine jüngere Schwester Nui (Kessarin Ektawatkul) bei einer wohltätigen Mission zu begleiten. Sie ist Taekwondo-Champion und besucht mit anderen Sportlern ein armes Dorf in der Nähe der burmesischen Grenze, um Hilfsgüter und Spielzeug zu verteilen. Der Frieden wird jäh zerstört, als Terroristen die kleine Ortschaft überfallen, ein Blutbad anrichten und die überlebenden Dörfler und ihre Besucher als Geiseln nehmen. Ziel: General Yang freizupressen, den Thailand an die USA ausliefern will.

Dörfler werden niedergemäht

Und Action! „Born to Fight“ geht gleich im Prolog in die Vollen. Der hektische Techno-Score nervt dabei schnell, aber angesichts der furiosen Bilder lässt er sich gut ausblenden. Die Mischung aus Schusswechseln, Martial Arts und Lkw-Stunts gibt einen guten Vorgeschmack auf das, was noch kommen mag. Nach einer kurzen Phase des Durchatmens, in der die Dörfler die karitative Mission begrüßen, bricht urplötzlich ein Massaker los, das den Atem stocken lässt. Nachdem die ersten Gewehrsalven über die unglücklichen Opfer hereingebrochen sind und das Publikum noch einmal kurz verschnaufen darf, bevor es dann bis zum Ende ohne Unterlass kracht, musste ich mich bei meiner ersten Sichtung erst einmal zurücklehnen und mich fragen, was ich da gerade gesehen habe. Das oft übertriebene Wort „Niedermähen“ passt in diesem Fall wie die Faust aufs Auge. Eine nukleare Bedrohung bringt zusätzlichen Nervenkitzel.

Schauspieler und Stunt-Kräfte mussten vollen körperlichen Einsatz bringen, aber es hat sich gelohnt. Schaut euch die missglückten oder zumindest wohl tatsächlich schmerzhaften Szenen im Abspann an, das erhöht den Respekt vor der Leistung der Beteiligten! Zwischendurch wird es etwas albern, wenn die Sportler ihre athletischen Fähigkeiten einsetzen, um Terroristen auszuschalten. Damit meine ich natürlich nicht die Taekwondo-Kämpferin Nui, deren Darstellerin Kessarin Ektawatkul tatsächlich nationaler Champion in ihrer Disziplin war, sondern Fußballer und Geräteturner. Man kann einen Gegner eben auch außer Gefecht setzen, indem man ihn mit einem heißen Teekessel abschießt. Und selbst ein Einbeiniger kann mit einem harten Rattanball und gezieltem Schuss einiges ausrichten.

Bei uns ungeschnitten

Angesichts einiger Szenen überrascht es, dass „Born to Fight“ die FSK im Jahr 2006 mit einer Altersfreigabe ab 18 Jahren ohne Schnittauflagen passiert hat. Mir soll’s recht sein. Tiefgründige Story-Elemente sind hier nicht zu finden, aber vermutlich sucht sie auch niemand. „Born to Fight“ will gar nicht mehr sein, als es ist: ein brutales Action-Feuerwerk.

Auf dem Cover prangt die Auskunft „Von den Machern von Ong-Bak“. Kurze Prüfung: „Born to Fight“-Regisseur und Ko-Drehbuchautor Panna Rittikrai zeichnet bei dem Muay-Thai-Martial-Arts-Film mit Tony Jaa immerhin für die Story verantwortlich. Die vier Personen mit „Born to Fight“-Produzenten-Credits finden sich auch unter den „Ong-Bak“-Produzenten. Das gilt synchron dazu für die drei Stunt-Koordinatoren von „Born to Fight“. Hauptdarsteller Dan Chupong kommt aus dem Stuntman-Gewerbe und hatte in allen drei „Ong-Bak“-Teilen kleine Rollen. Viel internationale Aufmerksamkeit hat er bislang nicht erhalten, woran auch immer das gelegen haben mag – seine Martial-Arts-Fähigkeiten sind jedenfalls exzellent. Somit lässt sich konstatieren: Wer den 2003 entstandenen „Ong-Bak“ mag und nichts dagegen einzuwenden hat, wenn ein Actionfilm noch eine Schippe an Härtegrad drauflegt, macht mit „Born to Fight“ nichts falsch.

Veröffentlichung: 28. Januar 2010 und 30. April 2008 als Blu-ray, 10. Dezember 2009 und 4. Januar 2007 als DVD

Länge: 96 Min. (Blu-ray), 92 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Thailändisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Kerd ma lui
THAI 2004
Regie: Panna Rittikrai
Drehbuch: Morakat Kaewthanek, Nontakorn Taweesuk, Thanapat Taweesuk
Besetzung: Dan Chupong, Nappon Gomarachun, Santisuk Promsiri, Piyapong Piew-on, Somrak Khamsing, Amornthep Waewsang, Suebsak Pansueb, Nantaway Wongwanichislip, Kessarin Ektawatkul, Rattaporn Khemtong, Chatthapong Phantana-Angkul, Sasisa Jindamanee, Payong Mounda, Swat Hoopsom
Zusatzmaterial: Hinter den Kulissen (10:39), Texttafel-Biografien von Regisseur Panna Rittikrai und Hauptdarsteller Dan Chupong, deutscher Kinotrailer, thailändischer Trailer, Trailershow
Label/Vertrieb: 3L Vertriebs GmbH & Co. KG

Copyright 2019 by Volker Schönenberger

 

Schlagwörter: , , , , , , , ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

 
%d Bloggern gefällt das: