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Sea of Blood – Lieber arm dran als Arm ab

15 Aug

Sea of Blood

Von Marco Kraus

Kurzfilm-Horror // Ein paar Dinge vorweg: „Sea of Blood“ richtet sich ausschließlich an ein volljähriges Publikum. Klingt logisch bei dem Titel, jedoch wurden alle Rezensenten im Voraus gebeten, dies auch explizit zu erwähnen. Na gut, dachte ich mir, erfülle ich den Wunsch, und vermutete eine geschickte Marketingkampagne. Aber was soll ich sagen? Nach den rund 23 Minuten Film habe selbst ich verstanden, warum ausdrücklich darauf hingewiesen werden soll – und das soll schon etwas heißen, denn ich bin einiges gewohnt.

Alles schon mal dagewesen?

„Sea of Blood“ ist ein rund 23-minütiger Kurzfilm, der sich irgendwo im Bereich Gore und Fetish Porn bewegt. Dies ist weiß Gott nichts Neues und auch alles schon einmal da gewesen, an dieser Stelle sei die „Vomit Gore“-Quadrilogie von Lucifer Valentine mal wieder als Paradebeispiel hervorgeholt. Der Vergleich mit dieser Reihe kommt auch nicht von ungefähr: Zwar verzichtet „Sea of Blood“ komplett auf das Stilmittel erbrechender Darsteller, aber man scheut sich nicht, explizite Hardcore-Szenen im Detail zu zeigen. Auch die Stimmen der Darsteller wurden hier verzerrt, was dem Ganzen einen besonderen Effekt gibt, aber auf die Dauer recht nervend wirken kann.

Zehn Minuten fast nur Porno

„Sea of Blood“ beginnt schleppend. Drei Frauen treffen sich in einem Raum, vermutlich einem Hotelzimmer, zu einem Videodreh. Ein Darstellervertrag wird unterzeichnet, das unwissende Opfer ist somit gefunden, und los geht’s mit den ersten Sexszenen. Und hier ist von Masturbation, dem Einsatz eines Dildos bis hin zum Würgen bis zur Bewusstlosigkeit für jeden etwas dabei, der auf Hardcore-Einlagen steht, denn im Gegensatz zu anderen Filmen aus diesem Genre wird hier nicht nur angedeutet, sondern die Kamera hält drauf.

Mit Spaß bei der Sache

Ab dem Zeitpunkt, an dem das bewusstlose Opfer in einer mit Folie ausgelegten Dusche erwacht, kommen Gore-Freunde auf ihre Kosten. Ohren werden mit einem Klappmesser abgeschnitten, der Unterarm des Opfers wird abgetrennt und dient zu sexuellen Aktivitäten am Opfer – weitere Details spare ich mir an dieser Stelle.

Anatomie für Anfänger

Wie soll man „Sea of Blood“ einordnen? Der Film hat seine Momente, die für mich eindeutig in der letzten Hälfte des Films liegen und aufgrund der Make-up-Spezialeffekte jeden Gorehound überzeugen müssten. Die erste Hälfte des Kurzfilms ist von Hardcore-Szenen geprägt. Diese sind durchaus ansehnlich, was nicht nur an den gut gewählten Darstellerinnen liegt, aber halt auch nicht jedermanns Sache sein werden. Hier wird der Kritikpunkt vieler wieder auf „Entweder schaue ich mir einen Porno an oder einen Horrorfilm“ liegen, was ich auch nachvollziehen kann. Das Fetish und Gore als Gesamtpaket jedoch durchaus funktionieren kann, hat jedoch schon Lucifer Valentine gezeigt und das zeigt auch „Sea of Blood“. An dieser Stellle möchte ich den Soundtrack zu „Sea of Blood“ erwähnen, der als eine Art (japanischer?) Choral beginnt, der einige Gänsehautmomente bei mir verursacht hat (hiervon würde ich gern mehr hören) und sich gen Ende zu einem düsteren Death-Metal-Sound entwickelt (falls es kein Death Metal ist, so entschuldigt meine Unwissenheit, denn ich bin in dem Bereich nicht ausreichend bewandert). Hierfür gibt’s zwei Daumen hoch von mir.

Wer denkt da nicht an Gene Simmons?

In meinen Augen ist „Sea of Blood“ ein guter Mix aus Fetish Porn und Gore. Beides hält sich die Waage, auch wenn Regisseur Akiko Janos vielleicht gut beraten gewesen wäre, schon in der ersten Hälfte des Films Gore-Elemente einzubauen. Wer mit „Vomit Gore“ oder den Fimen von Sander Cage („Rape Love“) etwas anfangen kann, darf einen Blick riskieren, für alle anderen gilt: Finger weg, denn hier gibt’s nur mögen und nicht mögen. „Sea of Blood“ kann ausschließlich über die Internetpräsenz der Produktionsfirma „A Baroque House“ geordert werden. Die DVD ist auf 300 Exemplare limitiert.

Hauptsache der Kopf ist verbunden

Veröffentlichung: 15. März 2019 als DVD

Länge: 23 Min.
Altersfreigabe: FSK ungeprüft
Sprachfassungen: Englisch
Untertitel: keine
Originaltitel: Sea of Blood
USA 2019
Regie: Akiko Janos
Drehbuch: SamHel
Besetzung: Felicia Fisher, Torture Wolfe, Bratty Wolfie
Zusatzmaterial: keine Angabe
Label/Vertrieb: A Baroque House

Copyright 2019 by Marco Kraus
Szenenfotos & Packshot: © 2019 A Baroque House

 

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