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Central Park – Massaker in New York: Tod in der grünen Lunge

15 Sep

Central Park

Von Volker Schönenberger

Horrorthriller // Majestätisch ragen die Wolkenkratzer von Manhattan von der Morgensonne beleuchtet in den Himmel. Vom Chrysler Building schweift der Blick der Kamera langsam zur grünen Lunge New York Citys – dem Central Park. Das Radio berichtet von einem gigantischen Betrug mit einem Schneeballsystem der gerade aufgeflogen ist. In einer dunklen Ecke des Parks erlegt jemand (Regisseur Justin Reinsilber) mit einem Messer ein Tier – nicht ungeschickt.

Die Freunde verabreden sich

Wir lernen Harold (Justiin A. Davis) kennen, dessen Vater offenbar der Rädelsführer des erwähnten Betrugs ist und sogar seine eigenen Freunde um viel Geld erleichtert hat. Mit seiner Clique, bestehend aus Leyla (Grace Van Patten), Sessa (Ruby Modine), Mikey (Deema Aitken) und Felix (Guillermo Arribas), hängt er gern ab, das Quintett zieht auch schon mal einen durch. Ein lauer Sommerabend führt die jungen Leute mit der neu hinzugekommenen Donna (Malika Samuel) in den Central Park, nicht ahnend, dass sie von einer dunklen Gestalt beobachtet werden, die es auf sie abgesehen hat. Und während sie eine Runde „Truth or Dare“ („Wahrheit oder Pflicht“ oder auch „Tat oder Wahrheit“) spielen, senkt sich langsam die Dunkelheit über den Central Park und bereitet der Mann ganz in der Nähe bereits seine Mordwerkzeuge vor.

Die jungen Leute und der Killer

So weit, so Slasher. Ein paar leichtsinnige Jungspunde, ein psychopathischer Killer – das kennt man schon. Allerdings wirken die Protagonisten nicht wie das übliche Frischfleisch, dem man keine Träne nachweint, nachdem es niedergemetzelt wurde. Guten Darstellerleistungen geschuldet, wirken sie recht authentisch. Trotz der kurzen Dauer von knapp unter anderthalb Stunden nimmt sich Regisseur Justin Reinsilber Zeit für die Einführung seiner Figuren und den Aufbau einer bedrohlichen Atmosphäre, zu der nicht zuletzt der geschickt eingesetzte Elektro-Score beiträgt, der mit minimalistischen Klängen die Spannung am Köcheln hält.

Harold und Leyla lieben einander

Weitere Figuren kommen hinzu, etwa der wohlmeinende Lehrer Mr. Shaw (Michael Lombardi), der Mikey seine Handynummer gegeben hat, weil er spürt, dass den Jungen etwas bedrückt. Abends dreht er mit dem Rennrad ein paar Runden, als sein Schüler ihn per Kurznachricht tatsächlich um Hilfe bittet. Das Verbrechen von Harolds Vater schwebt als Damoklesschwert über dem Schüler und seinen Freunden, doch was hat das mit dem Unheil im Central Park zu tun?

Der Central Park als heimlicher Hauptdarsteller

Walter Hill inszenierte den Central Park in seinem wegweisenden Gang-Actionthriller „The Warriors“ 1979 lediglich als einen von diversen Schauplätzen New York Citys. In „Central Park – Massaker in New York“ dient die Grünanlage als Hauptschauplatz. Dem Vernehmen nach lebt Justin Reinsilber, der auch das Drehbuch seiner bislang einzigen Regiearbeit schrieb, in unmittelbarer Nähe des Central Parks, was ihn zu seinem Film inspirierte, den er angemessen vor Ort „on location“ drehte.

Das Morden hat begonnen …

„Central Park – Massaker in New York“ bekam von der FSK eine Freigabe ab 16 Jahren, die angemessen erscheint. Lediglich ein paar Trailer mit FSK-18-Freigabe im Zusatzmaterial machten auf der Veröffentlichung von Pierrot Le Fou das 18er-Logo erforderlich. Der Horrorthriller lebt dann auch nicht von blutigen Effekten, sondern von den recht unvermittelt erfolgenden Morden, die sich nicht ankündigen und auf diese Weise umso nachhaltiger ihre schockierende Wirkung entfalten.

Erinnerung an „Night Fare“

Auch Sozialkritik findet sich, allerdings recht verklausuliert eingebaut. Ein wenig erinnerte mich „Central Park – Massaker in New York“ an den französischen „Night Fare – Bezahl mit deinem Leben“ von 2015, den ich als noch etwas besser in Erinnerung habe. Beide eint neben einer dräuend-pulsierenden Atmosphäre, dass sie dem ausgelutschten Slasher-Subgenre ein paar neue Facetten abgewinnen und dabei durchaus Armlehnenkraller-Qualitäten entwickeln, auch wenn „Central Park – Massaker in New York“ nach einiger Zeit doch im bekannten Fahrwasser schwimmt. Pierrot Le Fou hat den Slasher auch im Mediabook als Nummer 15 der „Uncut Edition“ veröffentlicht. Obwohl der Film keinerlei Probleme mit Schnittauflagen hatte und die Reihe deutlich brutalere Werke zu bieten hat, ist er darin sehr gut aufgehoben.

… und will nicht enden

Veröffentlichung: 18. April 2019 als limitiertes 2-Disc Edition Mediabook (Blu-ray & DVD), Blu-ray und DVD

Länge: 87 Min. (Blu-ray), 84 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Central Park
USA 2017
Regie: Justin Reinsilber
Drehbuch: Justin Reinsilber
Besetzung: Justin Reinsilber, Grace Van Patten, Justiin A. Davis, Deema Aitken, Ruby Modine, Guillermo Arribas, Malika Samuel, Michael Lombardi, Sarah Mezzanotte
Zusatzmaterial: Trailer, Trailershow, Wendecover
Label: Pierrot Le Fou
Vertrieb: Al!ve AG

Copyright 2019 by Volker Schönenberger

Szenenfotos & Packshot Mediabook: © 2019 Pierrot Le Fou

 

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