RSS

Fighting with My Family – Frauenpower in der WWE

20 Sep

Fighting with My Family

Von Marco Kraus

Sportkomödie // Sinkende Zuschauerquoten bei den Wochenshows „Raw“ und „Smackdown“ sowie bei den monatlichen „Pay per View“-Zugriffszahlen, teilweise hahnebüchene Storylines, die aufkommende Konkurrenz durch „All Elite Wrestling“ (AEW) und das Schlimmste: keine prägenden Charaktere – all, all diese Dinge bereiten „World Wrestling Entertainment “(WWE)-Boss Vince MacMahon zur Zeit erhebliche Kopfschmerzen und schlaflose Nächte. Und jetzt kommt auch noch ein weiterer WWE-Film um die Ecke. „Fighting with My Family“, eine Mischung aus Biopic und Sportkomödie über den Aufstieg einer der prägendsten Figuren aus der Women’s Division der WWE, Paige. Reiht sich „Fighting with My Family“ nahtlos in den Abwärtstrend der Company ein, oder können wir uns seit langem einmal wieder auf gute Unterhaltung aus dem Hause WWE freuen?

Training mit Bruder Zodiac …

Ex-Knacki Ricky Knight (Nick Frost) lebt zusammen mit seiner Frau Julia (Lena Headey) und den beiden Kindern Zak (Thomas Whilley) und Saraya-Jade (Tori Ellen Ross) im englischen Norwich. Die gesamte Familie teilt sich ein Hobby, das Wrestling. Ricky ist Gründer der World Association of Wrestling, einer kleinen Independent-Liga, in der die gesamte Familie auftritt und mit der er regelmäßige Events in Norwich und Umgebung austrägt. Zak (etwas älter: Jack Lowden) und Saraya (etwas älter: Florence Pugh) betreuen nebenbei eine hauseigene Wrestling-Schule, in der die beiden interessierten Jugendlichen die Grundlagen des Wrestlings vermitteln. Der größte Traum von Zak und Sarya ist ein Vertrag bei der führenden Wrestling-Vereinigung der Welt: der WWE. Und so ist die Freude im Hause Knight groß, als Zak und Saraya von eben dieser WWE zu einem Probetraining in London eingeladen werden.

Ende eines Traums und Beginn einer Karriere

Eine Lebenstraum scheint sich für die Geschwister und die gesamte Familie zu erfüllen. Doch es kommt anders als gedacht: NXT-Scouter Hutch Morgan (Vince Vaughn) empfindet Saraya, die hier erstmalig unter ihrem späteren Gimmick Paige auftritt, als einzige geignete Kandidatin. Paige wird ins NXT Performance Center in Florida eingeladen, während ihr Bruder Zak enttäuscht in Norwich bleiben muss. Zak muss realisieren das sein Traum, ein WWE-Superstar zu werden, gestorben ist. Paige hingegen muss sich eingestehen, dass die Welt des Wrestlings harte Arbeit und Teamwork erfordert – nur so gelangt man an die Spitze der WWE. Gleichzeitig kommen private Spannungen zwischen Paige und Zak auf, ihr Brude kann es anscheinend nicht verkraften, das seine Schwester und nicht er es ins NXT Performance Center geschafft hat.

… zahlt sich aus durch einen Sieg …

In „Fighting with My Family“ verfolgen wir die Anfänge der Karriere von Saraya-Jade Bevis, Fans besser bekannt unter dem Namen ihres Gimmicks Paige. Ihren Ringnamen entnahm sie ihrer Lieblingsserie „Charmed – Zauberhafte Hexen“. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten im „Micwork“ (Sprecheinlagen und Wortgefechte am Mikrofon) mauserte sich Paige schnell zum dem Gesicht der Women’s Devision der WWE und verhalf dem Frauenwrestling zu einem neuen Push. Grund genug für die WWE, in Zusammenarbeit mit Dwayne „The Rock“ Johnson, eine komödiantische Biografie über Paiges Start in der Company ins Rennen zu schicken. Nach vielen schlechten Filmen aus dem Hause WWE Studios und zahllosen miesen „Raw“- und „Smackdown“-Wochenshows entpuppt sich „Fighting with My Family“ zu einem überraschend positiven Filmerlebnis, fast schon zu einem echten Geheimtipp – und das nicht nur für Wrestlingfans.

Emotionen gepaart mit Humor

Der Fokus liegt nämlich nicht auf dem Wrestlingsport, sondern eher auf der Beziehung der Familie zueinander. „Fighting with My Family“ schafft es, ernste Töne mit einer guten Portion Humor zu verbinden, ohne dadurch übertrieben albern zu wirken oder gar in den Bereich der Comedy abzudriften. Auch mit emotionalen Momenten geizt der Film nicht. So erleben wir Paiges ersten Titelgewinn bei „Monday Night Raw“ im Jahr 2014 gegen die damalige Championesse AJ Lee, und wir werden Zeuge, wie Zak fast daran zerbricht, seinen Traum einer Karriere in der WWE platzen zu sehen. Auch die Darsteller sind positiv zu erwähnen. Vor allem Florence Pugh spielt ihre Rolle als Paige so intensiv, dass man fast denken kann, es mit der echten Paige zu tun zu haben. Auch „The Rock“ sorgt bei seinen Kurzauftritten immer wieder für den einen oder anderen Lacher. Nick Frost sowie Vince Vaughn als grantiger NXT-Scout und sogar die Nebendarsteller wissen durchaus zu überzeugen und sind mit Freude bei der Sache.

Gelungenes Popcornkino

Mit „Fighting with My Family“ hat die WWE einen absolut unterhaltsamen Film geliefert, den man sich, ob Wrestlingfan oder nicht, unbedingt einmal ansehen sollte, wenn man auf Gute-Laune-Popcornkino Lust hat.

… macht die Eltern stolz …

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Dwayne Johnson und Vince Vaughn haben wir in unserer Rubrik Schauspieler aufgeführt.

… und weckt Träume auf den echten WWE-Gürtel

Veröffentlichung: 5. September 2019 als Blu-ray und DVD

Länge: 108 Min. (Blu-ray), 104 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch, Französisch, Türkisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Türkisch, Niederländisch
Originaltitel: Fighting with My Family
GB/USA 2019
Regie: Stephen Merchant
Drehbuch: Stephen Merchant
Besetzung: Dwayne Johnson, Lena Headey, Vince Vaughn, Nick Frost, Florence Pugh, Jack Lowden, Olivia Bernstone, Leah Harvey, Thomas Whilley, Tori Ellen Ross, Jack Gouldbourne, Elroy Powell
Zusatzmaterial: Audiokommentar von Stephen Merchant, unveröffentlichte und erweiterte Szenen, Gag Reel, Making-of, Featurette „Die Moves lernen“
Vertrieb: Universal Pictures Germany GmbH

Copyright 2019 by Marco Kraus
Szenenfotos & Packshot: © 2019 Universal Pictures Germany GmbH

 
 

Schlagwörter: , , , , , ,

2 Antworten zu “Fighting with My Family – Frauenpower in der WWE

  1. Movie Club Germany

    2019/09/20 at 12:46

    Ich habe den Film leider zu seinem Kinostart verpasst. 😒
    Klingt aber so, als wäre „Fighting with My Family“ eine Sichtung wert gewesen. Ich hole es definitiv nach.
    Gruß Peter (Movie Club Germany)

     
    • V. Beautifulmountain

      2019/10/04 at 09:15

      Moin aus Hamburg,

      leider war der Kommentar im Spam-Ordner gelandet, daher erst jetzt freigeschaltet.

      Gruß, Volker

       

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

 
%d Bloggern gefällt das: